Der EHV und der Sportfreund Dutschke

Lichtblick Jannik Dutschke. Der 19-Jährige warf gegen Nettelstedt-Lübbecke fünf Tore. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Band Schlema

Das war B-Jugend!

Von Sven Günther

Lößnitz. Nein, Rüdiger Jurke, der Manager des EHV Aue ist nie die Ruhe in Person. Er leidet mit am Spielfeldrand, ist emotional erregt, mittendrin statt nur dabei. Am Sonntag, nach der derben Niederlage der Zweitligahandballer gegen den TUS Nettelstedt-Lübbecke war er richtig sauer. Dass der EHV gegen die wahrscheinlich am besten besetzte Mannschaft der 2. Liga verliert, ist keine Sensation. Die Art und Weise allerdings war bitter. Immer und immer wieder vertändelten die Erzgebirger im Angriff die Bälle, warfen sie zum Gegner, der eifrig Kontertore erzielte und am Ende mit 33:25 siegte.

Aue war mit zwei Toren von Maximilian Lux in Führung gegangen, lag aber schon in der 13. Minute mit 4:6 hinten.

Weil der EHV Lutz Heiny (6 Treffer) nicht in den Griff bekam
Weil man die schnelle Mitte inklusive zweiter Welle der Gäste nicht unterbinden konnte.
Weil die Anspiele zu den Kreisläufern Bengt Bornhorn oder Petr Slachta nicht funktionierten.
Weil aus dem EHV-Rückraum zu wenig Druck gemacht wurde.

Bis zur Halbzeit blieb der EHV Aue noch dran (12:14). Zwischen der 38. und 41. Minuten zogen die Gäste dann auf 17:22 davon, ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Interims-Trainer Runar Sigtryggsson versuchte verschiedene Angriff- und Abwehr-Varianten, tauschte den Torhüter, sprach in Auszeiten auf die Spieler ein. Es nützte alles nichts.

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Rüdiger Jurke: „Wir machen 15 technische Fehler. Da gibt es nichts schönzureden. Das ist B-Jugend! Abwehr und Torwartleistung waren soweit in Ordnung. Wenn man aber die Bälle ständig zum Gegner spielt, der dann leicht kontern kann, kann man ein Spiel nicht gewinnen. Wenn der Jüngste bei uns, Sportfreund Dutschke, der beste Spieler ist und fünf Tore macht, dann müssen sich die älteren Herrschaften schon hinterfragen, ob sie zurzeit wirklich alles reinhauen.“

Sportfreund Dutschke, Jannik. 19 Jahre jung. Erst seit ein paar Wochen trainiert er bei den Profis mit, spielt sonst für Nickelhütte Aue in der A-Jugend und kommt zum Zug, weil Kapitän Kevin Roch und Pascal Ebert verletzt sind. Jurke: „Jannik macht seine Sache sehr gut. Da sieht man, welch gute Arbeit im Nachwuchsbereich geleistet wird und man kann nur Danke sagen.“

Das gute Spiel von Jannik Dutschke war nicht die einzige positive Nachricht am Sonntag in der Erzgebirgshalle. Schon vor dem Spiel wurde es emotional, weil EHV-Trainer Stephan Swat das erste Mal nach seiner lebensbedrohlichen Corona-Erkrankung als Zuschauer in der Halle war, mit einem Plakat „Willkommen zurück“ von der Mannschaft empfangen wurde und er jeden Spieler einzeln abklatschte.

Unter denen, eine weitere gute Nachricht, war erstmals seit Monaten auch Keeper Erik Töpfer. Der an Schulter und Knie verletzte Torhüter saß auf der Bank, wird dem EHV sicher in dieser Saison noch beim Kampf um den Klassenerhalt helfen können. Vielleicht schon in den nächsten beiden schweren Auswärtsspielen. Die Auer müssen am Freitag 19.30 Uhr in Dormagen ran, spielen dann am Dienstag 18 Uhr in Hamburg gegen den HSV. Die Fans können auf www.sportdeutschland.tv mitfiebern.

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