Dem Luchs geht es saugut

Der Luchs des Erzgebirges aufgenommen im Revier Eibenstock.
Foto: Sächsisches Luchsmonitoring / Wildtiermonitoring

Der Luchs fühlt sich pudelwohl

Von Sven Günther
Erzgebirge/Vogtland. Der Feldzug gegen die Katze begann vor 200 Jahren. Jäger sahen im Luchs einen Konkurrenten. Kimme. Korn. Feuer frei. Die stattlichen Tiere wurden bis zur Ausrottung abgeknallt. Ein Fehler, sagen Waidmänner heute. So wie Andreas Pommer, der Revierförster von Eibenstock. Bei ihm ist der Luchs wieder heimisch. Er verrät: „Schon seit 2013 war das Tier immer wieder in eine Fotofalle getappt. Die Bilder entstanden zwischen Antonsthal und Erlabrunn, wobei der Luchs sehr große Reviere durchstreift.“ (Siehe Foto).
Um die 20.000 Hektar ist ein Luchs-Revier groß. Der Kater ist bereits in Eibenstock, Wildenthal, in der Tschechischen Republik, in der Nähe des Rabenbergs bis nach Anthonthal dokumentiert worden, ist auch im Vogtland unterwegs.
In Sachsen laufen die Luchs-Kontakte bei Dr. Jana Zschille von der TU Dresden zusammen, die das Monitoring im Auftrag des LfULG betreut. Sie sagt: „In das seit dem Jahr 2008 etablierte passive Luchs-Monitoring sind vor allem Förster, Jäger, Zoologen und Naturschutzmitarbeiter eingebunden. Bisher wurden etwa 65 sogenannte „Luchs-Erfasser“ geschult.“
Wichtig: Um gerissene Wildtiere kümmern sich die Fachstelle Wolf, weil die Mitarbeiter entsprechende Riss-Schulungen besucht haben. Bislang gibt es keine dokumentierten Fälle.
Fest steht: Der Luchs im Erzgebirge ist ein scheuer Einzelgänger, der aus der Harzpopulation stammt.
Dr. Zschille: „Obwohl es auch in Tschechien und Bayern Luchse gibt, hat sich keine Population in Sachsen gebildet.“
Ein Grund: Die Tiere haben ein konservative Ausbreitung. Das bedeutet, dass Weibchen ihre neue Familie in Nachbar-Revieren der Eltern gründen.
Die Betreuung der durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie oder aus Mitteln der Jagdabgabe finanzierten Fotofallen, d.h. Wechsel und Auslesen der Speicherkarten sowie Batteriewechsel, wird dankenswerter Weise von jeweils ortskundigen Luchs-Erfassern übernommen. Derzeit sind insgesamt 25 Infrarot-Kameras verschiedener Typen im Einsatz.
Mehr Informationen finden Sie unter www.luchs-sachsen.de im Internet.

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