Der EHV und die Antwort der Kritisierten

Er hat das Ding! Anadin Suljakovic hielt den letzten Wurf der Dessauer. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Das Beste zum Schluss

Von Sven Günther
„Das Beste kommt zum Anfang“… So begann der Artikel zur Vorschau auf das Derby des EHV Aue gegen den Dessau Roßlauer HC. Hintergrund: Adrian Kammlodt und Sveinbjörn Petursson hatten vor dem Zweitliga-Spannungs-Spiel ihre Verträge verlängert.
Der Artikel-Auftaktsatz – eine Spielerei mit dem Titel des Filmklassikers „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman. Ein Titel, den die EHV-Fans jetzt lächelnd über den Derbybericht schreiben können. Mit 23:22 siegte der EHV – dies schien bis wenige Minuten vor dem Ende ausgeschlossen…

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Der EHV fand gut ins Spiel, führte in der 14. Minute 5:2 und ließ in der ersten Viertelstunde nur vier Tore zu. Die Maßnahme, Kevin Lux neben Petr Slachta im Mittelblock spielten zu lassen, sodass Kevin Roch halblinks decken konnte, wirkte positiv, auch wenn die Auer damit einen Doppelwechsel Slachta/Bornhorn – Lux/Paraschiv in Kauf nahmen.

Allerdings führten – wie schon in Gummersbach – Fehlwürfe und technische Unzulänglichkeiten immer wieder zu Ballverlusten. Dazu hielt Philip Ambrosius im Dessauer Tor stark. 13 Würfe der Auer parierte er und war hauptverantwortlich dafür, dass die Trainer zur Halbzeit ein 10:10 notieren konnten.

Faire Geste. EHV-Manager Rüdiger Jurke tröstet den starken Dessauer Keeper Philip Ambrosius. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Nach der Pause folgte der EHV-Einbruch. Ball gegen den Pfosten, Ball gehalten, Ball verloren, Ball gehalten, Ball gehalten. Nur Bengt Bornhorn konnte den Gästekeeper einmal überwinden. Die Konsequenz: Dessau führte in der 38. Minute mit 11:15, später hieß es dann gar 13:18 (44. Minute).

Einige Zuschauer auf www.sportdeutschland.tv winkten bereits ab, waren kurz davor, die Laptops zuzuklappen, hatten die Hoffnung verloren. Sie hätten einiges verpasst.

Zunächst funktionierte EHV-Trainer Runar Sigtryggsson seinen Halbrechten Arnar Birkir Halfdarnason zum Mittelaufbau um, wollte so mehr Druck aus dem Rückraum erzeugen. In der 50. Minute reagierte der Coach in der Defensive, ließ die Mannschaft in einer 5:1-Formation verteidigen.

Maßnahmen, die Stück für Stück wirkten, die Gäste aus dem Konzept brachten, Fehler verursachten. Dazu kam ein gut haltender Anadin Suljakovic.

Die Antwort der Kritisierten

So kam es zu einer Endphase, die an Spannung nicht zu überbieten war. Nachdem der EHV durch Tore von Maximilian Lux und Petr Slachta auf 19:21 verkürzt hatte, netzte Gabriel De Santis zum 20:21 ein, besorgte – nach einem erneuten Treffen von Lux – das Tor zum 22:22, dem Halfdarnason das 23:22 folgen ließ.
De Santis und Halfdarnason! Genau die beiden, die in Gummersbach einen ganz schlechten Tag hatten, ballerten den EHV 19 Sekunden vor Ultimo in Führung.

Einer, der in Gummersbach nur für 34 Sekunden für den EHV zwischen den Pfosten stand, hielt den Sieg fest: Anadin Suljakovic!
Als noch 15 Sekunden zu spielen sind, setzt Emanuel Max aus neun Metern zum Hüftwurf an, feuert den Ball in Richtung rechtes unteres Toreck. Der EHV-Keeper taucht ab, streckt sein linkes Bein – und stoppt den Ball mit der Hand. Aus. Vorbei. Sieg. So ein Mist, fluchen die Dessau-Roßlauer. Jubel, Freudentänze, Wernesgrüner beim EHV.

Anadin Suljakovic hält den Hüftwurf von Emanuel Max. Foto: sportdeutschland.tv

Schon am Mittwoch geht es weiter. Der EHV muss 20 Uhr beim Wilhelmshavener HV bestehen.

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