Der EHV Aue und der gute Rat

Marvin Sommer warf gegen den EHV neun Tore, bezwingt hier Anadin Suljakovic. Foto: Philipp Ising

Bauchgefühl & Expertenrat beim EHV Aue

Von Sven Günther
Aue. Noch am Freitagmittag war er sich nicht sicher. Wer steht gegen den VfL Gummersbach von Anfang an zwischen den Posten? Pascal Bochmann, der 18-Jährige, der mit seinen Paraden gegen Krefeld den Sieg sicherte? Neuzugang Anadin Suljakovic, den von der HSG Wetzlar ausgeliehenen Erstliga-Torhüter? Oder Vilius Rasimas, den Keeper mit der größten Erfahrung?
Am Ende folgte er dem Ratschlag seines Experten! Torwarttrainer Radek Musil favorisierte Suljakovic – und das Spiel zeigte, dass die Entscheidung, den Bosnier spielen zu lassen, die richtige war.
Vor allem zu Beginn der Partie konnte der junge Torhüter, Suljakovic ist 21, einige Bälle zum Teil spektakulär halten. Die zwischenzeitige 8:10 Führung erzielte er nach einem Fehlversuch von Alexander Weck per Wurf ins aufgrund einer Unterzahl leere VfL-Tor.
8:10. Die 2700 Zuschauer in der Halle wurden zu dieser Zeit nervös, sahen sie doch, wie der Außenseiter aus dem Erzgebirge die Partie gegen den Aufstiegskandidaten mit der riesigen Tradition offen gestaltete. Immer wieder trafen Kammlodt oder Bornhorn, hinten stand die Abwehr oder parierte der Keeper. Vor allem eine vom EHV Aue selten gespielte offensive 5:1-Verteidigung verunsicherte die VfL-Spieler, die in der Halbzeit einen 13:14 Rückstand verarbeiten mussten, ausgleichen und umdrehen wollten.
Doch daraus wurde zunächst nicht, weil Suljakovic direkt nach Wiederanpfiff einen vom Siebenmeter-Strich geworfenen Ball hielt, im Gegenzug Benas Petreikis zum 13:15 traf. Murren in der Halle, nervöse Blicke auf der VfL-Bank. Vergeigen wir gegen den EHV den Aufstieg?
Bis zur 45. Minute musste man das aus Sicht der Gastgeber befürchten. Da hatte Bengt Bornhorn zum 23:23 getroffen. Doch dann zeigte sich, was ein größerer Kader ausmacht. EHV-Manager Rüdiger Jurke: “Wir mussten im Prinzip fast mit der selben Truppe durchspielen, während der VfL durchwechseln konnte. Am Ende hat uns einfach die Kraft gefehlt. Vor allem auf Halbrechts war zu spüren, dass Ladislav Brykner fehlte.” Adrian Kammlodt mit neun und Bengt Bornhorn mit acht Treffern waren die erfolgreichsten Werfer des EHV Aue, für Gummersbach trag Rechtsaußen Lukas Blohme zehnmal und Linksaußen Marvin Sommer, der von 2013 bis 2015 beim EHV spielte, neunmal.

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So werden die Trainer auf der Homepage des VfL Gummersbach zitiert.

Torge Greve (VfL Gummersbach):
“Das war ein sehr schwieriges Spiel heute und ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Ich habe schon im Vorfeld davor gewarnt, dass Aue auswärts immer gute Leistungen abruft und mit viel Druck in Situationen reingeht. Als Trainer kann man das den Spielern nur zeigen und mit auf den Weg geben. Wenn die Spieler das nicht so mitgehen – so wie heute in der ersten Halbzeit – dann muss man eben aufpassen, dass es dann nicht in die falsche Richtung läuft.
Durch die Umstellung auf die 5:1-Deckung haben wir den Angriff von Aue etwas aufbrechen können, aber das hätte auch anders ausgehen können. Alles in allem war es das erwähnte schwierige Heimspiel. Aber wir wissen mittlerweile auch, dass es in der zweiten Liga keine einfachen Spiele gibt. Die fünf Tore waren heute vielleicht tatsächlich etwas zu hoch, deswegen können wir uns da glücklich schätzen doch so deutlich gewonnen zu haben. Ich möchte heute gerne Lukas Blohme hervorheben, der seit Wochen konstant seine Leistung abruft und auch heute unser entscheidender Pluspunkt war.”

Stephan Swat (EHV Aue):
“Glückwunsch an Gummersbach zum Sieg. Aus unserer Sicht fällt er am Ende doch etwas zu hoch aus. Wir haben heute eine sehr engagierte und gute Leistung abgerufen und hinten heraus haben wir sehr bitter mit fünf Toren verloren. Uns fehlten heute die Alternativen, besonders auf Außen. Wir haben jetzt das dritte Auswärtsspiel gegen Topmannschaften verloren, obwohl wir immer nah an einem Punkt waren. Wir nehmen heute viel aus dem Spiel mit und werden es jetzt schnell aufarbeiten und abhaken, um uns dann auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren.”

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