Der EHV und das köstliche Doping

Leistungssteigernde Mittel aus dem Hause Jurke: Gulasch mit Makkaroni.

Leistungssteigernde Mittel aus dem Hause Jurke

Von Sven Günther
Lößnitz. Es besteht kein Zweifel, nicht der leiseste Hauch der Skepsis, es ist einfach Fakt! Die Zweitliga-Handballer des EHV Aue nehmen vor dem schweren Ausswärtsspiel beim TuS Nettelstedt-Lübbecke am Mittwoch (16. Dezember) leistungssteigernde Mittel zu sich!
Sie sind dazu gezwungen, vom Spielplan verdonnert, haben aufgrund der Corona-Verschiebungen keine Wahl! Ohne kräfteunterstützende Fremdeinwirkung wäre das vierte Spiel binnen zwölf Tagen nicht zu überstehen. Schon gar nicht die vier weiteren Partien, die bis zum Jahresende auf dem Programm stehen: in Lübeck (20. Dezember), zu Hause gegen Fürstenfeldbruck (23. Dezember), in Emsdetten (26. Dezember) und drhahm gegen Hamm (29. Dezember). Ein Programm, das man vom englischen Fußball kennt, wo es Tradition ist, zu Weihnachten und zwischen den Jahren den Stollenschuh zu schnüren – ohne dass die Kicker wehklagen.
Sicher wird auch auf der Insel etwas in den Sportler-Magen gelangen, was für Ausdauer und Schnellkraft sorgt. Beim EHV ist es eine Köstlichkeit, die den Handballern Beine macht. Manager Rüdiger Jurke verrät: „Wir sind zu den Auswärtsspielen lange mit dem Bus unterwegs, können nicht in Gaststätten gehen, weil die ja alle zu sind. Also kochen meine Eltern für die Mannschaft. Gulasch und Makkaroni.“

Christa und Rudi Jurke kochen für die EHV-Handballer. Foto: Dr. Hans-Jochen Schwochow

Vier Uhr stehen Christa und Rudi auf, rühren in Töpfen und Pfannen, um die Portionen für Spieler und EHV-Interimstrainer Runar Sigtryggsson fertig zu bekommen.
Der kann gegen den Aufstiegsaspiranten personell aus dem Vollen schöpfen. Alle Spieler stehen zum Spiel bereit, werden versuchen, den Favoriten so lange wie möglich zu ärgern. Rüdiger Jurke: „Nettelstedt hat den doppelten Etat, will auch aufsteigen. Deshalb haben sie auch Benas Petreikis aus Aue geholt.“

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Emir Kurtagic, der TuS-Trainer, gab dem WochenENDspiegel vor der Begegnung ein Interview.

Wie ist der Verein durch die Krise gekommen?

Wir hatten zu Saisonbeginn einen großen Umbruch im Kader und natürlich funktioniert die Integration nicht von jetzt auf gleich. Durch die Corona-Zeit hatten wir daher Anfangs mehr Zeit. Durch die unregelmäßigen Spiele und Spielausfälle sind wir erst schleppend in die Saison gekommen, haben viel trainiert. Spiel- und Wettkampfpraxis ist allerdings durch Training nicht zu ersetzten. Mit den vielen Spielen im Dezember hoffe ich, dass wir als Mannschaft besser werden und noch enger zusammenrücken.

Gibt es aktuell Verletzte?
Florian Baumgärtner fällt bis auf Weiteres aus. Wann er genau zur Mannschaft zurückkehren wird, lässt sich noch nicht abschätzen.

Wie sind Sie mit der bisherigen Saison, den Neuzugängen zufrieden?
Die Jungs zeigen alle im Training eine hohe Arbeitsmoral, sind mit großer Konzentration bei der Sache. Die Niederlage gegen Dresden hat schon wehgetan und war auch nicht so geplant – auch wenn es in der 2. HBL aufgrund der Ausgeglichenheit immer schwierig ist zu planen. Mit unserem Auftreten danach beim TSV Bayer Dormagen und der HSG Konstanz war ich zufrieden und ich hoffe, dass wir in den kommenden Wochen in allen Bereichen noch weiter zulegen werden. Natürlich wird es immer mal wieder Rückschläge wie gegen Hamburg und Großwallstadt geben. Wenn wir diese Rückschläge aber mit einem Spiel wie das gegen Lübeck-Schwartau beantworten, bin ich zufrieden.

Wie schätzen Sie den EHV Aue ein?
Der EHV Aue hat eine sehr körperbetonte Truppe, die über den Kampf ins Spiel kommt. Sie spielen das System jetzt seit ein paar Jahren. Auch wenn sich der Kader immer wieder etwas verändert hat, ist die kämpferische Grundmentalität immer gleich geblieben. Die letzten Ergebnisse sprechen auch für sich. Sie zeigen uns einmal mehr, dass wir immer hellwach gegen Aue sein müssen.“

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