Der EHV und das Déjà-vu-Erlebnis

Sveinbjörn „Bubi“ Petursson sorgte mit seinen Paraden gegen Dessau-Roßlau dafür, dass der EHV neun Spiel in Folge nicht verloren hat. Foto: Manja Gehlert/sport concepte Bad Schlema

Keine Erinnerungstäuschung

Von Sven Günther

Lößnitz. Blättert man im Duden, findet man nach Deixis (hinweisende Funktion von Wörtern – z. B. Pronomen wie „dieser, jener“, Adverbien wie „hier, heute“ – in einem Kontext) und Dejekt (Auswurf) den Begriff „Déjà-vu-Erlebnis“. Unter dem Stichwort Bedeutung liest man: „Erinnerungstäuschung, bei der der Eindruck entsteht, gegenwärtig Erlebtes in gleicher Weise schon einmal erlebt zu haben.“

Nach dem Zweitligaspiel der Handballer des EHV Aue beim Dessau-Roßlauer HV können die Spieler und Verantwortlichen des Gastgebers das Wort „Erinnerungstäuschung“ streichen. Sie erlebten erneut das, was sie schon in Aue erlebt hatten. Und sogar den Weihnachtsmann sahen sie ein zweites Mal…

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt, kennt man den Verlauf des ersten Derbys. Am Sonntag – wie auch schon bei der Partie im Februar – verlief die erste Hälfte ausgeglichen, konnten sich die Dessau-Roßlauer nach der Pause absetzen und sahen bald wie die sicheren Sieger aus. 20:16 führten die Männer von DRHV-Trainer Uwe Jungandreas in der 46. Minute und viele der 658 Zuschauer in der Halle glaubten an einen Heimsieg.
Doch wie im Hinspiel zeigte sich, das der Glauben in die Kirche und nichts aufs Parkett gehört. Auf www.liquimoly-hbl.de steht: „Beim zwischenzeitlichen 20:16 (46.) lagen die Gastgeber mit vier Toren in Führung. Doch die Gäste aus Aue schlugen zurück und waren beim 20:19 (51.) wieder im Spiel. Ein 4:0-Lauf (23:21 auf 23:25) des EHV sollte dann die Entscheidung bringen. Yannick Danneberg konnte zwar Sekunden vor Ende noch einmal verkürzen, die erneute Niederlage im Derby konnte Dessau aber nicht mehr verhindern.“

Eine nüchterne Einschätzung, die den Usern einen Namen vorenthält: Sveinbjörn „Bubi“ Petursson! Der Keeper des EHV glänzte in der Schlussphase des Spiels mit überragenden Paraden, hielt Bälle, die von Jan Zahradnicek, Jörn Persson oder Tim Bielzer aus unbedrängter Position in Richtung Auer Tor geworfen wurden. Auf der anderen Seite verwandelten Adrian Kammlodt, Maximilian Lux, Arnar Birkir Halfdansson und Nico Schneider sicher, versenkte Bengt Bornhorn in der 60. Minuten einen Siebenmeter zum 25:23.

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Uwe Jungandreas: „Wir haben in der Besetzung alles reingehauen, aber wie es so oft in dieser Saison uns nicht belohnt, da wir zu viele Würfe verwerfen und nicht konsequent genug hintenraus waren. Ein Spiel, das wir eigentlich im Griff hatten und leider zum wiederholten Mal in dieser Saison nicht gewinnen konnten. Ein Punkt, an dem wir in der nächsten Saison arbeiten müssen.“

Sätze, die er in ähnlicher Art auch nach dem Spiel in Aue verwenden musste, als sein Team in der Schlussphase einen Vorsprung hergab, 23:22 verlor.

Rüdiger Jurke spielte mitten im Juni den Weihnachtsmann. Foto: EHV

Diesmal – mitten im Juni – gab es noch ein sich wiederholendes Ereignis für Dessauer. Auch wenn sie es kaum glauben konnten: Sie sahen den Weihnachtsmann! EHV-Manager Rüdiger Jurke hatte sich das rot-weiße Gewandt übergestülpt, verteilte vor der Heimfahrt eifrig Geschenke an die Spieler. Den Hintergrund erklärte Jörg „Jockel“ Meinhardt, der auf www.sportdeutschland.tv das Spiel im Internet co-kommentiert hatte. „Beim EHV kommt nach dem letzten Auswärtsspiel im Dezember im Bus immer der Weihnachtsmann. Damals herrschte aber keine Feierstimmung, weil die Gedanken beim schwer erkrankten Trainer Stephan Swat waren. Deshalb wurde – wie versprochen – die Bescherung jetzt nachgeholt.“

Die Bescherung. Die gibt es für die Fans des EHV Aue am Samstag ab 18 Uhr im letzten Spiel der Saison gegen den Wilhelmshavener HV. Endlich dürfen wieder 796 Zuschauer in die Halle. Es wird ein Fest…

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