Der EHV und die einsamen 3

Gonzalo Ribeiro spielte in der 2. Hälfte gut, konnte aber die Niederlage nicht verhindern. Foto: Robert Hesse/sport-concepte Bad Schlema

EHV Aue: Tissier, immer wieder Tissier

Von Sven Günther.
Lößnitz. Alternativen. Noch nach dem Auswärtssieg in Ferndorf lobte EHV-Trainer Stephan Swat, dass seine Mannschaft verschiedene Varianten erfolgreich und gegnerzermürbend umsetzte. Auch im Heimspiel gegen den HSV versuchte der Überungsleiter immer wieder, mittels diverser Umstellung das Geschehen auf dem blauen Linoleum so zu beeinflußen, dass es einen erfolgreichen Verlauf nehmen würde. Es nützte nichts: Was auch immer Swat tat, es funktionierte nicht.
Am augenscheinlichtsten wurde das bei den Wechseln im EHV-Tor. Zunächst begann Sveinbjörn „Bubi“ Petrusson, der anständig, wenn auch nicht überragend hielt. Gegen Ende der ersten Halbzeit durfte dann Anadin Suljakovic ran, der später durch Pascal Bochmann ersetzt wurde, um am Ende wieder Petrusson Platz zu machen. Es half alles nichts. Die Keeper konnten kaum einen Ball parieren, bekamen sie rechts und links, oben und unten oder mittenmang ins Netz gefeuert. Dabei standen die Drei oft einsam den Angreifern gegenüber, alleingelassen von der EHV-Deckung, die, egal in welcher Besetzung oder Formation, keinen Zugriff auf die HSV-Angreifer bekam. Das regte auch Manager Rüdiger Jurke auf: „Wenn man zuhause 35 Tore frisst, kann man ein Spiel nicht gewinnen. Ohne Abwehr wird es auch für die Torhüter schwer, die aber auch einen schlechten Tag hatten. Das war Frauenhandball. Wir spielen Männersport. Da muss man auch mal zugreifen.“

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Vor allem ein HSV-Spieler narrte die erzgebirgischen Verteidiger unablässig: Leif Tissier. Der Hamburger Mittelaufbauspieler schaffte es immer wieder mit schnellen Finten den Auer Mittelblock in Bewegung zu bringen. Ließ man den Angreifer abschließen, traf er (neun Tore), versuchte man ihn zu stellen, bugsierte er den Ball zum hinter ihm kreuzenden Jan Forstbauer, der zehnmal traf.
Nur in ersten Drittel des Spiels konnten die EHV-Angreifer die Abwehrschwäche kompensieren. Sebastian Paraschiv traf nach 15 Minuten zum 8:6, Bengt Bornhorn in der 23. zum 12:10. Technische Fehler und Paraden des HSV Torhüters Jonas Maier sorgten dafür, dass der HSV zur Pause 16:14 führte.
In den zweiten 30 Minuten war es vor allem Gonzalo Ribeiro, der im EHV-Angriff Akzente setzte, sechs Tore warf und auch immer wieder seine Mitspieler in Szene setzte. Doch der Portugiese allein war nicht genug, um die immer und immer wieder fallenden HSV-Tore auszugleichen respektive den Vorsprung zu verkürzen. In der 39. Minute war man auf ein Tor dran. Nico Schneider hatte zum 20:21 getroffen, in der 42. Minute war es Bornhorn, der zum 22:23 einnetzte. Dann aber ging nichts mehr. Der HSV zog Tor um Tor davon, siegte am Ende verdient mit 35:32 und Rüdiger Jurke blieb nur festzustellen: „Wir hätten einen großen Schritt machen können, wären einen Tag sogar Tabellenführer gewesen. Jetzt sind wir auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt und müssen uns auf das nächste Spiel konzetrieren.“
Das ist schon am Mittwoch, wenn der EHV Aue zum Derby nach Dresden reist.

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