Die zehn Geheimnisse von St. Annen

Imposantes Bauwerk. Vor 500 Jahren wurde die Annaberger St. Annenkirche geweiht. Foto: Daniel Unger

Geheimnis 1: Die Gräber von St. Annen.

Von Sven Günther
Annaberg-Buchholz. Sie ist monumental, Stadt-prägend und imposant. Mitten in der Bergstadt thront die St. Annenkirche, gilt als größtes spätgotisches Gotteshaus Sachsens. Am Annentag 1519, dem 26. Juli, wurde die St. Annenkirche in Annaberg durch Bischof Johann VII im Beisein des Fürsten, Herzog Georg „mit großem Gepränge“ geweiht.
Das 500. Jubiläum des Kirchweihtages wird vom 26. bis 28. Juli gefeiert. Martin Johannes Lange, Verwaltungsleiter der St.Annen Kirchgemeinde: „Für unsere Gemeinde ist St. Annen der Ort, an dem sich Himmel und Erde berühren. Lassen Sie sich einladen, mit uns zu feiern, lassen Sie sich von St. Annen berühren, erleben Sie Gottesdienste und Musik, Handwerk und Kunst.“
Neben Gottesdiensten, Festkonzerten stehen auch die Annaberger  Steinmetztage auf dem Programm.
500 Jahre St. Annen. Viele Details sind bekannt und beschrieben: Der Bergalter, die Schöne Tür, die Emporenreliefs, der Bäckeraltar. Doch das Gotteshaus bietet auch Geheimnisse. Auf www.wochenendspiegel.de werden zehn von ihnen gelüftet.

Die St. Annenkirche ist nicht nur Treffpunkt der Christen für Feiern und Gebete. Sie ist auch ein Ort des Gedenkens, denn unter ihr fanden die Gebeine einiger Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe. Anja Schnering, die Leiterin des Führungsdienstes in St. Annen: „Der Heimatforscher Hans Burkhard hat ein kurzbiographisches Register incl. der topographischen Einordnung erarbeitet und dort 109 bestattete Personen verzeichnet.“
Unter ihnen  Bergamtsverwalter Marcus Röhling, Münzmeister Albrecht von Schreibersdorf, Bürgermeister Christian Joseph Rubner und Ratsherr Lorenz (Laurentius) Pflock.
Auch Sidonie Gräfin Lobkowitz auf Hassenstein liegt hier begraben, die Adlige, nach der die Sidoniestraße benannt wurde.
Sie verhinderte am 20. August 1632 die Plünderung der Stadt durch General Heinrich Holk, der „rückte von Ellbogen aus… sengend und brennend über Eibenstock…über Schwarzenberg nach Annaberg“, wie E.O. Schmidt 1908 schrieb.
Aus dieser Quelle weiß man auch, dass Gräfin Lobkowitz eine Nichte Wallensteins war, der der General zu Dank verpflichtet war.
Sie stellte sich ihm gemeinsam mit Stadtschreiber Badehorn und dem Ratsverwandten Kaspar Schreiber am Buchholzer Tor in den Weg und konnte ihn überzeugen, gegen 500 Taler auf die Plünderung der Stadt zu verzichten und „ein Plünderungsverbot für seine wilden Truppen zu erlassen.“

Das Schicksal der Geschwister

Die berührendste Geschichte handelt von einem Geschwistergrab. Der Sohn von Johann Biener (Gegenschreiber und Ratsherr) galt als wahnsinnig und wurde auf behördlich Anweisung daheim in Ketten gelegt.
Als am 27. April 1604 eine Feuerbrunst die Stadt heimsuchte, versuchte seine Schwester, ihn im brennenden Haus zu befreien, schaffte es nicht. Beide verbrannten Arm in Arm in den Flammen und wurden am 13. Mai in St. Annen beigesetzt.

Anja Schnering, die Leiterin des Führungsdienstes in St. Annen, kniet vor der Kanzel. An dieser Stelle wird das Grab der Geschwister vermutet. Foto: Sven Günther

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