Der EHV und ein Lied von Udo Jürgens

Thomas Frötschner (l.), einer der Inhaber der Firma Strüder Rohr-, Regel- und Meßanlagen mit Holger Michen (2. v.r.), Chef des gleichnamigen Autohauses in Bad Schlema bei der Übergabe des neuen Wagens an Hiromi Tsuyama (r.). Foto: Jan Kaiser

Achtung: 3-2-1!

Von Sven Günther
Lößnitz. Es gibt Menschen, die begleiten die Lieder von Udo Jürgens ihr ganzes Leben. Meist genügen wenige Takte, damit viele im Chor die Texte des Österreichers mitsingen. Aber bitte mit Sahne. Ich war noch niemals in New York. Griechischer Wein.
Der Mann am Flügel zog Millionen in seinen Bann, den Autor dieses Artikels eingeschlossen. Als er vom Tod des Sängers erfuhr, kippte die glühweinselig Stimmung während eines Bummels über den Annaberg-Buchholzer Weihnachtsmarkt, in nüchterne Betroffenheit.
Udo Jürgens wäre nicht Udo Jürgens, wenn es nicht auch für traurige Momente ein Lied aus seiner Feder geben würde: „Immer wieder geht die Sonne auf“. Es beginnt „Wenn ein Traum, irgendein Traum sich nicht erfüllt… Der Traum des Japaners Hiromi Tsuyama ist es, beim EHV Aue Handball zu spielen. Eifrig trainiert er, ist immer freundlich, engagiert – und trägt über Sponsoren den größten Teil der Kosten für seinen Aufenthalt im Erzgebirge selbst.
Sein Traum bekam am 14. April einen bösen Schatten, als kriminelle Idioten sein Auto abfackelten. Grundlos. Aus Zerstörungswut. Ohne über die Folgen nachzudenken. Der Anschlag galt auch nicht dem EHV-Spieler. Und doch nahm ihn die Attacke mit. Manager Rüdiger Jurke: „Er stand vor mir, hatte Tränen in den Augen und sagte, er habe Angst.“
„Denn Dunkelheit für immer gibt es nicht“, singt Udo Jürgens und so ging auch für den Japaner schnell wieder die Sonne auf. Am Donnerstag bekam er ein neues Auto. Thomas Frötschner, einer der Geschäftsführer der Strüder Rohr-, Regel- und Meßanlagen GmbH und Holger Michen, Chef des gleichnamigen Autohauses in Bad Schlema halfen schnell und unkompliziert. Beide Firmen sponserten das neue Fahrzeug für Hiromi Tsuyama.

Sportler helfen Sportlern. Auch die Ringer des FC Erzgebirge Aue sammelten, um die Handballer des EHV zu unterstützen. Am Donnerstag übergab Björn Schöniger (l.) die Spende an Manager Rüdiger Jurke. Foto: Jan Kaiser

Auch für Rüdiger Jurke gab es Grund zur Freude. Die Ringer des FC Erzgebirge Aue hatten für den EHV gesammelt und stellvertretend übergab Björn Schöniger die Spende an den EHV-Manager. Der sagte: „Ich bedanke mich im Namen des Vereins bei allen, die uns geholfen haben. Über 70 Spenden sind bei uns eingegangen. Es ist schön zu sehen, dass es so viel Solidarität im Erzgebirge gibt.“ Oder wie Udo Jürgens sang: „Ich werde da sein…“

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Jetzt hofft er, Jurke, dass er auch am Freitag (23. April) nach dem wichtigen Spiel gegen Konstanz lachen kann. Die Gäst vom Bodensee konnten zuletzt in Hamm und in Ferndorf jeweils ein Unentschieden erkämpfen. Vor allem die taktische Maßnahmen, eine offensive 3-2-1 Abwehr spielen zu lassen, zeitigte Erfolg. Dem WochenENDspiegel sagte er: „Bei uns braucht es gerade auswärts alles und jeder, vom Torwrt bis zum äußersten Außen, eine Topleistung, damit wir Chancen auf Zählbares haben. Zuletzt waren alle gut drauf und haben stark gespielt. Unsere Deckung hat zuletzt gepasst, wir werden sehen, wie wir das weiter nutzen können. Wie Aue sich durch diese Saison gespielt hat, verdient größten Respekt. Das Team hat nicht nur handballerisch, sondern auch mental überzeugt und zuletzt trotz der Ergebnisse gut gespielt. Der EHV ist variabel und schwer auszurechnen und hat nicht nur in den Torhütern sowie Kammlodt, Bornhorn und Halfdansson Spieler, die eine Partie entscheiden können. Darauf müssen wir uns einstellen und an unsere Leistungen aus den letzten Begegnungen anknüpfen.“

Bengt Bornhorn. Wenn die HSG offensiv decken sollte, kommte es auch auf den bulligen Kreisläufer des EHV an, der im Verbund mit von außen einlaufenden Spielern oder einem zweiten Kreisläufer (Slachta/Lux) sich bietende Lücken nutzen muss.

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