Der EHV Aue und ein Albtraum namens Kulhanek

Jan Kulhanek. Tscheche. Coburg-Keeper. EHV-Albtraum. Foto: Ingo Wendler

EHV Aue: Kulhanek, immer wieder Kulhanek

Von Sven Günther
Coburg/Lößnitz. Ob sie nachts hochgeschreckt sind? Augen aufreißend? Vom Angstschweiß nass? Von einem Albtraum namens Kulhanek geplagt? Die Fragen bleiben unbeantwortet. Der Fakt aber, dass der tschechische Reflex-Handballtorhüter im Kasten des Zweitliga-Tabellenführers HSC Coburg die Partie entschied, wird vom Liveticker auf www.liquimoly-hbl.de manifestiert. Folgendes liest man dort.

04:20 Parade des Torwarts von HSC 2000 Coburg, Jan Kulhanek.
05:28 Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg) mit einer Parade.
06:45 Der Torwart von HSC 2000 Coburg, Jan Kulhanek hält den Wurf von Benas Petreikis.
10:11 Der Torwart von HSC 2000 Coburg, Jan Kulhanek pariert den Wurf.
10:49 Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg) mit einer Parade beim 7-Meter.
11:42 Überragende Parade des Torwarts Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg)! Adrian Kammlodt kann den Ball nicht im Tor unterbringen!
12:47 Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg) hält den Wurf von Adrian Kammlodt.
13:43 Parade von Torwart Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg).
14:08 Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg) mit einer Parade.
21:30 Parade von Torwart Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg).
29:59 Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg) mit einer Parade.
30:42 Der Torwart von HSC 2000 Coburg, Jan Kulhanek pariert den Wurf.
35:38 Überragende Parade des Torwarts Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg)! Felix Roth kann den Ball nicht im Tor unterbringen!
40:42 Parade des Torwarts von HSC 2000 Coburg, Jan Kulhanek.
42:08 Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg) hält den Wurf von Gabriel De Santis.
49:22 Der Torwart von HSC 2000 Coburg, Jan Kulhanek pariert den Wurf.
50:10 Parade von Torwart Jan Kulhanek (HSC 2000 Coburg).

17 Paraden, eine Quote von fast 44 Prozent und ein EHV-Manager Rüdiger Jurke, der in der Halbzeit bei einer 16:10 Führung der Gastgeber kopfschüttelnd einräumen musste: „Es hört sich vielleicht bei sechs Toren Rückstand eigenartig an, aber wir spielen hier richtig gut, arbeiten auch solide in der Abwehr. Aber da steht ein Herr Kulhanek im Tor.“

Schon vor dem Hinspiel in dieser Saison war der 1,88 Meter große und 107 Kilo schwere Tscheche die Spiele entscheidende Figur der Duelle EHV vs. HSC, hatte 24 Angriffe der Auer entschärft. Beim 33:25 Heimsieg der Auer im September spielte er dann aber keinerlei Rolle. Offenbar reizte ihn das zu einer jetzt wieder überragenden Verfassung.

Nachdem die Coburger fast sieben Minuten benötigt hatten, um das erste Tor zu machen, Aue 2:0 führte, begann die Gala des 38-Jährigen im HSC Tor.

Jurke in der Pause: „Er hält einen freien Ball nach dem nächsten. Dieser Kulhanek. Der ist fast 40. Ein Tscheche und ein toller Torwart, der uns hier zur Sau macht.“

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Durch die Paraden kamen die Gäste immer wieder zu leichten Gegenstoßtoren und die Erzgebirger gerieten immer mehr in Rückstand. Auf der Tribüne und vor den Bildschirmen (www.sportdeutschland.tv übertrug wie immer live) tuschelten die mitgereisten und die interessierten EHV-Fans: Das kann heute eine Klatsche geben…

Von wegen Klatsche! Dass in der Mannschaft Moral und Können stecken, zeigte sich in der 2. Halbzeit. Nur acht Tore ließen die Auer sich vom Tabellenführer noch einschenken, weil Pascal Bochmann im Tor gute Paraden zeigte, die Abwehr um den Mittelblock Kevin Roch/Petr Slachta aggressiv spielte, die EHV-Angreifer beim Abschluss konzentrierter waren und die mitgereisten Anhänger ihr Team motivierten.

19:14, 19:15, 19:16 – immer näher kamen der EHV dem Liga-Primus. Schließlich kulminierte die Partie in zwei Szenen. Erst entschieden die Schiedsrichter nach einem Konterwurf an die Latte von Kevin Roch auf Einwurf (Kulhanek soll seine Finger am Ball gehabt haben. Kulhanek, wieder dieser Kulhanek), was Coburg-Coach Jan Gorr so aufregte, dass er eine Zwei-Minuten-Straße erhielt und der EHV in Überzahl zum 20:19 verkürzte.

Im Gegenzug schickten die Unparteiischen Benas Petreikis nach einem Foul vom Feld. EHV-Trainer Stephan Swat: „Wir müssen 4:0 führen, ehe Coburg den ersten Treffer macht. Dann sieht es schon anders aus. Die Zeitstrafe beim 20:19 gegen uns hat das Spiel entschieden, das muss ich mir noch einmal anschauen.“

Wird er gemacht und gesehen haben, dass der Auer Petreikis den Coburger Felix Sproß ungefährliche zehn Meter vom Tor entfernt mit einem Schlag trifft, die Zeitstrafe vertretbar war.

Vorbei war es trotzdem noch nicht. 21:19 – Kammlodt wirft über das Tor, 22:19 – Stürmerfoul Julius Schröder, HSC-Kreisläufer Stepan Zeman vergibt frei vom Kreis. Vorn trifft Bornhorn vom Punkt. 22:20. Gegenzug 7 Meter – Billek wirft mit seinem elften Tor das 23:20 nach 57.35 Minuten.

Weiter, immer weiter…

Petreikis legt fein auf Bornhorn ab – 23:21. Dann bekommen die Coburger einen Freiwurf, den man hätte nicht geben müssen, doch Bochmann hält den von Knauer vom Kreis geworfenen Ball und Roch, der von Linksaußen zur Mitte eingelaufen war, bekommt im Angriff den Ball, verwandelt zum 23:22. Erst mit dem Schlusspfiff wirft Pontus Zettermann zum 24:22 Endstand ein.

Und hinten stößt Jan Kulhanek eruptiv die Fäuste gen Himmel. Der Auer Albtraum Kulhanek

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