Der EHV und das Wissen des Insiders

Benas Petreikis spielte 85 mal für den EHV, warf 330 Tore. Jetzt agiert er für den TuS Nettelstedt-Lübbecke. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Wiedersehen mit Benas

Von Sven Günther
Lößnitz. Ob sich die Trainer und Spieler eine neue Geheimsprache ausgemacht haben, einen neuen Code, mit dem sie ihre Kombinationen ansagen? Nutzt Mittelaufbau Sebastian Paraschiv (oder Goncalo Ribeiro, sollte er spielen) andere Kommandos, wenn er vorgibt, wer im nächsten Angriff wohin zu laufen hat?
Es wäre denkbar, denn in des Gegners Reihen steht einer, der genau weiß was kommt, wenn zum Beispiel „Moppel breit“ gerufen wird. Benas Petreikis ist ein exzellenter Insider des EHV-Programmes, sorgte selbst in 85 Spielen für die Erzgebirger für Struktur in der Offensive. Unvergessen sein Finale furioso beim Punktgewinn in Bad Schwartau. 330 Tore warf der Mittelaufbauspieler für das Swat-Team, wechselte dann nach Lübbecke. Der Grund: Er suchte einen Verein, der Ambitionen in Richtung 1. Bundesliga, mehr wirtschaftliche Möglichkeiten hat.
Schaut man im Moment auf die Tabelle, steht der EHV einen Punkt und drei Plätze besser da als der aktuelle Gegner. Eine Momentaufnahme, eine durch Corona-Spielausfälle wenig aussagekräftige Statistik. Aber nach dem Sieg gegen das Spitzenteam der SG BBM Bietigheim-Bissingen könnte man auch sagen: Da schau einer an…
Natürlich weiß auch TuS Trainer Emir Kurtagic um die Qualitäten des EHV. Auf der Homepage des Vereins liest man seine Einschätzung. Aue habe bisher beeindruckend gespielt und dies in allen Mannschaftsteilen. Für die Sachsen sprächen zudem „ihr hoher Einsatz und beste Moral“. Um dem kommenden Gegner ernsthaft Paroli bieten zu können, „müssen wir am Mittwochabend sehr präsent sein und uns auf ein großes Kampfspiel einstellen“.

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Weiter erfährt man: Eine „sehr bewegliche Abwehr“ erwarte den TuS am Mittwoch, so TuS-Coach Emir Kurtagic weiter. Die offensive Deckung in der 5:1-Spielart habe weitgehend auch zum Auer Sieg jüngst in Ferndorf geführt. Individuelle Stärken im Rückraum seien beim EHV Aue zu beobachten, „also auch ganz stark im 1 gegen 1“. Dazu kämen bewegliche Kreisläufer und Außen, die „ihre Chancen erstklassig verwerten können“. Und, so Emir Kurtagic: „Sie präsentieren sich als Einheit, lassen den Ball gut fliegen und geraten – auch in Bedrängnis – nie in Stress!“

EHV-Trainer Stephan Swat weiß, was auf ihn und die seinen zukommt: „Nettelstedt-Lübbecke ist eine der absoluten Top-Mannschaften in der Liga. Sie haben zahlreiche Neuzugänge, finanzkräftige Sponsoren und wollen wieder in die erste Bundesliga aufsteigen. Sie sind auf jeder Position doppelt gut besetzt.“
Aber wer Bietigheim-Bissingen schlägt… „versucht auch in Lübbecke etwas mitzunehmen“, sagt Swat und ergänzt: „Aber das ist ja logischerweise immer das Ziel, wenn man in ein Spiel geht. Sicher ist, dass uns die Gegner nicht unterschätzen werden, wir uns komprimiert und konzentriert auf die Partien vorbereiten müssen.“
Stichwort Vorbereitung. Die unmittelbare ist im Moment nicht leicht zu organisieren. Die Mannschaft fährt am Mittwoch früh los, hat ein von Rudi und Christa Jurke zubereitetes Essen an Bord, das an einer Raststätte eingenommen wird. Nach dem Spiel wird man einen Lieferdienst bemühen müssen.
Und wie geht man mit dem Insider Petreikis um? Stephan Swat: „Wir freuen uns immer, wenn wir gegen ehemalige Spieler von uns antreten. Mit Benas hatten wir erfolgreiche und gute Jahre in Aue. Auch wenn er unsere Spielansagen kennt, werden wir sie nicht ändern. Es gibt ja viele Varianten…“

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