Dem Traum ein Stück näher

(v.li.n.re.) Katja Seifert, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Anna + Sascha“, Sascha, Vorstandsmitglied Jörn Michael und die Nahlingers aus Recklinghausen zur Spendenübergabe auf der Buchholzer Straße.
Foto: André Kaiser

Annaberg-Buchholz. Mit strahlenden Augen und einem Lächeln, aber auch etwas aufgeregt wartete Sascha, ein junger Mann mit Down Syndrom, gemeinsam mit seinen Betreuern im Haus des gemeinnützigen Vereins „Anna + Sascha“ an der Buchholzer Straße auf seinen Besuch. Angekündigt hatten sich Hedwig Nahlinger und ihr Mann. Sascha kennt das Pärchen aus Recklinghausen gut, hat mit den beiden schon einiges unternommen, sei es beim Besuch des Theaters in Annaberg oder bei Konzerten mit Peter Orloff, den er dort sogar persönlich kennen lernen durfte.

An diesem Tag aber hatten die Nahlingers etwas ganz Besonderes vor. Denn sie wissen vom Vorhaben des Vereins, das baufällige Gebäude an der Buchholzer Straße zu sanieren und in ein Inklusionsunternehmen in Form eines kleinen Hotels mit Café umzufunktionieren. Ein sportliches Vorhaben. Befindet sich das alte marode Haus doch in einem äußerst baufälligen Zustand und bedarf einer Komplett-Sanierung, die rund drei Millionen Euro kosten wird. Doch das schreckt die etwa 50 Vereinsmitglieder nicht ab, die in den letzten Jahren zunächst selbst Hand anlegten, das Gebäude entkernten und entrümpelten. Parallel kämpften sie zudem um Fördermittel und ein Darlehen, was sie nun offensichtlich auch bekommen. Die Vereinsvorsitzende Katja Seifert: „Das Haus bietet beste Voraussetzungen für unser Vorhaben einer gastronomischen Herberge. Inzwischen haben wir für die Fördermittel auch grünes Licht bekommen, ebenso wie für den Kredit in Höhe von 740.000 Euro über die Sozialbank, so dass wir aller Voraussicht nach im nächsten Jahr mit dem Bau richtig loslegen können.“

Entstehen soll hier ein kleines gemütliches Hotel mit zwölf Zimmern und 32 Betten, davon drei Rollstuhl-gerechte Räume, dazu eine Terrasse und im gesamten Erdgeschoss ein Cafés, in dem es dann eine systematisierte Tageskarte geben soll. Vereinfacht deswegen, weil das Hotel gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung betrieben werden soll. Katja Seifert: „Unsere Einrichtung soll eine Bereicherung für die Stadt werden – menschlich, kulturell, touristisch und gastronomisch. Wir benötigen viel Unterstützung, um unser Vorhaben in die Tat umsetzen zu können. Dabei zählt jeder Euro. Umso glücklicher sind wir über Spenden wie die der Nahlingers.“

Saschas große Leidenschaft ist das Kochen.
Foto: Jörn Michael

Diese mögen Sascha sehr und schätzen die Arbeit des Vereins, der sich unermütlich für die Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gemeinschaft einsetzt. Daher hatten sich die beiden dazu entschlossen, etwas für den Verein zu tun. Hedwig Nahlinger: „Wir wohnen in Reklinghausen, haben aber auch eine Wohnung in Annaberg-Buchholz. Seit 20 Jahren besuchen wir die Bergstadt einmal im Jahr. So entstand durch unseren Nachbarn und Vereinsmitglied Jörn Michael eine Verbindung zu Sascha und dem Verein ‚Anna + Sascha‘. Am 14. März wurde ich nun 80 Jahre alt, musste aber leider wegen Corona meine Geburtstagsfeier ausfallen lassen. Also wünschte ich mir als Geschenk von jedem Gratulanten einen kleinen Betrag für den Verein. Es war mir ein Herzenswunsch und großes Anliegen, das Inklusionsprojekt zu unterstützen. Am Ende kamen stolze 680 Euro zusammen, die ich noch auf 1.000 Euro aufstockte. Ich hoffe damit ‚Anna + Sascha‘ behilflich gewesen zu sein.“

In jedem Fall ist das Geld bei dem Verein gut aufgehoben und bringt ihn seinem Ziel etwas näher, was sicher auch Sascha freuen dürfte. Kann er doch vielleicht schon bald seiner großen Leidenschaft, dem Kochen und Backen in der Küche nachgehen. Doch noch viel mehr gefreut haben dürfte er sich darüber, die Nahlingers wieder gesehen zu haben. Denn diese sind ihm ans Herz gewachsen, ebenso wie er ihnen.

Wer mehr über den Verein „Anna + Sascha“ erfahren möchte oder das Projekt unterstützen will, findet mehr hierzu unter www.annasascha.de im Internet.

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