Der ID.3 ist seit heute in Serienproduktion

Heute Mittag startete die Produktion des ID.3 im Volkswagenwerk Zwickau. Zu Gast war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nach der Festveranstaltung den Startkopf für die erste Serienproduktion – das Fahrzeug war ein weißer ID.3 – drückte. Foto: Alice Jagals

 

Zwickau. Heute startete die Serienproduktion des ID.3 im Volkswagenwerk in Zwickau-Mosel. Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel lief gegen 12:30 Uhr das erste Fahrzeug der neuen E-Generation vom Band.

Bis 2028 will Volkswagen konzernweit rund 22 Million Fahrzeuge verkaufen. Zwickau ist somit Vorreiter in der E-Mobilität in Europa. Am Standort wurden 1,2 Milliarden Euro für die Umrüstung investiert. Breits im kommenden Jahr sollen rund 100.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Ab 2021 werden es 330.000 sein. Die Markteinführung erfolgt im Sommer europaweit 2020. Bis 2028 bringt der Konzern fast 70 E-Modelle auf den Markt. In Zwickau werden bis Ende kommenden Jahres drei Modelle vom Band gehen: ID.3, ID.Cross und Seat El-Born.

Hausaufgaben erfüllen

Merkel betonte in ihrer Rede: “Wir müssen uns beeilen.” Denn auch sie sieht die Veränderung als Herausforderung und als eine politische Hausaufgabe. Das E-Auto müsse attraktiv sein. Denn wie Jens Rothe, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates und des Betriebsrates des Fahrzeugwerkes Zwickau, sagte, “muss der Wurm dem Fisch schmecken und nicht umgekehrt”. Dazu brauche es genügend Nutzer – immerhin kostet der ID.3 rund 30.000 Euro – und vor allem Ladesäulen. 3,5 Milliarden Euro will der Bund in die Ladeinfrastruktur stecken. Die Förderungen dazu sind bis 2025 begrenzt, einfach um Druck zu machen. “Doch gerade als Ostdeutsche freue ich mich, das Zwickau das Flaggschiff der E-Mobilität ist. Sachsen wird den Wandel schaffen“, sagte Merkel zum Abschluss.

Dass man es schafft, davon ist Vorstandvorsitzender Dr. Herbert Diess überzeugt. Denn nicht zu verleugnen ist die Angst der Menschen, insbesondere dieser, die in der Automobil- bzw. Zulieferindustrie arbeiten. Doch ob die Automobilindustrie niedergeht, “das liegt an uns”, so Diess. “Schließlich ist es keine Frage mehr ob, sondern wer in welcher Region der Welt der Erste in Sachen E-Mobilität ist. Und wir wollen, dass sich Deutschland zum Leitmarkt für E-Mobilität entwickelt.”

Zudem wolle man sich unabhängig machen. So werden beispielsweise in Braunschweig Batteriesysteme hergestellt, in Salzgitter Rotoren. Außerdem wird es dort im kommenden Jahr eine Batteriezellstofffabrik geben. “Das ist eine Schlüsselkomponente, um diese auch selbst weiter zu entwickeln”, so Diess. Weitere am ID.3 beteiligte Werke sind Wolfsburg und Kassel.

Wer sich die Frage stelle, ob man nicht eher auf Wasserstoff-Antrieb setzen solle, dem entgegnet der Konzernvorsitzende, das diese Art für Schiffe oder Lkw geeignet sei und für Pkw zu teuer wäre. Doch später einmal, “in der nächsten Dekade”, sei das möglich. Jetzt sei erst einmal eine Besteuerung auf CO2 wichtig.

Anbei einige Eindrücke der heutigen Festveranstaltung zum Produktionsstart des ID.3. In einem 45-minütigen Festprogramm kamen unter anderem Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns, Thomas Ulbrich, Vorstand E-Mobilität  VW, Jens Rothe, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates und des Betriebsrates des Fahrzeugwerkes Zwickau, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Wort. Eindrucksvoll war vor allem der Film, der – gezeigt in Abschnitten – die Geschichte des Automobilstandortes Zwickau, auch Eindrücke der Mitarbeiter wiedergab. (Fotos: Alice Jagals)

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