Der leere Stuhl

So sieht es derzeit in vielen Büros aus. „Homeoffice“ soll helfen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Doch unter welchen Bedingungen? Foto: Verlag

Kennen Sie diese tollen Werbebilder? Eine Frau – meistens jedenfalls – sitzt  entspannt mit Laptop und Kaffee am Tisch. Auf ihrem Schoß oder in der aufgeräumten Spielecke des Wohnzimmers strahlt ein Kind vor sich her.

Ja? Ich auch, nur nicht in der Realität. Und auch, wenn ich Freiberuflerin bin und ich die Arbeit von Zuhause aus ganz gut meistern kann, gibt es nun zwei Häkchen: Meine zwei Kinder. Auch sie sind von Kita- und Schulschließung betroffen. Die Maßnahme ist richtig. Nicht falsch verstehen. Und die beiden sind gar nicht das Problem. Sie sind Kinder und auch wenn sie – Achtung, Eigenlob – die besten dieser Welt sind, so sitzen nicht mal diese ganz brav auf meinen Beinen. Schon gar nicht acht, neun oder gar mal zehn Stunden. Und so geht es nun zigtausend Familien auch.

Gut, Terminabsagen gab es in dieser Woche nur zu Genüge. Insofern klappte die Sache mit der Zeiteinteilung. Es gibt ja den Mittagsschlaf und den späten Nachmittag und Abend. Der Papa übernimmt dann nach der Arbeit. Er kann nämlich nicht von Zuhause aus arbeiten.

Fotos kann ein Redakteur durchaus auch mit dem Nachwuchs schießen. Aber glauben Sie mir, was man sonst in insgesamt einer halben bis ganzen Stunde geschafft hätte, dauerte nun eine halbe Ewigkeit. Und ganz ungefährlich ist die Angelegenheit auch nicht. Vor allem wenn die kleine Zweijährige ganz schön nah am Bordstein balanciert. Balancieren ist hierbei das passende Stichwort. Ich will ja beidem gerecht werden: den Kindern und der Arbeit.

In der Redaktion war es dagegen sehr ruhig. Gerade für Absprachen und zur Produktion des WochenENDspiegels ist es ganz angebracht, auch mal vor Ort zu sein. Dennoch: Sicherheit geht vor und die Betreuung der Kinder sowieso. Und genau hier möchte ich Sie, lieber Leser, gern mitnehmen.

Nicht nur der Ernst soll in diesen Tagen bei Ihnen einziehen. In einer regelmäßigen Kolumne möchte ich Sie auf dem Laufenden halten, wie die Arbeit im „Homeoffice“ abläuft. Und vor allem soll die Frage geklärt werden, die sich erstmal für mich etwas irrsinnig anhört: „Wie beschäftige ich jetzt bloß die Kinder?“ Ja, auch darüber wird in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert.

Lesen Sie einfach. In der Zeitung oder bei uns im Netz unter www. wochenendspiegel.de.

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