Der EHV und der Auftritt eines Tausendsassas

Sebastian Paraschiv warf in Ferndorf sieben Tore, machte ein sehr gutes Spiel. Foto: Manja Gehlert/Sport-concepte Bad Schlema

Der 6. Neuzugang

Von Sven Günther
Lößnitz. Blättert man im Duden, findet man zwischen „tausendsackerment“ und „Tausendschön“ den Begriff „Tausendsassa“, dem die Bedeutung „vielseitig begabter Mensch, dem man Bewunderung zollt“ zugeschrieben wird.
Beim 26:23 Auswärtssieg des EHV Aue beim TuS Ferndorf füllte Sebastian Paraschiv diese Rolle perfekt aus. In vielen Berichten wurde er gelobt, weil er mit seinen sieben Toren wesentlichen Anteil daran hatte, das die Erzgebirger gewann und jetzt mit 4:0 Punkten den HSV Hamburg empfangen.

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Sieben Tore – und noch viel mehr! Paraschiv war überall. Er traf aus der Distanz, netzte nach schönem 1:1-Verhalten ein, war sogar vom Kreis erfolgreich und vollendete immer wieder schnelle Gegenangriffe, die er oft mittels raffinierten Ball-Diebstahls selbst initiiert hatte.

26:23 Sieg in Ferndorf. Bis dieses Ergebnis feststand, hatte EHV-Trainer Stephan Swart einiges zu tun.

Nachdem Ferndorf lange geführt hatte, reagierte er Swat nach gut 20 Minuten, stellte auf eine offensive 5:1-Deckung um, wechselte den gut haltenden Sveinbjörn Petursson gegen dann den noch besser haltenden Anadin Suljakovic (11 Paraden), brachte Gabriel de Santis für Arnar-Birkir Halfdansson, auch Adrian Kammloth für Nico Schneider, tauschte in der Abwehr Petr Slachta gegen den mit zweimal zwei Minunten vorbestraften Franz Schauer.

Und Swat ließ für Goncalo Ribeiro „Tausendsassa“ Paraschiv spielen, der dann beachtliche Akzente setzte.Swat: „Ferndorf hatte uns gut gelesen, konnte Aufbau und Kreisläuferspiel unterbinden, war im Angriff erfolgreich. Mit der Umstellung bekamen wir endlich mehr Zugriff, haben in der zweiten Halbzeit nur neun Gegentore zugelassen. Es ist schön, wenn die Alternativen greifen und Sebastian hat wirklich ein richtig gutes Spiel gemacht.Und für Sebastian, der eine schwere Zeit durchgemacht hat, freue ich mich ganz besonders.

Der 6. Neuzugang

Lob für einen, den man als 6. Neuzugang bezeichnen muss. In der letzten Saison konnte der Thai-Chi-Freund Paraschiv kaum glänzen. Neun Spiele, vier Tore liest man in der Ligastatistik, weil der Mittelaufbauspieler nach zwei Kreuzbandrissen vorsichtig an seine Leistungsgrenze herangeführt werden musste. Eine Vorsicht, die sich jetzt auszahlt. Spielt 1,80 m große Rechtshänder weiter so fexibel wie in Ferndorf, hat der EHV einen enorm variablen Spieler, der in allen Bereichen für Unruhe und Gefahr sorgen, eine Mannschaft mitreißen kann.

Eine Mannschaft, die breit aufgestellt ist, eine gut besetzte Bank hat und diverse Spielvarianten umsetzen kann. Das zeigte der Sieg in Ferndorf – und das muss auch die Grundlage sein, wenn man am Freitag den HSV Hamburg in der Erzgebirgshalle empfängt. Die Gäste haben nach ihrem klaren 32:23-Heimsieg gegen Konstanz das Ziel Auswärtspunkte-Raub ausgegeben. Stephan Swat: „Ihr größter Vorteil ist, dass sie eine eingespielte Truppe sind, keine wichtigen Spieler abgegeben haben. Nach Platz acht im letzten Jahr, wollen sie den nächsten Schritt machen. Fest steht aber auch: Wir haben Heimspiel und unser Ziel ist es, alle zu gewinnen!“

HSV-Trainer Torsten „Toto“ Jansen (Weltmeister 2007): „Aue ist ein sehr unangenehmer Gegner, der uns alles abverlangen wird. Sie sind super in die Saison gestartet und stehen jetzt mit 4:0 Punkten ganz weit oben in der Tabelle. Partien gegen den EHV waren immer ein harter Kampf und auch diesmal wird uns nichts geschenkt.“

Torsten „Toto“ Jansen. Foto: HSV

Und weiter: „Wir haben uns bei unseren letzten beiden Spielen in Aue immer sehr schwergetan und beide Male verloren. Einmal sehr deutlich und einmal nur knapp. Jetzt wollen wir unbedingt unseren ersten Sieg in der Erzgebirgshalle holen. Bei den letzten Spielen in Aue hat sich unsere junge Mannschaft vielleicht auch ein wenig von der hitzigen Atmosphäre in der Halle beeindrucken lassen. Darauf sind sie nun eingestellt und haben alle ein wenig mehr Erfahrung gesammelt. Denn ich bin mir sicher, dass auch diesmal, wo nur weniger Zuschauern dabei sein können, richtig Alarm in der Halle sein wird. Wenn wir uns auf unser Spiel und unsere Stärken konzentrieren und eine gute Abwehr stellen, dann können wir auch beim EHV etwas mitnehmen.“

Tausendsassa Sebastian Paraschiv und die Seinen werden etwas dagegen haben….

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