Die Heimkehr des Dr. Tod

Als er noch Gunther Liebchen hieß, kannten ihn nur wenige in seiner Heimatstadt Greiz. Als Gunther von Hagens kennt ihn die ganze Welt als Dr. Tod. Am 27. Juni kommt der Plastinator zurück – mit einer nie gesehenen Ausstellung. Foto: Körperwelten

Die Demokratisierung der Anatomie

Von Sven Günther
Greiz. Seine Presse-Mitteilung unterschrieb er mit „Prof. (USA) Dr. med. Gunther von Hagens geb. Liebchen, im Herzen Greizer Bürger
und Der Plastinator „Dr. Tod“! Der Weltstar kehrt in seine Heimat zurück, kommt nach Greiz, wo er seine Karriere vor fast 60 Jahren im Kreiskrankenhaus Greiz begann und seine Weichen zur Medizin gestellt wurden, lässt sich sein Lebenswerk nach 50 Millionen Besuchern in 140 Städten auf 6 Kontinenten nun erstmals in Thüringen und dort erstmals als Gesamtschau betrachten.

Vom 27. Juni bis zum 27. September ist die Ausstellung „Körperwelten“ in Greiz zu sehen!

Um sich seinen Herzenswunsch erfüllen zu können, hat der Plastinator keine Mühen gescheut, dem Besucher eine Rundumschau aller seiner bisherigen Werke zu zeigen. Zugleich lässt er auch tief in sein privates Leben blicken. So erhält der Besucher Einblicke in seine Jugend, seine Zeit als Medizinstudent in Jena, die Zeit als politischer Häftling der DDR, bis hin zur Entwicklung der Plastination in Heidelberg und dem sich anschließenden Welterfolg, der bis heute anhält.

Der Professor: „Bereits jetzt werden sich Plastinate aus dem Ausland eintreffend in Greiz versammeln. Viele werden zunächst neben der Eishalle Greiz in Schiffscontainern zwischengelagert. Empfehlungsgemäß erfolgen die daraufhin notwendigen „Rangierarbeiten“ wetterabhängig vorzugsweise an freier Luft. Natürlich unter Beachtung Corona-bedingter Abstandsregeln. Mit diesem Vorgehen werden wir trotz und sogar wegen der Corona-Krise den umfangreichsten Aufmarsch von Plastinaten, die je in Deutschland gezeigt wurden, zelebrieren können.“

Für ihn sind die Körperwelten die Demokratisierung der Anatomie!

Sich von einer Informationsinsel zur nächsten bewegend, nimmt der Plastinator den Besucher auf eine anatomische Reise mit, die ihm seine eigene Anatomie aus dem Blickwinkel des Plastinators erleben lässt. Von Tieren, über menschliche Präparate, Skandale und Krimis, bis zum ganz besonderen, zuvor noch nie gesehenem Exponat, wird alles dabei sein. „Mein oberstes Ziel ist es das Wissen medizinischer Eliten allen Menschen zugänglich zu machen. Jeder Mensch hat das Recht sich so sehen zu dürfen, so detailliert, fragil und schön, wie er unter der Haut aussieht.“

Seien Sie gespannt! Der Plastinator lädt Sie ein auf eine Reise mit ihm durch die Welt der Anatomie und seinem Schaffen.

Kay M. Körner, der persönliche Assisten von Dr. Hagens: „Wir werden in Greiz eine Mischung aus Plastinaten zeigen, welche in dieser Form und Zusammenstellung noch nie gezeigt wurden. Zugleich möchten wir den Menschen Mut machen, dass das Leben auch nach und trotz Corona weiter geht und eine kulturelle Veranstaltung, die sich mit der Medizin befasst und mit zu den ersten Eröffnungen nach dem Lockdown (bzw. den ersten Lockerungen) gehört, kann durchaus ein Licht am Ende des Tunnels darstellen.“

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