Der EHV Aue, Willy und die Sache mit dem Druck

Ihr kommt kommen! Vilius „Willy“ Rasimas erwartet die Coburger Angreifer als Nummer 1 im EHV-Tor. Foto: Robert Hesse

Willy Rasimas: „Ihr könnt kommen!“

Von Sven Günther
Lößnitz. Es gibt Songs, die sind aus dem Nichts entstanden und für die Ewigkeit gemacht…

So war es 1981, als Bassist John Deacon beiläufig an den Seiten zupfte, Trommler Roger Taylor die Melodie taktvoll aufgriff und zwei Genies im Studio, Freddie Mercury und David Bowie, die Ohren spitzten und den Hit heraushörten. Am Ende hatten Queen und der charismatische Brite Bowie mit „Under Pressure“ ein Lied für die Rock-Walhalla!

Wenn EHV-Torhüter Vilius „Willy“ Rasimas den Song hört, wippt der Fuß, schnippen die Finger. Der Litauer ist bekennender Queen-Anhänger und das Mercury/Bowie-Duett einer seiner Lieblingssongs.
Under Pressure – Unter Druck…

Am Samstag (1. Februar) muss er, Rasimas, zeigen, dass er damit auch auf Dauer umgehen kann. Nachdem Stamm-Keeper Erik Töpfer mit einer schweren Schulterverletzung wochenlang ausfallen wird, ist Rasimas ganz klar die Nummer 1 im Zweitligakasten der Auer, wenn es zum Rest-Rückrunden-Auftakt zum Tabellenführer Coburg geht. Routinier Radek Musik (46) und Nachwuchs-Hoffnung Pascale Bochmann sollen ergänzend eingreifen.

Dass im ersten Spiel als Nummer Eins für Vilius „Willy“ Rasimas Coburg der Gegner ist, könnte hilfreich sein. Beim unerwarteten 33:25 Heimspiel-Sieg des EHV Aue über den HSC 2000 parierte er sich in den Mittelpunkt, nachdem Erik Töpfer die Rote Karte gesehen hatte. Der rotbärtige Keeper, bei dem die Fans vorher die Stirn zweifelnd krausten, stoppte die Oberfränkischen Angreifer mit zahlreichen Paraden. Zehn Würfe entschärfte er in der Schlussphase.
Zum Beispiel als die Unparteiischen in der 49. Minute EHV-Rückraumspieler Franz Schauer nach einem Griff in den Wurfarm des Gegners die zweite berechtigte Rote Karte gegen die Auer zeigten. Da stand es 24:23 und Kevin Roch saß mit einer Zwei-Minuten-Strafe schon auf der Bank. Rasimas wehrte drei HSC-Angriffe ab und Aue zog auf 27:23 davon.
Auch Coburg Coach Jan Gorr erinnert sich daran, sagt dem WochenENDspiegel: „Das Hinspiel war ungefähr 45 Minuten recht ordentlich. Danach hat sich bei uns die Eigenfehlerquote gehäuft und wir haben freie Bälle nicht in Tore ummünzen können. Aue hat das vortrefflich im Tempospiel genutzt und zurecht gewonnen. Diesmal wollen wir das natürlich gerne rumdrehen.“

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Auf der Homepage des Vereins schätzt er Aue ein, wird so zitiert: „Klar, dass wir uns revanchieren wollen. Im Rückraum ist bei Aue viel Betrieb und von ihnen geht vieles aus. Einfach wird das nicht, denn gerade die Rückraumachse der Erzgebirgler hat dem HSC Probleme bereitet. Zusammen 20 Tore gingen auf das Konto von Kammlodt, de Santis und Petreikis. Hinzu kommt dann noch das Spiel über Bornhorn am Kreis, da dürfen wir keine Lücken bieten.“

Ansonsten blickt er lächelnd auf die Saison, grüßt mit seinem Team von der Tabellen-Spitze. Gorr: „Mit dem bisherigen Saisonverlauf sind wir natürlich sehr zufrieden. Die Spiele in Hüttenberg und Schwartau hätten wir aber durchaus auch gewinnen können. Dafür haben wir andere Partien in der Schlussphase gedreht. Von daher gleicht sich das sicher aus.“

Ein Problem hat er. Die Coburger werden in den nächsten acht Wochen auf Marcel Timm wegen eines Mittelfußbruches verzichten müssen. Nur ein Problem? Wenn Willy Rasimas unter Druck wieder so gut hält, kommt mindestens ein zweites hinzu.

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