Der EHV Aue und der fabelhafte Weltmeister

Kevin Roch (hin im Hinspiel gegen die SG BBM) warf in Bietigheim zwei Tore. Foto: Manja Gehlert

Mimi Kraus zerlegt den EHV

Von Sven Günther
Bietigheim/Lößnitz. Wenn Rüdiger Jurke, der Manager des EHV Aue schwärmerisch wird, muss Außergewöhnliches passiert sein. Meist erlebt man den ehemaligen Kreisläufer die Spiele seiner Zweitligahandballer rational analysierend. Aber nach der Partei der Erzgebirger bei der SG Bietigheim-Bissingen-Metterzimmern hatte Jurke Worte vor allem für einen Weltmeister: Michael Kraus, den seit seinen überraschend-überragenden Auftritten beim Titelgewinn 2007 ganz Handballdeutschland nur „Mimi“ nennt.
Am Freitag beim 33:29-Sieg seiner Truppe war er es, der in der zweiten Hälfte dafür sorgte, dass die SG BBM einen 13:16 Halbzeitrückstand noch umbiegen konnte.
Rüdiger Jurke: „Das war überragend. Er macht selbst fünf Tore, glänzte durch Kreisanspiele. Einfach toll, wie er gezaubert hat. Er hat uns ganz schön auseinandergenommen.“ Dazu kam, dass die beiden jungen Schiedsrichter in der Phase zwischen der 45. und 50. Minute aus Sicht des EHV nicht die glücklichsten Pfiffe tätigten.
Der Auer Coach Stephan Swat sah noch einen weiteren Punkt als ursächliche für die Niederlage: „Wir hatten sechs Spieler nicht dabei, uns fehlten die Alternativen. Am Ende war ein bisschen der Substanzverlust sichtbar.“ Dass er am Ende ein 29:32 notieren musste, war folgerichtig. Aber es ist eine Niederlage, aus der die Mannschaft Kraft schöpfen sollte.
Vor allem in der ersten Hälfte überzeugten die Erzgebirger. Rasimas konnte sich mehrfach auszeichnen, die Abwehr um den Mittelblock Slachta/Roch war beweglich und robust und vorn gelang es Adrian Kammlodt und Bengt Bornhorn immer wieder in Abschluss-Situationen zu kommen. Beide warfen acht Tore, Vilius Rasimas parierte neun Bälle.

Anzeige

Rüdiger Jurke: „Wir haben ein tolles Spiel gemacht, hatte das Problem, dass wir mit dem letzten Aufgebot hier angetreten sind. Gerade ein Ladislav Brykner hätte uns als Alternative gutgetan. Aber es war fast klar, dass wir die Abwehrschlacht aus Hälfte ein nicht werden wiederholen können.“
Jetzt erwartet der EHV am Sonntag den Tabellenletzten aus Krefeld in der Erzgebirgshalle. Der hat 2:40 Punkte, minus 144 Tore und keinen Weltmeister. Die meisten Spiele gingen deutlich verloren. Auch wenn Manager und Trainer des EHV die Mannschaft vor dem Gegner warnen und davon sprechen werden, dass kein Team in der Liga zu unterschätzen sei: Gegen Krefeld muss ein Sieg in eigener Halle her, den sich ab 17 Uhr hoffentlich viele Zuschauer ansehen werden.

Facebook