Die Hämmer vor der Brust, die Wismut im Herzen

Dr.-Ing. Stefan Mann, Mitglied der Geschäftsleitung der Wismut GmbH, und FCE-Präsident Helge Leonhardt besiegelten am 18. Dezember eine Absichtserklärung zur Partnerschaft.
Foto: Olaf Seifert.

Wismut ist Teil der Erzgebirgs-DNA

Aue. Im Winter verbirgt Schnee die beiden meterhohen Wappen der Wismut GmbH und des FC Erzgebirge im Komplex der Halde 366 bei Alberoda. 2017 gepflanzt, sollen sie in den nächsten Jahren heranwachsen und alle Autofahrer grüßen, die auf dem Zubringer zwischen der A 72 und Aue unterwegs sind.

Die Wismut GmbH hat sie im Rahmen der Bergbausanierung pflanzen lassen, dokumentiert so die traditionelle Verbundenheit mit dem Kumpelverein. Diese Partnerschaft zu vertiefen, das besiegelten am 18. Dezember 2017 Geschäftsführer Dr.-Ing. Stefan Mann und Betriebsratschef Stefan Hohenhausen für die Wismut sowie Präsident Helge Leonhardt und Marketingleiter Enrico Barth vom FCE.

„Der FC Erzgebirge steht sportlich gut da, ist schuldenfrei. Für mich das Ergebnis einer professionellen Präsidentschaft. Der Verein wird unter Helge Leonhardt solide, aber auch mit Herzblut geführt. Das bestärkt mich darin, dass es in der Region vorangeht und die Menschen in ihrer Heimat zufrieden sind”, hebt Dr. Mann hervor.

„Der Name Wismut ist den Menschen im Erzgebirge und in Thüringen eingebrannt, ist Teil ihrer DNA. Das Unternehmen hat die Regionen nach dem Krieg geprägt, nicht zuletzt den Sport. Wir wissen, was die Wismuter geleistet haben, umsonst wird der Steigermarsch nicht im Auer Stadion gesungen. Der Satz ,Ich bin Bergmann, wer ist mehr?’ lebt”, sagt der Veilchenboss, der wie sein Bruder Uwe nicht nur dort gearbeitet, sondern auch „unterm großen W” Fußball gespielt hat. „Der FC Erzgebirge steht zur Geschichte der Wismut, ohne das Bergbauunternehmen wären die großartigen Leistungen der Sportler in den 1950er- bis 1980er-Jahren undenkbar”, fügt er hinzu.

Das müsse man wachhalten, denn Jugendliche von heute wüssten kaum noch, was die SDAG Wismut war, wirft Stefan Hohenhausen ein. Der 62-Jährige hatte einst als Hauer im Schacht 371 gearbeitet, ist seit der Wende Betriebsrats- und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesunternehmens Wismut GmbH, wohnt in Aue-Neudörfel. Als Jugendlicher, von 1966 bis 1974, stürmte er beim Nachwuchs der BSG Wismut und sagt: „Kein Wunder, wer heute nach Bad Schlema kommt und den Ort zu Wismut-Zeiten nie erlebte, kann sich unmöglich vorstellen, wie viel Kraft, Mut und Geld hier nach der Wende flossen. 6,3 Milliarden Euro wurden seit 1990 in die Wismut-Sanierung investiert. Umso wichtiger ist, Geschichte zu erzählen, die Zeit geht sonst drüber weg.”

Ohne die BSG Wismut kein moderner FC Erzgebirge, keine 2. Bundesliga, ist Wolfgang Pult überzeugt. Als Auer Ordnungsamtschef hatte er viele Jahre lang die Sicherheit im Erzgebirgsstadion mitverantwortet, als Rentner arbeitet er ehrenamtlich für den Kumpelverein, hält den Draht zur Wismut GmbH. Pult begleitete auch die Wappen-Pflanzung in Alberoda, wünscht sich, dass die Handschrift der Wismut im neuen Erzgebirgsstadion stärker zu sehen ist: „Wir reden darüber, Bergbau- und Wismut-Motive im VIP-Bereich und in der Fangaststätte ,Stadionblick’ zu nutzen.”

Ganz im Sinne von Dr. Stefan Mann, Mitglied der Geschäftsleitung der Wismut GmbH: „Was wir als bundeseigenes Unternehmen tun können, tun wir gerne. Es ist unsere gemeinsame Geschichte und die ,Hämmer’ der Fans stiften Identität. Das trägt dazu bei, dass die Menschen hier bleiben, stolz auf ihre Heimat sind. Das wird nicht nur über den Sport weitergetragen, so betreut unser Unternehmen
zum Beispiel die größte ostdeutsche Kunstsammlung mit Bildern und Zeitdokumenten rund um den Wismutbergbau.”

Folglich unterstütze der FC Erzgebirge den Antrag, die mitteleuropäische Kulturlandschaft Montanregion Erzgebirge/ Krusnohorí als UNESCO-Welterbe zu würdigen, meint Helge Leonhardt. Das Wismutkapitel gehöre zwingend dazu – namentlich der Haldenkomplex 366. Dort waren im Herbst Pflanzen gesetzt worden, die im bald als FCE- und Wismut-Wappen erblühen sollen.
Diplom-Agraringenieur Mirko Köhler, verantwortlich fürs Fachgebiet Ökologie und Landschaftsplanung bei der Wismut GmbH, führt Regie: „Wir haben bei der Haldensanierung und -stabilisierung eine Herzenssache mit dem Nützlichen verbunden. Im Herbst wurden rosa-lila blühende Kartoffel-Rosen gepflanzt, die bis zu anderthalb Meter hoch wachsen. Im Frühling sollen noch lila blühende Lupinen dazu kommen.”

Die hochwertigen Pflanzen stammen aus der Region, von der Baumschule Zech im Ostthüringer Langenwetzendorf. Der Betrieb hatte sich bereits um die Sanierung weiterer Halden im Auer Revier verdient gemacht und 2008 den Sächsischen Staatspreis „Berg-Bau-Kultur – Zukunft als Tradition” erhalten. (OS)

 

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