Diesel-Nachrüstung? 280.000 Monate Arbeit!

Die Forderung nach einer Nachrüstunge alter Dieselfahrzeuge wird immer lauter. Vor allem die GRÜNEN fordern diesen Schritt vehement. Dabei ist die Forderung rein personell nicht umzusetzen, würde 280.000 Monate Arbeit verursachen. Und wie lang mussten Sie schon jetzt auf einen Termin zum Wechseln der Sommerreifen warten..? Symboldbild: pixabay.com

Experte: „Diesel-Nachrüstung  verursacht 280.000 MONATE Arbeit!“

Von Sven Günther
Region. Sie tun sich schwer, die Politiker in Berlin, wenn es um das Thema Diesel geht. Lobbyisten und Umweltaktivisten flüstern ihnen in die Ohren, verwirren, verunsichern. Wie gefährlich ist denn die einst gepriesene Technologie eigentlich? Können die Menschen weiter mit älteren Diesel-Modellen in Innenstädte fahren? Genügen Software-updates oder müssen technischer Nachrüstungen her?

Beim Dieselgipfel am Donnerstag in Berlin einigten sich Politik und Autoindustrie auf einen Kompromiss. Bewohner stark stickoxidbelasteter Städte, die ausgewählte Dieselautos von VW und Mercedes fahren, können bis zu 3000 Euro für eine Motoren-Nachrüstung von den Firmen bekommen.

Die technische Nachrüstung alter Dieselmotoren. Eine Maßnahmen, die speziell von den GRÜNEN immer wieder eingefordert wird.

Vor allem aber eine Maßnahme, die utopisch ist.

Aus mehreren Gesprächen mit Volkswagen-Autohäusern/Werkstätten stellt sich heraus, dass es rein aus personellen Gründen nur schwer möglich wäre, eine eventuell von der Politik angeordnete Hardware-Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen umzusetzen. Die Kapazitätsgrenze ist schon jetzt erreicht!

VW-Sprecher Christoph Oemisch bestätigt das, sagt auf Anfrage des WochenENDspiegel: „Zur langen Entwicklungs-, Erprobungs- und Freigabedauer bei Nachrüstlösungen kommt ein erheblicher Zeitbedarf für den Rollout im Markt. ADAC-Untersuchungen gelangen zu dem Schluss, dass die Einbauzeit der Nachrüst-Lösungen etwa einen Arbeitstag (8h) pro Fahrzeug betragen würde. Bei Nachrüstungen im gesamten deutschen EU5-Bestand (5,6 Mio. Diesel aller Hersteller) wären das 280.000 Monate Arbeit, die auf die bereits ausgelasteten Werkstätten aufgeteilt werden müssten. Dazu kämen Kosten von bis zu 5.000 Euro je Fahrzeug!“

UND ER SAGT: „Hardware-Umrüstungen wird der Volkswagen Konzern nicht anbieten und Fahrzeughaltern auch nicht empfehlen!“

Er verweist auf andere Möglichkeiten. Oemisch: „Weiterhin arbeiten die Volkswagen AG und die betreffenden Konzernmarken mit Hochdruck an der Umsetzung und Durchführung der bereits beschlossenen Maßnahmen wie die Reduktion von NOx-Emissionen um 25 bis 30 Prozent bei Euro-5-Dieselfahrzeugen durch Software-Updates, attraktiven Angeboten zur Flottenerneuerung wie die Wechselprämie in Höhe von bis zu 10.000 Euro beim Kauf eines aktuellen und umweltfreundlichen Fahrzeugs und Verschrottung von Euro-1- bis Euro-4-Dieselfahrzeugen bzw. Inzahlungnahme von Euro-4- und Euro-5-Dieselmodellen.“

Dazu würde der Konzern Kommunen bei Maßnahmen zur NOx-Reduktion unterstützen.

Der Experte rechnet damit, dass es Jahre dauern wird, bis Nachrüstungen zugelassen und durchgeführt sind. Oemlich: „Die meisten Studien gehen davon aus, dass die Grenzwerte in den Städten in diesem Zeitraum selbst an den besonders kritischen Punkten ohnehin wieder unterschritten werden.“

Sollte dann VW-Fahrer von Mobilitätseinschränkungen betroffen sein, wird die betreffende Volkswagen Konzernmarke ihren Kunden ein individuelles Mobilitätsangebot in Höhe von bis zu 3.000 Euro machen.

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