e.o.plauen & der Weiße Neger Wumbaba

Der in Berlin geborene und dort lebende Künstler Michael Sowa erhielt den e.o.plauen Preis 2020. Er gab Axel Hackes „Weißem Neger Wumbaba“ die Figur. Foto: brand-aktuell

Michael Sowa mit e.o.plauen-Preis geehrt

Plauen. Seine Zeichnungen sind feinhumorig, fast listig und dabei doch romantisch. Michael Sowa. Der Meister der Karikatur. Der Mann, der den „Weißen Neger Wumbaba“, der grandiosen Versprecher-Sammlung des grandiosen Axel Hacke, figürlich machte. Einem breiteren Publikum wurde der Künstler auch durch den Erfolg des Films „Die fabelhafte Welt der Amélie“ bekannt. Dort wurden einige seiner Werke gezeigt: die Gemälde „Filmhund“ und „Geflügel mit Perlen“ sowie die Lampe mit dem Schwein.
Hackes kleines Tierleben“ – ein textliches Meisterweg – wird erst durch seine, Sowas, Zeichnungen brillant.
Jetzt wurde der Illustrator mit dem e.o.plauen-Preis 2020 ausgezeichnet. Er ist der 9. Preisträger. Michael Sowa war mit seiner Frau zur Vorstellung am heutigen Mittwoch (8. Januar) extra aus Berlin angereist.
Kulturbürgermeister Steffen Zenner begrüßte den Gast, der nach eigenem Bekunden erstmals in Plauen weilte. „Es ist uns eine große Freude, dass Sie den Preis angenommen haben und ehrt die Stadt Plauen. Ich kann Ihnen schon jetzt versichern, dass die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung am 19. September, 18 Uhr in der Galerie im Malzhaus in einem sehr feierlichen Rahmen stattfinden werden.“
Die Stadt Plauen würdigt ihren Sohn e.o. plauen auf immer neue und andere Weise. Zum einen mit diesem Preis, mit den Figurenpaaren, die im gesamten Stadtgebiet zu sehen sind, oder aber auch mit speziellen Ampelmännchen.“
Die Jury für den e.o.plauen Preis hat sich in ihrer Sitzung am 19.03.2019 für Michael Sowa als Preisträger 2020 entschieden. „Einstimmig“, wie Andreas Platthaus, Vorsitzender der Jury zur Nominierung der e.o.plauen Preisträger, zum Pressetermin zu berichten wusste. „Mit Michael Sowa wird die Malerei ausgezeichnet, ein Genre, das noch nicht mit dem e.o.plauen Preis gewürdigt wurde. Michael Sowas Bilder zeichnen sich durch einen unglaublichen Witz aus, mit einer Liebe zum Detail, die faszinierend ist.“
„Ich freue mich sehr über diesen Preis und es ist eine Ehre für mich, ihn anzunehmen“, so Michael Sowa. „Die Vita von Erich Ohser, sein Schicksal, hat mich beeindruckt. Trotz meiner Affinität zu den neuen Bundesländern kannte ich Plauen bisher nicht, war lediglich ganz in der Nähe in Greiz zu einer Ausstellung.“

Die e.o.plauen-Gesellschaft

Die e.o.plauen-Gesellschaft wurde am 2. Oktober 1993 gegründet. Prof. Dr. Willi Daume, ehemaliger Präsident des NOK für Deutschland, Dr. Rolf Magerkord, zum damaligen Zeitpunkt Oberbürgermeister der Stadt Plauen sowie Christian H. Ohser, Sohn Erich Ohsers, gehörten unter anderen zu den Gründungsmitgliedern der e.o.plauen-Gesellschaft, die ihren Sitz in Plauen hat. Erster Präsident der Gesellschaft war der inzwischen verstorbene Willi Daume, dessen Nachfolge am 29. September 1997 der ehemalige Bundesaußenminister, Prof. Hans-Dietrich Genscher, antrat. Gegenwärtiger Vorsitzender ist Dr. Karl Gerhard Schmidt.

Der e.o.plauen Förderpreis

Den e.o.plauen Förderpreis, der bisher acht Mal vergeben wurde, erhielt 1997 die gebürtige Ostberlinerin Anke Feuchtenberger, ihr folgte im Jahr 2002 der aus Radeberg bei Dresden stammende und heute in Berlin tätige Grafikdesigner Volker Schlecht. 2005 folgte der Illustrator und Karikaturist Frank Hoppmann aus Münster, 2007 erhielt den Preis der Berliner Comiczeicher Jens Harder und 2010 wurde die Hamburger Comiczeichnerin Line Hoven geehrt. 2013 erhielt die Leipzigerin Renate Wacker die Auszeichnung, 2016 die Leipziger Zeichnerin und Illustratorin Anna Haifisch. 2019 wurde die ebenfalls in Leipzig wohnende Lina Ehrentraut mit dem Preis geehrt.
Der Förderpreis ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert. Dieser selbst stellt eine stilisierte silberne Zeichenfeder dar und wurde vom Plauener Silberschmied Mathias Heck geschaffen.

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