Die Tränen-Trockner

Kindertrauergruppe Lacrima zieht in neue Zwönitzer Sozialstation. Foto: Johanniter

Lacrima (lat.) steht für Tränen

Zwönitz. Der Verlust eines Elternteils, eines Bruders, einer Schwester oder eines anderen geliebten Menschen durch den Tod ist für Kinder und Jugendliche ein schwerer Schock. Lacrima ist ein Projekt der Johanniter, in dem Kinder und Jugendliche bei ihrer Trauerarbeit begleitet werden.

„Wir unterstützen in den verschiedenen Trauerphasen“, so Daniela Blume, Öffentlichkeitsarbeit von der Johanniter-Unfall-Hilfe. Bisher hatte die kleine Gruppe von Lacrima, die seit August letzten Jahres aus fünf Teilnehmern und zwei Ehrenamtlichen besteht, keine Räumlichkeiten zur Verfügung. Das soll jetzt mit der neuen Sozialstation geändert werden, denn hier sind im obersten Stockwerk drei Räume für Lacrima eingeplant.

Hier kann dann in Indoorgruppen gemalt, getobt, gesprochen und  geträumt werden. Die Kinder, die im Alter von 6 bis 10 sind, können in schöpferischer Arbeit ihren Schmerz zum Ausdruck bringen. Sie bekommen liebevolle und professionelle Begleitung durch ausgebildete Trau­erbegleiter. Derzeit haben die Johanniter acht ehrenamtliche Trauerbegleiter, welche das Projekt bei der Arbeit unterstützen werden.

„Bei uns können kleine Herzen wieder stark werden“, lautet der Slogan der Kindertrauergruppe. „Wer einmal trauernde Kinder erlebt hat, den lässt das nicht mehr los. Vielfach sprechen Kinder nicht über den Tod, um den anderen nicht zu belasten. Wir geben den Kindern in einem geschützten Raum die Möglichkeit, um ihrer Trauer Luft zu machen“, so Blume.

Die große Stärke der gut ausgebildeten Trauerbe­gleiter ist es, zu erkennen, wie es jedem Kind geht und was es gerade braucht. Ab Juli nächsten Jahres wird Lacrima in der neuen Sozialstation untergebracht werden können. sch

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