Der EHV und der Schrei der Erleichterung

EHV-Keeper Erik Töpfer überzeugte in den letzten Spielen mit spektakulären Paraden. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Paraden, Paraden, Paraden

Von Sven Günther
Lößnitz. Er ballt die Fäuste, spannt alle Muskeln an und schreit die Erleichterung heraus. Wir sehen ein Foto von Erik Töpfer, dem lange verletzten Torhüter des EHV Aue. Eine Aufnahme mit Symbolkraft: GESCHAFFT! Nach dem 34:26-Sieg gegen den VfL Lübeck-Schwartau in der 2. Handball-Bundesliga ist der Klassenerhalt praktisch sicher. Und das nach einer nervenaufreibenden, durch Corona strapaziösen Saison. Mit 30:30 Punkten stehen die Erzgebirger auf Platz sieben der Tabelle, spielen am Samstag bei Schlusslicht Fürstenfeldbruck.
Einer wird dann das letzte Mal auf der Bank des EHV sitzen: Trainer Runar Sigtryggsson. Nachdem er für den erkrankten Stephan Swat eingesprungen war, kehrt er nach Island zurück.
Manager Rüdiger Jurke: „Ich bin Runar unheimlich dankbar, dass er uns Ende November in einer schweren Situation geholfen und trotz schwieriger Umstände bereits sieben Spieltage vor Saisonende die 30 Punkte-Marke erreicht hat. Ein überragender Trainer!“
Ein Coach, dem auch Keeper Erik Töpfer viel zu verdanken hat. Er sagt: „Nachdem mich Kirsten Weber aus Borna in die A-Jugend nach Aue geholt hat, war Runar mein erster Trainer im Männerbereich. Ich bewundere ihn als Handballer und Mensch, habe von ihm viel für jetzt und später gelernt.“ Für später? Der Torwart: „Richtig. Ich möchte Trainer werden, habe schon jetzt unser Jugendteam betreut.“
In überragender Form konnten ihn seine Schützlinge in den letzten Spielen des EHV sehen. Schon die erste Aktion nach seiner Rückkehr war spektakulär, als er gegen den EHV einen Konter von Thies Bergemann entschärfen konnte. Was folgte war überdurchschnittlich, auch wenn er die unfassbare 5 von Anadin Suljakovic noch nicht erreicht hat!
Neun Paraden und eine Quote gegen Konstanz, 17 Paraden (47 Prozent) gegen Hüttenberg, 15 Paraden (38 Prozent) gegen Großwallstadt und zehn Paraden (47 Prozent) gegen Lübeck-Schwartau. Weltklasse-Zahlen, die auch einer überragenden Abwehrzentrale (Slachta, Lux, Roch) zu verdanken sind.

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So lesen sich die letzten EHV-Spiele auf der offiziellen Homepage der 2. Liqui-Moly Handball-Bundesliga:

EHV Aue vs. VfL Lübeck-Schwartau 34:26 (21:10)

Für den EHV Aue war es eine erste Halbzeit zum Zungeschnalzen: Nahezu alles wollte gelingen, nach 15 Minuten stand es bereits 11:5 für das Heimteam. Vorne fand das Team aus dem Erzgebirge ein ums andere mal den Weg zum überragenden Bengt Bornhorn am Kreis und hinten vernagelte Erik Töpfer das Gehäuse.

Töpfer kam bereits zur Pause auf zehn Paraden, Bornhorn erzielte seinerseits zehn Treffer (davon fünf Siebenmeter) und ein 21:10 leuchtete auf der Anzeigentafel.

In der zweiten Hälfte sahen die Handballfans aber ein völlig anderes Bild: der VfL Lübeck-Schwartau war viel besser in der Partie und holte Tor um Tor auf. Große Spannung kam aber nicht mehr auf und so gewann das Heimteam völlig verdient mit 34:26.

TV Großwallstadt VS. EHV Aue 24:33 (8:15)

Im Hinspiel gab es die Punkteteilung, jetzt hat sich der EHV Aue beide Punkte gesichert und damit das Punktekonto auf 28:30 gestellt. Es ist der fünfte Auswärtssieg und das dritte Spiel ungeschlagen in Folge für den EHV – damit wir aber auch die Serie des TV Großwallstadt gebrochen, der bisher in 2021 ungeschlagen in heimischer Halle blieb.

Von Beginn an dominierte Aue das Spiel, ging direkt mit 1:4 (8.) in Führung und zwang den TVG zu einer frühen Auszeit – doch die blieb ohne Erfolg. Aue blieb weiter in Führung, zur Pause bereits mit sieben Toren Vorsprung. Erst nach dem Seitenwechsel hat sich der Gastgeber wieder rangekämpft, beim 19:20 sah es so aus, als wenn es eine Wende im Spiel gibt. Doch Aue ließ diese nicht zu, sondern hat weiter an die Leistung aus dem Spiel gegen Hüttenberg angeknüpft und sich am Ende mit 24:33 durchgesetzt.

EHV Aue vs. TV 05/07 Hüttenberg 25:19 (11:9)

Die Partie zwischen dem EHV Aue und dem TV 05/07 Hüttenberg war definitv die, der Torhüter. Auf beiden Seiten erwischten die Keeper einen wahren Sahnetag und ließen die Schützen reihenweise verzweifeln. Beim Halbzeitstand von 11:9 für die Hausherren kam Erik Töpfer bereits auf zehn Paraden (52,6%), sein Gegenüber Nikolai Weber auf ebenfalls starke acht Paraden (42%).

Zu Beginn der zweiten Hälfte gelang es dann dem EHV Aue erstmals auf sechs Tore davon zu ziehen. Hüttenberg kämpfte sich zwar zwischenzeitlich immer wieder heran, konnte aber die Partie nicht mehr spannend gestalten. Letztlich gelingt dem EHV ein 25:19-Heimsieg und darf sich nach neun sieglosen Spielen endlich wieder über zwei Punkte in der 2. HBL freuen.

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