Der EHV und der Riese namens David

Am Samstag (3. Oktober) startet der EHV Aue 17 Uhr in die neue Zweitligasaison, empfängt den alten Rivalen aus Rimpar. Die kommen mit neuem Personal in die Erzgebirgshalle, darunter ein Kreisläufer der internationalen Klasse: David Kovacic. Foto: DJK Rimpar

EHV: Endlich geht es los!

Von Sven Günther
Lößnitz. Er ist DIE Neuverpflichtung des DJK (Deutsche Jugendkraft) Rimpar Wölfe. Trainer Ceven Klett holte, nach dem Abgang von Patrick Gempp zur HSG Wetzlar in die erste Liga, Ersatz aus Slowenien: David Kovacic (25) wird am Kreis wirbeln, ein bewegliches Schwergewicht (1,90 m groß, 110 kg schwer), dem Experten internationale Klasse zusprechen. Ein Handball-Riese! Mit seinem Verein RD Riko Ribnica spielte er im EHF-Cup, hatte auch Angebote aus der 1. Bundesliga, entschied sich aber für Rimpar (bei Würzburg).
Dort bedauert man den Abschied einer Legende. Max „The Wall“ Brustmann (213 Paraden, Nummer 2 der Liga) hat seine Karriere beendet.

Am Samstag 17 Uhr ist Rimpar der erste Gegner des EHV Aue in der neuen Zweitligasaison. Ein alter Rivale, dem die Erzgebirger in der Bundesliga schon 13-mal (sechs Siege) begegneten. Zuletzt verlor der EHV in Bayern mit 20:22.

 

DJK-Trainer Ceven Klatt beantwortete dem WochenENDspiegel einige Fragen:

Mit David Kovacic steht ein Kreisläufer internationaler Klasse in Ihren Reihen. Ist er schon komplett integriert?
Erwartungsgemäß wird das noch etwas Zeit brauchen. Menschlich ging das alles sehr schnell, aber die Sprache und die vielen differenzierten Abläufe werden noch etwas Zeit brauchen.

Ändert sich die Spielweise der Mannschaft durch die Neuverpflichtung?
Grundsätzlich nicht. Wir wollen weiterhin aus bzw. über eine gute Abwehr ins Spiel kommen. Vorne müssen wir diszipliniert und auf den Punkt spielen, um erfolgreich zu sein.

Wie schwer wiegt das Karriereende von Max „The Wall“ Brustmann?
Max war seit Jahren der Turm in der Schlacht in Rimpar. Wir werden ihn nicht eins zu eins ersetzen können. Ich habe aber großes Vertrauen in unser Torhüterduo (Marino Mallwitz, Andreas Wieser, d.Red) und sie werden das gemeinsam hinbekommen.

Wie schätzen Sie den EHV Aue in dieser Saison ein?
Aue hat sich, glaube ich, noch einmal verstärkt und scheint noch breiter aufgestellt zu sein. Gerade zu Hause können sie jede Mannschaft schlagen. Ich denke Aue wird sich frühzeitig im gesicherten Mittelfeld wiederfinden.

Wie Trainer EHV-Trainer Stephan Swat die Saison sieht, lesen Sie hier.

Corona. Auch in Rimpar gab es einschneidenden Maßnahmen. Der ehrenamtliche (!) Geschäftsführer Roland Sauer, der aktuell ein Forschungsprojekt im Bereich Robotik managt, jahrelang für Weltfirmen (Nestlé, Unilever, Bosch) international tätig war, sagt: „Es gab eine staatliche Soforthilfe in Höhe von 30.000 Euro. Außerem haben unsere Spieler ihre Dienste angeboten.“ Angeln mit dem Trainer, Tennis mit Julian Sauer usw. brachten nochmal 34.000 Euro ein. Sauer: „Dazu fahren wir ein duales Modell. Bei uns gehen alle Spieler arbeiten, weil wir sie auf die Zeit nach dem Handball vorbereiten wollen. Das hat die Situation auch entspannt. Wir gehen unseren eigenen Weg.“

Den geht auch der EHV Aue. Dessen Manager Rüdiger Jurke: „Das Team hat in der Vorbereitung engagiert mitgearbeitet. Ich denke, wir haben eine gute Mannschaft. Maximilian Lux wollte ich schon vor zwei Jahren holen, bei Arnar Birkir Hálfdánsson und Sveinbjörn Petursson vertrauen wir auf die Einschätzung unseres ehemaligen isländischen Trainers Rúnar Sigtryggsson, zu dem wir weiter guten Kontakt haben. Unser Torwart-Trio ist echt stark und ich meine, alle Positionen sind wirklich gut besetzt.“

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Dazu kommt, dass die Spieler in der Corona-Pause geschuftet haben. Jurke: „Alle kamen mit richtig guten Fitness-Werten zurück, hängen sich im Training rein. Die Spieler hatten auch an Aktionen außerhalb des Handballfeldes Spaß. Im Trainingslager in Warnemünde herrschte eine wunderbare Stimmung, die ihren melancholischen Höhepunkt fand, als unser neuer Portugiese Gonçalo Filipe Ribeiro Fado (portugisische Musikrichtung, d.Red) sang. Aber auch beim Arbeitseinsatz in der Erzgebirgshalle waren alle Spieler leidenschaftlich gern dabei.“

Arbeitseinsatz in der Erzgebirgshalle für die EHV-Handballer. Foto: EHV Aue

Ein Einsatz, der das Hygienekonzept möglich macht. Am 3. Oktober können 800 Zuschauer das Spiel des EHV Aue besuchen. An der Abendkasse gibt es keine Tickets. Ca. 200 Restkarten können ausschließlich online über den Ticketshop der Homepage des EHV Aue unter https://www.etix.com/ticket/v/16823?cobrand=ehv-aue erworben werden. Somit ist eine Anreise ohne Ticket zwecklos.

Wer den EHV trotzdem sehen will: Der Spiel wird auf www.sportdeutschland.tv live übertragen.

Endlich geht es los….

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