Der EHV und die verführerischen Zahlen

Erik Töpfer (o.l.) und Adrian Kammlodt (o.r.) verlassen den EHV Aue, Petr Slachta (u.l.) und Sebastian Paraschiv haben verlängert. Foto: Manja Gehlert

Hoffnungsschimmer und Rückschläge

Von Sven Günther
Lößnitz. Sie haben sich die Zahlen genau angesehen. 186 Tore in 36 Spielen (fünf pro Partie), dazu 88 Assists, sechs Bälle erobert, vier Würfe selbst geblockt. So liest sich die Statistik von Adrian Kammlodt, dem EHV-Halblinken, aus der letzten Saison. In dieser Spielzeit kamen bislang 52 Treffer in zwölf Spielen dazu.

Die Fakten von Keeper Erik Töpfer: 91 Paraden in nur zwölf Spielen (lange Verletzungspause). Dazu vielleicht eine Rekord für die Ewigkeit, als er beim Auswärtsspiel gegen Fürstenfeldbruck einen HPI von 250 erreichte.

Zahlen, die Begehrlichkeiten wecken. Begehrlichkeiten bei Vereinen mit großen Namen und langer Tradition wie dem TV Großwallstadt.

Hört man diesen Namen, denkt man an den EM-Titel-Torwart-Titan Andreas Wolf („Was halten Sie von den Spaniern? Alles!“), an den Weltmeister-Keeper Manfred Hoffmann, der 1978 unter Vlado Stenzel den Titel holte, im Finale von den UdSSR-Spielern alles hielt, inklusive dreier Siebenmeter.
Für den TV Großwallstadt spielte der schnellbeinige Welthandballer Jackson Richardson, der schnauzbärtige Kurt Klühspies, die Gebrüder Uli und Michael Roth, der überragende Ungar Péter Kovács und nicht zu vergessen Martin Schwalb.

In der kommenden Saison wird Adrian Kammlodt das traditionsreiche Trikot des Vereins tragen, der aktuell nur auf Rang 17 der Zweitligatabelle steht. Vor drei Jahren war der Freiberger Kammlodt von Dresden nach Aue gekommen. EHV-Manager Rüdiger Jurke: „Wir finden es schade, dass Adrian uns verlässt. Aber so ist der Handballsport, und ich weiß, dass er alles geben wird um unser Ziel, den Klassenerhalt zu erreichen. Wir wünschen Adrian für die Zukunft alles Gute in seinem neuen Verein!“

Auch Erik Töpfer wird den EHV Aue verlassen, sucht eine neue Herausforderung. Manager Rüdiger Jurke: „Ich verstehe, dass er mit seinen 26 Jahren nochmal etwas Neues machen will. Ich hoffe, dass er einen Verein findet, der ihm eine gute Perspektive bietet. Bei uns muss dann eben Nationaltorhüter Pascal Bochmann ran, kann seine Chance nutzen.“

Kurz vor dem Saisonstart am 5. Februar 17 Uhr in Lößnitz gegen Hüttenberg gab es noch eine schlechte Nachricht: Vergangene Woche verletzte sich Nico Schneider schwer. Im Vorbereitungsspiel gegen Dukla Prag zog er sich einen Meniskus-, einen Kreuzband- und Seitenbandriss zu und wird somit für mehrere Monate ausfallen.

Rüdiger Jurke: „Leider ist das eingetreten, was wir alle nicht gehofft hatten. Für Nico tut es mir unendlich leid. Er hat schon einige Verletzungen verkraften müssen. Aber Nico ist ein Kämpfer und wird zurückkommen!“

Weitermachen, zurückkommen, kämpfen. Das ist auch der Plan beim EHV Aue. Und dafür wurde wichtige Zeichen gesetzt! Eigengewächs Sebastian Paraschiv (46 Tore) hat seinen Vertrag beim EHV Aue bis 2025 verlängert. EHV-Manager Rüdiger Jurke: „Sebi hat sich in den letzten beiden Jahren zu einem Führungsspieler entwickelt und ist enorm wichtig für unsere Planung. Daher sind wir froh, dass er langfristig beim EHV unterschrieben hat.“

Dazu bleibt Abwehrrecke und Kreisläufer Petr Slachta dem Verein erhalten, verlängerte seinen Vertrag um zwei Jahre. „Wir sind sehr froh, dass Petr bei uns bleibt. Er ist für unsere Verteidigung extrem wichtig und hat in der Vorbereitung gezeigt, dass er auch im Angriff eine gute Rolle spielen kann.“

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