Der EHV und Hüttenberger Spezialitäten

EHV-Kapitän Kevin Roch trainierte in dieser Woche wieder, wird am Samstag
gegen Hüttenberg dabei sein. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Das gibt’s nur einmal…

Von Sven Günther
Lößnitz. Schreibt man von Sängerin und Schauspielerin Lilian Harvey, erreicht man wenige Interessenten. Kaum einer kennt den Namen der Frau, die 1930 von der Presse zum „süßesten Mädel der Welt“ gekürt wurde. Das Lied, das sie ein Jahr später im Film „Der Kongreß tanzt“ sang, erkennen heute noch viele, die es hören: „Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder…“

Die Zweitligahandballer des EHV Aue spielen am Samstag 17 Uhr gegen den TV 05/07 Hüttenberg. Die Fans können das Match live auf www.sportdeutschland.tv im Internet verfolgen.

Sie sehen quasi das Rückspiel der Partie vom 5. Dezember. Ein Rückspiel, als eine Art spiegelverkehrter Begegung. Ein Rückspiel, mit einmaligen Besonderheiten.

Damals kam der EHV aus einer mehrwöchigen Quarantäne, jetzt ist es das Team aus Hüttenberg, das eine Quarantäne-Pause verkraften muss. Erst am Mittwoch begann das Training wieder. Wie im Dezember beim EHV Aue, wird diesmal beim TV 05/07 Hüttenberg der Trainer, Johannes Wohlrab, fehlen. Corona. Stefan Kneer (ein Interview mit ihm lesen Sie morgen) und Sebastian Weber vertreten ihn.

Hüttenberger Spezialitäten

Beim 26:26 Unentschieden saßen Kirsten Weber und Michael Hilbig auf der Trainerbank, weil EHV-Cheftrainer Stephan Swat aufgrund seiner Corona-Erkrankung ins Krankenhaus gebracht worden war. An diesem 5. Dezember konnte keiner ahnen, wie dramatisch sich seine Situation noch darstellen würde. Erst beim nächsten Heimspiel am 8. Dezember übernahm Runar Sigtryggsson den Posten des Interims-Coaches, holte gleich einen 30:25 Derby-Sieg gegen Eisenach.

Außergewöhnliches konnten aufmerksame Beobachter auch bei der Aufstellung des EHV Aue in Hüttenberg entdecken.
Die Mannschaft musste mit einigen Nachwuchskräften antreten. Nick Mehlhorn war als Torwart dabei, Elias Bombelka saß mit Jonas Leubner auf der Bank. Im Angriff vertrauten Weber/Hilbig dem Japaner Hiromi Tsuyama als Mittelaufbau. Auch eine Einmaligkeit in der 2. Liga: Bei Hüttenberg spielte ebenfalls ein Japaner: Ryuga Fujita war auf Linksaußen zu sehen.

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Beim Hinspiel im Dezember außerdem außergewöhnlich: Das Trainergespann Weber/Hilbig ließ im Angriff phasenweise eine 4:2-Variante spielen, bei der Bengt Bornhorn als Mittelaufbau begann, dann neben Petr Slachta an den Kreis wechselte. Klappte gut. Bornhorn traf – genau wie Maximilian Lux – siebenmal.

Das Fazit von EHV-Manager Rüdiger Jurke nach dem Unentschieden: „Eine Riesenleistung der gesamten Mannschaft. Am Ende hätten wir vielleicht sogar gewinnen können. Aber wer hätte das vor dem Spiel gedacht. Wir sind ohne sechs Stammspieler angereist, hatten Nachwuchskräfte im Kader, keinen einzigen Mittelaufbauspieler dabei. Glückwunsch an die Mannschaft. Hüttenberg hatte schon mit drei Toren geführt. Es war toll, mit welcher Moral sich die Mannschaft wieder rangekämpft hat.“

Eine Riesenleistung. Sicher wird die auch am Samstag nötig sein, um gegen Hüttenberg zu punkten. Die Gäste liegen vier Punkte hinter dem EHV auf Rang 14, haben aber nur einen Minuspunkt weniger. Kirsten Weber, der wieder als Co-Trainer die Mannschaft betreut: „Wir wollen den Abstand nach hinten waren, müssen uns sicher auf die sehr offensive 3-2-1 Deckung der Gäste einstellen.“

Bis auf Gabriel De Santis (Kreuzbandriss) und Felix Roth (Meniskus) sowie die Langzeitverletzten Julius Schroeder, Franz Schauer und Pascal Ebert sind alles Spieler an Bord. „Stand jetzt wird auch Kevin Roch wieder dabei sein“, sagt Weber. „Für die Mannschaft ist er als emotionaler Leader ganz wichtig.“

Eine traurige Besonderheit gibt es am Samstag 17 Uhr beim Spiel des EHV Aue gegen den TV 05/07 Hüttenberg leider auch. Der Platz von Rudi Jurke wird leer bleiben. Für immer…

 

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