Der EHV und der Fluch des Tempos

Maximilian Lux gegen Essen sechs Tore. Fotos: Manja Gehlert

Zu schnell, um klar zu sehen

Von Sven Günther
Lößnitz. Die neue besten 2. Handballbundesliga der Welt begann mit einer kleinen Gemeinheit für die Spieler des EHV Aue. Eine Nickligkeit der Gäste vom Turn- und Sportverein Essen Margarethenhöhe, den Fan seit den Zeiten eines Jochen Fraaz nur als TUSEM kennen und kaum einer weiß, was es mit dem abschließenden M zu tun hat. (Die Erklärung gibt es hier) Der Erstligasteiger hatte die Seitenwahl gewonnen, nutze tatsächlich das Recht zum Tausch, was jeder Heimmannschaft aus irrationalen Gründen unangenehm ist.

Die Spieler des EHV ließen sich nichts anmerken, zeigten in der ersten Halbzeit, dass sie in der Lage sind, auch gegen Spitzenmannschaften der Liga zu bestehen, führten 5:3 in der neunten, 8:4 in der 14. Minute.

Erik Töpfer (später auch Sveinbjörn Petursson) konnte einige Bälle halten, die Abwehr stand sicher, vorn trafen Maximilian Lux, Adrian Kammlodt oder Bengt Bornhorn.
Es schien, als können man sich absetzten. Aber Lattentreffer, Paraden und technische Fehler verhalfen dem TUSEM wieder ins Spiel. 8:8 in der 19. Minute.

Mit einem Tor Vorsprung ging es in die Pause, in deren Anschluss das Spiel ausgeglichen blieb. Bis zur 38. Minute. Da zeigten sich Fluch und Segen der Rasanz des Handballspiels. Bengt Bornhorn traf nach schönem Anspiel von Adrian Kammlodt zum 18:17 für Aue. Schnelle Mitte, schneller Antritt des Essener Mittelaufbauspielers Eloy Maldonado Morante, der blitzschnell durch die Auer Abwehr schoss. Fast zu schnell für die Kameras von www.sportdeutschland.tv, wohl auch zu schnell für die guten Schiedsrichter Konrad Gimmler und Jannik Rips. Sie erkannten einen unfairen Schlag von EHV-Kapitän Kevin Roch, zückten die Rote Karte.

 

Die entscheidende Szene: Rot für Kevin Roch.

Im Nachgang herrschte auf beiden Seiten Einigkeit, dass dies die entscheidende Szene war. Essen nutzte zunächst die Überzahl, ging in Führung und konnte sich dann auf einen sehr guten Torhüter Sebastian Bliß (40 Prozent gehaltene Bälle) verlassen. EHV-Manager Rüdiger Jurke: „Wir haben wirklich ein gutes Spiel gemacht. Will man gegen Spitzenmannschaften wie Essen gewinnen, muss wirklich alles klappen.“

Schon am Samstag (19 Uhr) muss der EHV Aue in Lübeck-Schwartau bei einem weiteren Top-Team antreten. Die Norddeutschen stehen am Dienstag (14. September) in Gummersbach erstmals in dieser Saison auf der Platte. Trainer Piotr Przybecki gab dem WochenENDspiegel dieses Interview

Der VfL startet erst am Dienstag in die Saison, muss am Samstag schon wieder gegen Aue ran. Ist das ein Nachteil?

Ich glaube nicht, dass es ein Nachteil für uns ist. Natürlich ist die Regenerationszeit nach dem ersten Spiel in Gummersbach etwas geringer, nach der langen Vorbereitung sprühen wir jetzt aber vor Tatendrang und freuen uns einfach, dass es losgeht.

Welches Ziel haben Sie in dieser Saison?

Die Liga ist in diesem Jahr noch stärker als in der vergangenen Saison, dennoch wollen wir eine erfolgreiche Saison spielen und am Ende möglichst einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.

Wie schätzen Sie den EHV Aue ein, was sind die Schlüssel zum Sieg?

Der EHV Aue hat eine richtig gute Saison hinter sich und wird auch in diesem Jahr ein schwer zu schlagender Gegner sein. Wir wollen aus einer stabilen Abwehr heraus mit viel Tempo nach vorne spielen. Dieses Tempospiel, unsere Abwehr und ein guter Torhüter werden die Schlüssel zum Erfolg sein.

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