Ehrenamt: FDP fordert Gesetzes-TÜV

Wollen gemeinsam am Ball bleiben, wenn es um das Ehrenamt geht: Landrat Frank Vogel (CCU) und die FDP-Politiker Frank Müller-Rosentritt und Michael Rudolph (v. l.). Foto: H.-J. Schwochow

FDP fordert Stärkung des Ehrenamtes

Aue. Geht es um Ehrenamtsarbeit, dann gilt der Fußball als Paradebeispiel. Der Kreisverband mit seinen 106 Vereinen und aktuell 18.102 Mitgliedern lebt vom Rund-um-die-Uhr-Einsatz seiner Übungsleiter, Spielleiter, Schiedsrichter und Funktionäre.

Vor diesem Hintergrund lud der FDP-Kreisverband Erzgebirge am 10. Januar zu seinem Dreikönigstreffen in den „Stadionblick“ der Spielstätte des FC Erzgebirge Aue ein. Im Mittelpunkt stand beim traditionellen FDP-Jahresauftakt der Gedankenaustausch zum bürgerschaftlichen Engagement. „Wir wollen, dass das Ehrenamt nicht nur mit warmen Worten gewürdigt, sondern dass es in der öffentlichen Wahrnahme einen ihm gebührenden Platz einnimmt“, so FDP-Kreisvorsitzende Ulrike Harzer.

Der Erzgebirgskreis kann dabei auf einige beispielgebende Initiativen und Projekte verweisen. Landrat Frank Vogel (CDU) nannte in seiner Eigenschaft als Präsident des Kreissportbundes Erzgebirge beispielsweise das Pilotprojekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“. In den kommenden drei Jahren fließen 420.000 Euro in dieses Projekt und mit dem 25-jährigen Erik Gläser gibt es seit Jahresbeginn im Erzgebirgskreis einen hauptamtlichen Ehrenamtsbeauftragten. Mit dem Regionalpreis EZGgeBÜRGER, dem kommunalen Ehrenamtsbudget, der Sportförderrichtlinie oder den bereitgestellten Mitteln für Aufwandsentschädigungen nannte der Landrat weitere erfolgreich praktizierte Formen der Unterstützung des Ehrenamtes.

Trotz dieser positiven Beispiele „in den Niederungen des praktischen Lebens“ gibt es einige Baustellen. Sachsens FDP-Chef und MdB Frank Müller-Rosentritt und FDP-Kreisrat Michael Rudolph sparten nicht mit Kritik. So an der aufwändigen Dokumentationspflicht der Vereinsarbeit, dem ausufernden Bürokratieaufwand, Haftungsfragen oder umfangreichen Steuererklärungen. Müller-Rosentritt forderte eine „spürbare Kehrtwende“ und regte einen Ehrenamts-Check für jedes Gesetz an. Modernes Ehrenamt – so die übereinstimmende Meinung der etwa 70 Teilnehmer am FDP-Dreikönigstreffen – erfordert auch engagierte Unterstützung durch die Politik in allen Verantwortungsbereichen. hjs

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