Der EHV und ein Kuchen für Oma

Maximilian Lux warf gegen Bietigheim-Bissingen neun Tore. Foto: Robert Hesse/sport-concepte Bad Schlema

Lux, immer wieder Lux

Von Sven Günther
Lößnitz. Es war ein Spiel, das in die Geschichte des EHV Aue eingehen wird. Einmal, weil es der erste Sieg nach sieben Jahren gegen die Mannschaft der SG BBM Bietigheim-Bissingen war. Zweitens musste die Mannschaft erstmals ein Geisterspiel bewältigen, das das Team von Trainer Stephan Swat mit 28:27 gewann.
Nur im Internet konnten die Fans das Spiel auf www.sportdeutschland.tv. verfolgen, bemerkten, dass trotz fehlender Zuschauer Stimmung in der Halle war. Vor allem, weil drei Leute und zwei verletzte Spieler den EHV trommelnd halfen und von der Bank lautstarke Unterstützung für die Spielenden kam.

Besonders oft konnte sich Maximilian Lux über Beifall freuen. Neun Treffer erzielte der Rechtsaußen der Auer, der das Spiel mit einem Missgeschick begann. Nach fünf Minuten nahm er sich den Ball zum Siebenmeter, musste ran, weil der etatmäßig Strafwurf-Schütze Bengt Bornhorn coronageschwächt fehlte. Doch der Wurf von Lux krachte an die Latte. In der Folge konnte die SG BBM auf 0:3 erhöhen und erst in der 7. Minute erzielte Adrian Kammlodt den ersten Auer Treffer, die auf den Mittelaufbau-Spieler Goncalo Ribeiro (Muskelfaserriss) verzichten mussten.
Schon in dieser Phase war klar, dass es ein umkämpftes Spiel werden würde. Der Auer Defensive gelang es immer wieder, die Angreifer der Gäste bei den Würfen entscheidend zu bedrängen, im Tor zeigte Sveinbjörn Petursson eine starke Leistung, hielt einen Siebenmeter sogar mit dem Kopf. Petr Slachta vertrat Bornhorn gut am Kreis, warf drei Tore. Kammlodt (fünf Tore) und de Santis (vier Tore) trafen, Paraschiv führt klug Regie.
Beim Stand von 13:13 ging es in die Pause, in der das Sportdeutschland-Team um Jockel Meinhardt Manager Rüdiger Jurke und Bengt Bornhorn interviewte. Schon vor dem Spiel wurden die Zuschauer im Internet mit vielen Wünschen von Fans und Stimmen der Spieler überrascht. Selbst ein als Wikinger verkleideter EHV-Anhänger aus Ostfriesland meldete sich. Daumen hoch für diese Aktion.
Daumen hoch. Das galt auch für die Leistung der Auer in der zweiten Hälfte. Und vor allem Lux war es, der traf und traf und traf. Sportdeutschland-Moderatorin Katja Lippmann-Wagner verriet: „Maximilian Lux hat in der Corona-Pause die Garage seiner Oma ausgeräumt und Fitness-Geräte darin untergebracht. Die Auffahrt nutze er für Sprint-Übungen. Ich denke, ich werde der Oma mal einen Kuchen backen.“

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Dank der Tore von Lux, starken Paraden von Anandin Suljakovic, der in der zweiten Hälfte im Auer Tor stand, und einer guten Defensive, konnte sich der EHV in der zweiten Hälfte absetzen, führte in der 51. Minute mit 25:21. Dann zückten die Schiedsrichter Patrick Arndt und Matthes Westphal die rote Karte gegen Kevin Roch, den sie auch schon gegen den HSV vom Feld geschickt hatten. Eine überharte Entscheidung, zumal in der ersten Hälfte zwei Fouls von Gästespieler hätten ebenfalls mit Rot bestraft werden können.
Die Spieler aus Bietigheim-Bissingen schöpften neue Hoffnung, konnten den Rückstand verkürzen und glichen, angeführt vom starken Domenik Claus (neun Tore), zum 27:27 in der 59. Minute aus. Der Schlusspunkt blieb aber Maximilian Lux vorbehalten, der 20 Sekunden vor Ende einen Siebenmeter sicher verwandelte, der den 28:27 Sieg sicherte.
Trainer Stephan Swat war zufrieden: „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie hat die ganzen Begleitumstände ausgeblendet, verdient gewonnen. Ich hatte vor dem Spiel weniger auf die Taktik hingewiesen, sondern mehr an die Emotionalität appelliert, wollte eine gute Körpersprache und Siegertypen sehen. Das hat gut funktioniert.“
SG BBM-Coach Hannes Jon Jonsson dagegen war bedient: „Wir waren vor allem im Angriff schlecht, zu unbeweglich und haben keine Qualität gezeigt. Da ist es verdient, wenn man mit null Punkten heimfährt.“

Für den EHV geht es schon am Mittwoch mit dem Auswärtsspiel beim TuS Nettelstedt-Lübbecke weiter, ehe am 22. November Bayer Dormagen in Lößnitz zu Gast sein wird.

 

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