Die Fans müssen es reissen!

Grafik: Sport Concepte Bad Schlema

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Von Sven Günther
Lößnitz. Wenn man es boulevardesk betrachtet, könnte man Rüdiger Jurke leicht als Orakel bezeichnen. Bleibt man sachlich, ist ihm Handball-Sachverstand zu attestieren. Denn schon vor der Saison war dem EHV-Manager klar, dass der Erstligaabsteiger GWD Minden der erste Wiederaufsteiger sein würde. „Darauf verwette ich ein halbes Schwein“, wird er auf der Homepage des EHV Aue zitiert. Wie es aussieht, wird er das Schwein nicht bezahlen müssen – Minden dominiert die Liga, hatte bis zum 10. Spieltag nur zum Saisonstart beim 25:25 in Friesenheim einen Punkt abgegeben. Auch sein zweiter Aufsteiger-Tipp scheint richtig: Erlangen, der aktuell Tabellenzweite.
Das sein EHV knapp dahinter auf Rang 4 steht, hatte selbst Experte Jurke nicht orakeln können.
Jetzt erwartet der EHV im DHB-Pokal das Spitzenreiter-Team aus Minden. Achtelfinale! Superspannung! Hochklassiger Sport – und Hoffnung für die Erzgebirger.
Immerhin waren einige Mindener Siege in der 2. Liga knapp und man merkte nicht, das die Truppe aus Ostwestfalen-Lippe mit einem Monster-Etat antritt, geschätzt dreimal soviel Geld zur Verfügung hat, wie andere Zweitligisten. Im Hintergrund zieht Horst „Hotti“ Bredemeier die Fäden, der von 1989 bis 1992 einst als Bundestrainer für die Nationalmannschaft tätig war. Dort war auch Mindens Coach Frank Carstens bis 2013 Co-Trainer, leitete vom 2010 bis 2013 die sportlichen Geschicke beim SC Magdeburg. Jetzt also Minden, wo Carstens auch von 2000 bis 2003 in der Bundesliga spielte.
Mit seiner Mannschaft setzte er sich im Erstrunden-Turnier des Pokals gegen den 1. VfL Potsdam deutlich mit 41:20 und gegen Gastgeber Hamm mit 21:16 durch. Trotzdem ist er nur teilzufrieden. Carstens: „Der Tabellenplatz und die Punktausbeute sind in Ordnung. Aber mit den Spielen können wird nicht zufrieden sein. Da gibt es noch viel für uns zu arbeiten. Vor allem daheim waren die Auftritte von uns eher durchwachsen.“

Respekt vor dem EHV

Das Pokalspiel in Aue ist für den Trainer eine willkommene Abwechslung. „Es ist für beide Mannschaften eine riesige Chance und die Konstellation ist ja auch so, dass sich beide Teams etwas ausrechnen. Ich habe zwei Spiele der Auer gesehen. Der EHV ist unglaublich heimstark, hat ein hohes Tempo und eine große Dynamik in seinem Angriff. Da müssen wir uns mit Kompaktheit dagegenstemmen, mental auf der Höhe sein, damit wir gegen den EHV bestehen.“
Im Erzgebirge bestehen will Minden unter allen Umständen. Carstens: „Der Pokal ist eine Gelegenheit positive Schlagzeilen zu machen, wie es Aue mit dem Sieg gegen Lemgo gelungen ist. Jetzt sind beide Mannschaften nur noch zwei Sieg von der Final-Four entfernt. Deshalb ist es wichtig, dass wir in Aue voll auf der Höhe sind. Zuletzt konnten wir in Auswärtsspielen mehr überzeugen als daheim.“
EHV-Trainer Runar Sigtryggsson war sich gleich nach der Auslosung sicher: „Minden ist in der Liga natürlich eine Nummer. Aber nichts ist unmöglich…“ Und Manager Rüdiger Jurke wusste schon nach dem letzten Heimspiel gegen Nordhorn-Lingen: „Einen Dank auch an die Fans, die gemerkt haben, dass das heute keine Operette sondern ein Handballspiel ist. Das war dann richtig toll! Die Halle hat gebrannt und so muss sie auch im Pokalspiel gegen Minden nächste Woche am Mittwoch brennen, nur dann haben wir die Chance, eine Sensation zu schaffen.”

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