Der EHV und ein kleiner Pavarotti

EHV-Interimstrainer Rúnar Sigtryggsson. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Äußerlichkeiten und große Namen

Von Sven Günther.
Lößnitz. Beschäftigt man sich mit der Handball-Historie Deutschlands, landet man schnell beim TV Großwallstadt. Sechsfacher Deutscher Meister, vierfacher Pokalsieger, zweifacher Europapokalsieger der Landesmeister. Der Klub, der heute (11. Dezember) 19 Uhr gegen den EHV Aue in der Erzgebirgshalle antritt, ist Heimat vieler, vieler, vieler Legenden. Natürlich denkt man an den EM-Titel-Torwart-Titan Andreas Wolf („Was halten Sie von den Spaniern? Alles!“), an den Weltmeister-Keeper Manfred Hoffmann, der 1978 unter Vlado Stenzel den Titel holte, im Finale von den UdSSR-Spielern alles hielt, inklusive dreier Siebenmeter.
Für den TV Großwallstadt spielte der schnellbeinige Welthandballer Jackson Richardson, der schnauzbärtige Kurt Klühspies, die Gebrüder Uli und Michael Roth, der überragende Ungar Péter Kovács und nicht zu vergessen Martin Schwalb.
Nach glanzvollen Jahren ging es in die Niederungen des Handball, aus denen der TVG nach dem Aufstieg in diesem Jahr wieder empor steigen will. EHV Manager Rüdiger Jurke: „Großwallstadt ist natürlich kein normaler Aufsteiger, hat den Kader sehr gut verstärkt.“
Der Grieche Savas Savas, vor zwei Jahren Zweitligatorschützenkönig, spielt im linken Rückraum, der Slowene Marko Matijasevic führt Regie und im Tor ist Jan Steffen Redwitz eine Bank. Jurke: „Dazu kommt Kreisläufer Snir Natsia. Ein Israeli.“ Der EHV-Manager lässt lächelnd eine Äußerlichkeit folgen: „Der wiegt genauso viel wie ich – ist allerdings ein Stückchen größer…“ Stimmt. Natsias 115 Kilo sind auf 2,01 Meter verteilt. Eine zweite Äußerlichkeit zauberte den EHV-Fans und Spieler ein Lächeln ins Gesicht. Es ist die Antwort von Interimstrainer Rúnar Sigtryggsson auf die Frage 4 in einem Interview, das er dem EHV-Facebookteam gab.

Hier lesen Sie es:

1. Schön, dass Du da bist! Wie kam es dazu?
Moppel hat mich angerufen und mir die Situation erklärt. Für mich war sofort klar, dass ich helfe.

2. Das erste Spiel ist vorbei. Glückwunsch! Wie siehst Du die Mannschaft?
Der Zusammenhalt ist super in dieser schweren Zeit. Die Jungs halten zusammen und lassen sich durch nichts umhauen.

3. Was möchtest Du verändern? Was soll gleichbleiben?
Natürlich werde ich vieles beibehalten. Und es ist ja auch noch vieles wie vor vier Jahren.

4. Was hat sich nach Deinen ersten Tagen in Aue beim EHV im Vergleich zu 2016 verändert?
Moppel hat einen Bart und sieht aus wie Pavarotti.
Leider hat sich an der Halle nichts verändert. Es wäre Zeit für eine „Erzgebirgsarena“.

5. Bei uns gibt es ja derzeit den zweiten Lock-Down. Wie ist das in Island?
Bis gestern war auch in Island Spielverbot. Zwei Monate ging dort nichts mehr. Es war alles zu – Kino, Bäder, Gymnasien (Grundschulen waren noch geöffnet). In den Geschäften war die Personenzahl auf zehn beschränkt. Und das, obwohl die Werte viel niedriger waren als hier.

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6. Was macht Deine Familie, Deine beiden Söhne und Deine Tochter?
Meine Frau arbeitet als Lehrerin. Dadi studiert und spielt in der 1. Liga Handball. Sidi macht dieses Jahr das Gymnasium fertig und spielt auch 1. Liga. Allerdings bei einem anderen Club und auch schon als Profi. Meine Tochter ist in der 9. Klasse.

7. Wie geht es Deinem Bruder Arni und Bjarki Mar Gunnarsson?
Arni geht es gut. Er und seine Frau haben ihr drittes Kind bekommen – einen Jungen. Er arbeitet als Ingenieur und hat mit dem Handball spielen aufgehört. Bjarki arbeitet als Bauingenieur, ist Vater eines zweiten Kindes geworden und spielt auch keinen Handball mehr.

8. Was willst Du mit der Mannschaft erreichen?
Dass Stephan die Mannschaft sorgenfrei wieder übernehmen kann.

9. Wie ist Deine Zusammenarbeit mit Kirsten Weber?
Die Zusammenarbeit mit ihm ist gut. Er kennt die Mannschaft und wir werden gut harmonieren.

10. Wie geht das Spiel heute aus – was denkst Du?
Es wird wieder ein Kampfspiel.

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