Der EHV und Sache mit Bubi & Bruno

Bärenstarker „Bubi“ Petursson. Der EHV-Keeper hielt 14 Bälle. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Ein Resultat mit Fragezeichen

Von Sven Günther
Lößnitz. Da standen sie nun und starrten auf die Anzeigetafel. In roten Ziffern leuchtete ihnen das Ergebnis entgegen: 27:27! Der EHV Aue trennte sich in der 2. Handball-Bundesliga mit einem Unentschieden vom bärenstarken Aufsteiger TV Großwallstadt, dem Klub, der einst Handballgeschichte schrieb.
27:27 – und so richtig wussten Spieler, Trainer, der Manager und die Fans nicht, was sie von diesem Ergebnis halten sollten. Zu klar hatte der EHV im Spiel bereits geführt. 8:1 nach Bengt Bornhorns verwandeltem Siebenmeter in der 12. Minute, 17:12 zur Halbzeit, nachdem Halfdansson vollstreckt hatte. In der zweiten Hälfte konnte ein 22:15 in der 40. Minute registriert werden und als Adrian Kammlodt in der 50. Minute zum 24:20 traf, glaubten viele Fans an einen Sieg.
Doch glauben ist nicht wissen und die Großwallstädter hatten sich schon in der ersten Hälfte nicht aufgegeben. Beim Stand von 12:10 in der 25. Minute waren sie in Schlagdistanz und kurz vor Ultimo nutzen sie Fehlwurf, technischen Fehler und Pfostentreffer um aufzuschließen, auszugleichen und 27 Sekunden vor Schluss mit 27:26 in Führung zu gehen.
EHV-Interimstrainer Runar Sigtryggsson tat war nötig war, brachte einen siebenten Fehlspieler, ließ die Mannschaft mit Bornhorn und Slachta am Kreis agieren, die Platz für einen krachenden Rückraumwurf von Gabriel De Sanis schufen. Der vom Schweden gehämmerte Ball war für Jan-Steffen Redwitz im TVG-Tor nicht zu halten, während Sveinbjörn Petursson den letzten Wurf der Gäste parieren konnte.
Redwitz und Petursson. Die beiden Keeper, die am Ende im Mittelpunkt standen, waren das ganze Spiel über die auffälligsten Akteure auf dem Feld. Beide glänzten mit 14 Paraden, beide hielten Siebenmeter, beide schafften eine Quote von über 30 Prozent. Und es gibt noch mehr Parallelen.

Jan-Steffen „Bruno“ Redwitz konnte ebenfalls 14 Würfe parieren. Foto: Manja Gehlert/sport-concepte Bad Schlema

Die Länge der Torhüter-Vornamen schreit förmlich nach Spitznamen! „Bruno“ rufen sie den Keeper des TV Großwallstadt, „Bubi“ den des EHV Aue

Auf der Hompage seines Vereins verrät Redwitz: „Der Spitzname kommt aus der Zeit bei Hüttenberg. Das muss so 2007/2008 gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt streifte ein Bär namens ‚Bruno‘ durch die bayerischen Wälder und sorgte für bundesweite Schlagzeilen. Naja und irgendwem ist dann die optische Ähnlichkeit aufgefallen und da ich ja auch immer ‚abgeschossen’“ werde, hat man da diese Assoziation hergestellt. Zudem war ich der einzige Spieler aus Bayern, folglich nannte man mich Bruno.“

Und Sveinbjörn „Bubi“ Petursson? Der verriet dem WochenENDspiegel: „Den Spitznamen habe ich schon ewig. Ein Freund hat ihn mir gegeben, als ich 13 oder 14 Jahre alt war, ich mit ihm Fußball gespielt haben.“

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Noch eine Sache haben die beiden gemeinsam! Sie sind schlank geworden. „Bubi“ nahm 15 Kilo ab, ehe er zum EHV kam, „Bruno“ schaffte sogar 20 Kilo. Bekam den Keepern offensichtlich gut, wie man beim 27:27 zwischen dem EHV und dem TVG beobachten konnte.
Manager Rüdiger Jurke brachte es auf den Punkt: „Natürlich war der Trainer kurz nach dem Spiel enttäuscht, weil wir zweimal klar in Führung lagen, diese zu leichtfertig verspielt haben. Aber es war das dritte Spiel in sieben Tagen nach 14 Tagen Quarantäne ohne Training. Am Ende können wir mit dem Punkt leben.“
Zeit zum Grübeln bleibt ohnehin nicht. Schon am Mittwoch muss der EHV beim Spitzenteam des TuS Nettelstedt-Lübbecke ran, trifft dort auf einen EHV-Insider. Wer das ist, lesen Sie hier:

 

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