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Artikel von: Sven Günther
02.11.2023

Der Fenster-Fake von Plauen

Andy Puschner (42) von der Maler Plauen GmbH hat das Fenster auf die Fassade gemalt. Foto: Igor Pastierovic

Der Fenster-Fake von Plauen

Plauen. Am 12. November wird die Fabrik der Fäden im Weisbachschen Haus eröffnet.

Das Gebäude hat eine lange Geschichte hinter sich. Vor 245 Jahren entstand in der Elsteraue ein modernes Wohn- und Wirtschaftsgebäude für eine Kattundruckerei. Dieses Gebäude wurde mehrfach erweitert und umgebaut. Es erhielt verschiedene Nutzungen und musste auch einige Schäden erleben. Trotzdem steht es nach wie vor als denkmalgeschütztes Haus als eindrucksvolle spätbarocke Manufakturanlage am Mühlgraben.

Seit drei Jahren wird in Plauen saniert

Im Jahr 2020 begann die bauliche Sanierung des ältesten Gebäudeteils und die Errichtung eines Erweiterungsbaus in Plauen, denn hier entsteht ein in Deutschland einmaliges Spezialmuseum zur Geschichte der vogtländischen Textilindustrie. Altes und Neues sind baulich geschickt miteinander verbunden, heben sich deutlich voneinander ab, ergänzen sich gegenseitig und bilden letztendlich eine Einheit. Die Außengestaltung ist schon seit einigen Wochen fertiggestellt, birgt aber einen Fehler in sich. Entdecken Sie ihn?

Foto: Thomas Pensold

Der Plauener Fenster-Fake

Na, haben Sie die symmetrie-stiftende kleine Mogelei entdeckt. Nein? Dann decken wir sie jetzt auf. Das Fenster links über dem Eingang ist nicht aus Glas, sondern wurde von Andy Puschner (42) aufgemalt. Der Mitarbeiter der Maler Plauen GmbH verrät: „Ich habe zweieinhalb Tage dafür benötigt, bin in der Firma für solche Spezialaufgaben zuständig.“

Foto: Igor Pastierovic

Insgesamt vier Fenster sind bei genauerem Hinsehen gar keine echten Fenster. An der Westseite (Böhlerstraße) wurden zwei rechteckige und ein rundes Fenster und an der Südseite (Bleichstraße) ein rechteckiges Fenster auf die Fassade aufgemalt. Fensterscheiben sucht man dort vergeblich. Diese Täuschung ist jedoch keine Idee der Architekten und Planer der Fabrik der Fäden gewesen. An den Stellen waren in der gesamten Geschichte des Hauses noch nie Fenster eingebaut. Stattdessen war es damals im barocken Baustil typisch, dass Fenster aufgemalt wurden. So sollte die Ansicht gleichmäßig und einheitlich wirken.

Noch ein Verbindung zu Maler Plauen GmbH

Um den damaligen Stil beizubehalten, wurde die Methode für die Fabrik der Fäden in Plauen übernommen. Die Schwierigkeit für die Malerfirma lag darin, die Fenster so aufzumalen, dass sie auf die am häufigsten vorkommenden Lichtverhältnisse abgestimmt sind. Nur so kann der täuschend echt aussehende Effekt entstehen und wirken. Die Fabrik der Fäden und die Maler Plauen GmbH. Es gibt noch eine enge Verbindung.

Foto: Igor Pastierovic

Andreas Stephan und Katja Schmidt von der Maler Plauen GmbH hatten den Namen „Fabrik der Fäden“ vorgeschlagen, der unter 37 Vorschlägen ausgesucht worden ist, die aus 16 Bundesländern eingereicht wurden. Im sozialen Netzwerk Facebook konnten sich die Bürger ebenfalls an einer Abstimmung beteiligen. 319 Bürger nahmen diese Gelegenheit wahr. Eine Findungskommission aus unabhängigen Experten hatte dann die Top5 ermittelt, die wiederum dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt wurden.