Die Zu(g)kunft beginnt im Erzgebirge

Erstmals steuerten Mitarbeiter von Vodafone einen fahrerlosen Zug per 5G auf der künftigen Teststrecke des Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg. Als sich die Lok in Bewegung setzt, ist ihr Führerstand leer.
Fotos: Matthias Förster, Stadt Annaberg-Buchholz

Annaberg-Buchholz/ Schlettau. Die Digitalisierung auf Schienen nimmt zusehens an Fahrt auf. Im internationalen Fokus dabei steht das Erzgebirge. Es ist gerade einmal wenige Tage her, als Mitarbeiter von Vodafone erstmals einen fahrerlosen Zug per 5G auf der künftigen Teststrecke des Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg erfolgreich steuerten und damit bewiesen wurde, dass die neue Mobilfunktechnologie die Fernsteuerung von Zügen möglich macht.

Vom 18. September bis 20. September 2019 findet in Annaberg-Buchholz die erste internationale Rail & Digital Mobility User Conference statt. An drei arbeitsintensiven Tagen diskutieren rund 200 Bahn- und Digitalisierungsexperten über Mobilitätskonzepte der Zukunft.

Nun der nächste Schritt: Noch bis Freitag (20.09.2019) findet in Annaberg-Buchholz die erste internationale Rail & Digital Mobility User Conference mit Teilnehmern aus 14 Nationen statt. Unterstützt
von internationalen Konzernen wie Thales Deutschland und Vodafone, der IAV sowie der Deutschen Bahn, der TU Chemnitz und der Bergstadt selbst haben insgesamt 200 Bahn- und Digitalisierungsexperten u.a. aus Japan, China und Saudi-Arabien das Ziel, in sogenannten Workstreams Mobilitätskonzepte der Zukunft zu erarbeiten und vorzustellen, so dass diese dann in die Produkt- und Forschungsentwicklung mit einfließen können.

Kai Taylor, Kommunikationsdirektor im Bereich Transportation bei Thales Deutschland: „Am Beginn der Digitalisierung können wir nicht mehr alleine und jeder für sich an Forschung und Entwicklung arbeiten. Digitalisierte Mobilität gelingt nur durch Vernetzung.“

Der Prorektor der TU Chemnitz erklärt: „Wir stehen am Beginn der Digitalisierungsepoche und Chemnitz und das Erzgebirge sind von Beginn an ganz vorn mit dabei.“ Den Grund hierfür kennt Sören Claus. Der Technische Leiter des SRCC: „Wir finden hier einzigartige Bedingungen vor, die man sich als Entwickler woanders nur wünschen kann.“ Das sieht Rolf Schmidt ähnlich. Der Oberbürgermeister erklärte voller Stolz, dass Annaberg-Buchholz zwar eine kleine Stadt sei, jedoch über viel Platz für Innovationen und Forschung verfüge.

“Die als Conference Lab angelegte Tagung findet im Evangelischen Schulzentrum (EGE), der Festhalle in Annaberg-Buchholz und an der Teststrecke des Smart Rail Connectivity Campus zwischen Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz statt. Dort werden im sogenannten Living Lab, einem umgebauten Diesel-ICE, unterschiedliche Entwicklungsprojekte im Erprobungsbetrieb demonstriert.”

Kurz gesagt: Die Epoche der digitalisierten Mobilität auf Schienen ist längst angebrochen. Und sie beginnt hier im Erzgebirge.

Hier beginnt die Zu(g)kunft. Mitten im Erzgebirge wurde der erste fahrerlose Zug in Bewegung gesetzt. Zum Einsatz kam die neue Technologie in einer Versuchslok der Firma Thales. Vodafone errichtete dafür im Erzgebirge eine der ersten 5G-Stationen in Deutschland. Die neue Mobilfunktechnologie ermöglicht auf der Teststrecke für Zugverkehr Bandbreiten von mehr als 500 Megabit pro Sekunde und Verzögerungszeiten auf weniger als 10 Millisekunden.

 

Der Zugführer sitzt mehrere hundert Meter entfernt in einer Steuerzentrale. Auf zwei Bildschirmen sieht er in höchster Qualität aus der Lok-Perspektive die Bahnstrecke. Alles geschieht in Echtzeit: Beschleunigung, Bremsvorgang und visuelle Streckenkontrolle. Ohne Verzögerung kann auf Streckenereignisse, wie z. B. Signale, Hindernisse u. ä. reagiert werden.

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