Der EHV und die Sache mit den Rekorden

Am Samstag erwartet der EHV Aue in der 2. Handball-Bundesliga den Vorletzten aus Emsdetten 17 Uhr in der Erzgebirgshalle. Bei den Erzgebirgern steht wieder Erik Töpfer (hier gegen Lübeck) im Tor, der beim Auswärtsspiel in Fürstenfeldbruck einen Rekord aufstellte, der nur schwer zu brechen sein wird. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Töpfers historische (?) 250

Von Sven Günther

Lößnitz. Als Armin Hary 1960 im legendären Züricher Letzigrund als erster Mensch die 100 Meter in zehn Sekunden sprintete, konnte man sich nicht vorstellen, dass Usain Boldt 2009 die gleiche Strecke in 9,58 Sekunden schaffen würde.

Bob Beamons 8,90-Meter-Satz bei den olympischen Spielen 1968 in Mexiko galt als unüberspringbar. Doch Mike Powell flog 1991 in Tokio fünf Zentimeter weiter.

So ist es mit den Rekordhaltern – immer kommt irgendwann einer daher, der besser ist. Zuletzt war es Gerd – der Bomber der Nation – Müller, der erleben musste, wie Robert Lewandowski seinen 40-Tore-Rekord aus der Fußball-Bundesliga Saison 1971/72 mit 41 wegballerte.

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Zeiten, Weiten, Zahlen. Was aber, wenn man den BESTEN Spieler einer Saison ermitteln will? Wie kann ich die Leistung von Torhütern und Angreifern vergleichen? Unmöglich! Ist eine Parade soviel Wert wie ein Tor? Experten (u.a. Alfred Gislason, Domenik Klein, Johannes Bitter, Martin Strobel) der Liqui-Moly-Handball-Bundesliga haben des Problems Lösung gefunden!

Gestatten, hier kommt der HPI – Handball Performance Index.
Zur Saison 2020/2021 eingeführt, ermöglicht er, die Leistung aller Spieler auf allen Positionen zu vergleichen. Dabei geht man von einem Ausgangswert von 100 aus. Für „positive“ Aktionen (Tore, Assists, Paraden, etc.) erhält der Spieler weitere Pluspunkte, für „negative“ Aktionen (Ballverluste, Fehlwürfe, Gegentore, etc.) Minuspunkte.

Der HPI lässt uns – wieder einmal – über Erik Töpfer schreiben. Beim Auswärtsspiel in Fürstenfeldbruck konnte er 23 geworfene Bälle parieren, lieferte zwei Torvorlagen und traf einmal selbst. Weltklasse raunen die Fans! HPI 250 schreiben die Experten! Ein Wert, mit Dauer-Rekord-Potenzial. Kein Spieler der 1. und 2. Handball-Bundesliga erreichte bislang diese Marke. In Liga 1 führt Keeper Benjamin Buric (Flensburg) mit 221, bei den Feldspielern liegt Jim Gottfridsson (Flensburg) mit 207 vorn.

Selbst die Sahne-Spiele der Auer Keeper Anadin Suljakovic gegen Rimpar (nur fünf Gegentore in einer Halbzeit) und Sveinbjörn Petursson gegen Dresden (sieben Tore in 30 Minuten) brachten nur einen HPI von 189 (Anadin) respektive 155. Töpfer schaffte es gegen Hüttenberg auf einen HPI von 210. Platz vier in der Torhüterbilanz.

Jetzt wird er am Samstag ab 17 Uhr gegen Emsdetten zeigen wollen, dass er diese Leistung konstant bringen kann. Die Gäste reisen mit einem neuen Trainer an. Sascha Bertow übernimmt die Mannschaft, die auf dem vorletzten Platz steht, von Peter Portengen.

Beim EHV werden drei vertraute Gesichter in dieser Saison nicht mehr zu sehen sein.
Interimstrainer Runar Sigtryggsson hat seine „Mission Klassenerhalt“ erfüllt, kehrte nach Island zurück.
Gabriel De Santis verabschiedete sich bereits vor dem Spiel am Sonnabend von der Mannschaft. Nach seinem Kreuzbandriss wird er in der nächsten Woche in Kopenhagen operiert, spielt ab der kommenden Saison für den italienischen Verein Junior Fasano Pallamano.
Anadin Suljakovic kehrte einen Monat früher nach Wetzlar zurück. Aufgrund seines Doppelspielrechtes – er hat bei den Hessen auch einen Zweijahresvertrag – soll er in den letzten Spielen Erfahrungen in der 1. Bundesliga sammeln.

Wie man einen historischen (?) HPI von 250 schafft, hat er live in der Halle von Fürstenfeldbruck miterlebt!

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