E-Bikes: Gesunder Trend mit Risiko!

E-Bikes sind voll im Trend, bergen aber auch Risiken in sich. Foto: Stiftung Warentest

Risko E-Bike – so sind sie sicher!

Region. Sie machen mobil, verwandeln harte Anstiege in sanfte Hügel, Langstrecken in Kurztrips, Gegenwind in laue Lüftchen.
Pedelecs sind voll im Trend! Wie sonst ist zu erklären, dass 84 Prozent der E-Bike-Besitzer in einer Umfrage sagen, durch den Elektro-Antrieb mehr Rad zu fahren als vorher.
Viele Südwestsachsen planen wegen der Corona-Pandemie 2020 einen Rad-Urlaub, wollen sich aufs E-Bike schwingen. Doch dabei gibt es Risiken, wie eine Studie von Stiftung Warentest, die dem WochenENDspiegel vorliegt, zeigt!

Im Praxistest überzeugten zehn der zwölf geprüften Pedelecs mit ihren Fahreigenschaften. Doch nur vier Räder erwiesen sich auch in den weiteren Tests als robust und sicher genug, um eine gute Gesamtnote einzufahren: die Modelle von Stevens, Pegasus, Raleigh und, allen voran, von KTM. Die Preise liegen zwischen 2 150 und 3 500 Euro.

Für die Haltbarkeitsprüfung setzten die Tester die Sättel, Lenker und Gabeln der Prüflinge Belastungen aus, die der Fahrt von 20 000 Kilometern entsprechen. Das führte an vier Rädern zu Rissen: beim Flyer an einer Rahmen-Schweißnaht, beim Fischer am Sattelrohr, beim Kalkhoff an der
Sattelstütze. Für Radelnde kann das gefährlich werden, da die Stellen mit der Zeit brechen könnten – schlimme Stürze wären möglich.

Schädliche Weichmacher in Sätteln Jahrelang blieben Griffe und Sättel in den Labortests unauffällig. Nun fanden die Experten in den Sätteln von Falter, Kreidler und Winora hohe Mengen des Weichmachers Di-2-propylheptylphthalat (DPHP). In Tierversuchen schädigte er Schilddrüse und Hypophyse.

Mit einem Standardtest wurde geprüft, ob Kunststoffe an elektrischen Kontakten sehr hohen Temperaturen standhalten. Die Steckergehäuse des Akkus von Kettler und des Lade geräts von Kalkhoff fielen in dem Test durch.

Ein Manko haben alle Räder im Test: Sie wiegen enorme rund 26 bis 28 Kilogramm. Für viele Radbesitzer ist das im Wortsinn untragbar, zumal es den Bikes an guten Griffmöglichkeiten fehlt.

Von den 2019 tödlich verunglückten Radfahrern waren rund 20 Prozent auf Pedelecs unterwegs. Dabei sind nur gut 7 Prozent der Fahrräder in Deutschland Elektroräder. Experte Dr. Wolfram Hell: Eine Auswertung der Unfalldaten aus Deutschland hat gezeigt, dass das Sterberisiko auf einem Pedelec auch unter Berücksichtigung der oft höheren Fahrleistung signifikant höher ist als auf einem Fahrrad.
Das gilt auch für Verletzungen, wie eine Schweizer Studie festgestellt hat. Sie ordnet das Verletzungsrisiko mit einem E-Bike eher dem eines
Motorrads als eines Fahrrads zu.

Ein Grund der vielen Sterbefälle: E-Bike-Fahrer sind häufig über 60 Jahre und haben ein vier Mal höheres Risiko für schwere Brüche.

Fazit: E-Bikes ermöglichen eine höhere Mobilität, was der Gesundheit zuträglich ist. Allerdings gibt es auch Risiken. Deshalb ist es unabdingbar einen Helm zu tragen und möglichst ein Fahrsicherheits-Training zu absolvieren.
Eine Beratung bei einem Fachhändler ist in jedem Fall ratsam.

Den kompletten Test finden Sie auf www.test.de im Internet

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