Diese Uhren ticken anders

Protect Watch-Entwickler Thomas Krause und Frank Müller-Rosentritt halten den Prototypen in den Händen.
Fotos (2): Judith Hauße

Von Judith Hauße

Dass Armbanduhren nicht mehr nur das sind, wozu sie eigentlich erfunden wurden, zeigen uns bereits zahlreiche Fitness Tracker. Aber eine Uhr, die eine Corona-Infektion erkennt, ist neu. Die sogenannte „Protect Watch“ von einer Firma aus Neumark im Vogtland warnt laut ihres Erfinders Thomas Krause vor einer Infektion und das bevor ihr Träger bereits Symptome zeigt.

Für den Chemnitzer Bundestagsabgeordneten Frank Müller-Rosentritt (FDP) stecke dahinter eine Technologie, die ein wichtiger Baustein in der Pandemiebekämpfung sein könnte. Deswegen soll auch das Chemnitzer Rathaus auf Initiative von Müller-Rosentritt einen Prototypen erhalten, den der Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) am Dienstag (27. April) überreicht bekam, inklusive Erklärung der Funktion vom Erfinder selbst: „Mit der Uhr lassen sich im Minutentakt kleinste individuelle Temperaturschwankungen der Haut- und Körpertemperatur messen“, erklärt Krause. „Unser Körper wehrt phasenweise Erreger ab. Wir selbst merken in der Regel nichts davon.“

Die Uhr misst den Wärmefluss im Körper.

Sichtbar soll diese Abwehrreaktion schließlich über die Uhr werden. Ein Ampelsystem zeigt an, ob alles im grünen Bereich ist, es Grund zur Vorsicht gibt, sprich geld oder ob ein Arzt kontaktiert werden muss (rot). Erste wissenschaftliche Erkenntnisse über das Messprinzip gibt es Krause zufolge bereits. Eine Studie am am „Mount Sinai Hospital“ in New York zeigte unter anderem die Bedeutung des Herzschlags als Indikator für mögliche Infektionen an. Und auch hier konnten bis dato bei etwa 200 Probanden gute bis sehr gute Ergebnisse gemacht werden.

Unter anderem konnten durch die Uhr von „Seiwo Technik“ bislang Corona-Infektionen, Magen-Darm-Erkrankungen oder Zahnwurzel-Entzündungen entdeckt werden. Noch sei die ca. 100 Euro teure Uhr noch nicht auf dem Markt. „Voraussichtlich Ende Mai wollen wir in den Verkauf gehen“, sagt Geschäftsführer Jan Wabst.

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