EHV Aue: Das Wunder ist vollbracht!

Rechtanwalt Lutz Lorenz leistet seit zehn Jahren als Präsident des EHV Aue eine engagierte ehrenamtliche Arbeit. Foto: Archiv/H.-J. Schwochow

EHV Aue weiter in der besten 2. Liga der Welt

Lößnitz. Die zu Ende gegangene Saison des Erzgebirgischen Handballvereins Aue war nichts für schwache Nerven.  Lutz Lorenz – seit zehn Jahren Präsident des Traditionsvereins – kann sich kaum an ein vergleichbares Spieljahr zwischen Hoffen und Bangen erinnern.
Wie ihm ergeht es auch dem Präsidium und Vorstand, Rüdiger Jurke, Geschäftsführer der EHV Aue Marketing und Spielbetriebs GmbH, dem Trainer-Duo Stephan Swat und Radek Musil,  den Fans und dem gesamten Umfeld der Mannschaft. Am Ende aller Turbulenzen steht glücklicherweise die Nachricht: Der EHV hat mit dem Verbleib in der  2. Handball-Bundesliga ein Husarenstück abgeliefert und spielt weiterhin im „Konzert der Großen“ mit.
Im Gespräch mit Dr. Hans-Joachim Schwochow zieht der EHV-Präsident eine erste Bilanz.

Wie würden Sie ihre Gefühlslage am 26. Mai nach dem Auswärtssieg gegen Eintracht Hildesheim beschreiben?
Als erstes fiel  eine große Last von meinen Schultern. Auf dem Parkett hatte das Team mit einem 28:32-Sieg den Klassenerhalt perfekt gemacht.
Dem Erleichterungsseufzer folgte die erlösende Feststellung: Endlich können wir eine schwierige Saison abhaken. Natürlich bin ich sehr stolz auf das Geleistete. Gemeinsam haben wir es schließlich geschafft, dass wir den Fans und der gesamten Region auch künftig Leistungshandball bieten können.
Herzlichen Dank an alle, die sich von Rückschlägen nicht entmutigen ließen, engagiert arbeiteten  und an die Mannschaft glaubten.

Warum war aus Ihrer Sicht die Saison von einem derartigen Wechselbad der Gefühle geprägt?
Dafür gibt es mehrere Ursachen. Einige möchte ich nennen. Durch den Weggang wichtiger Spieler war die Saisonvorbereitung von Nachverpflichtungen geprägt.
Ich denke an den litauischen Nationalspieler Benas Petreikis, der  erst unmittelbar vor dem Saisonstart am 25. August 2017 unser Team verstärkte.
Erinnern möchte ich an die verletzungsbedingten Ausfälle von Eric Meinhardt, Janar Mägi und Sebastian Paraschiv.
Auch Rückraumspieler Gregor Remke startet nicht optimal in die Saison. Das waren sicherlich Gründe dafür, dass die Mannschaft bis Mitte November ihr Leistungsvermögen nicht ausschöpfte.
Umso beeindruckender,  dass dann das Team im Dezember in die Erfolgsspur zurückfand. An dieser Stelle ein Danke an Alexander Koke, der  in der abgelaufenen Saison mehrfach aushalf.  Gleiches gilt für jene Spieler, die uns mit der neuen Saison verlassen.
Außerdem bin ich froh darüber, dass wir durch einen guten Organisationsgrad und die umsichtige Arbeit in der Geschäftsstelle durch Heidi Friedemann, aber auch die Einsatzbereitschaft von Christa und Rudi Jurke den krankheitsbedingten Ausfall unseres Geschäftsführers Rüdiger Jurke kompensieren konnten.

Welche Konsequenzen haben Präsidium. Vorstand sowie die EHV Aue Marketing und Spielbetriebs GmbH aus dem holprigen Saisonstart gezogen?
Als erste die, dass im Vorstand bereits zum Jahresbeginn 2018 das neue Mannschaftskonzept für die bevorstehende Saison beraten wurde. Rüdiger Jurke und Stefan Swat haben dabei sehr konkrete Vorstellungen zum Team entwickelt und vorgelegt. Dadurch gelangen sehr zeitig  wichtige und vor allem positionsgerechte  Neuverpflichtungen. Nennen möchte ich den lettischen Nationalspieler Austris Turminskis für die halblinke Position, Kreisläufer Kevin Lux vom HC Empor Rostock und den litauischen Nationaltorhüter Vilius Rasimas. Wie bisher kommt es aber auch darauf an, den eigenen Nachwuchs zu fordern, zu fördern und an das spielerische Niveau der „Ersten“ heranzuführen.

Wie wichtig sind Ihnen die Fans und die Sponsoren?
Auch hier kann ich nur sagen: Wir sind stolz auf unsere Fans. Gerade in schwierigen Zeiten standen sie zu ihrer Mannschaft. Was Jörg Meinhardt als Fanbeauftragter mit der Organisation von Sonderbussen und Zügen zu wichtigen Auswartspielen leistete, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Gleiches gilt für unsere Sponsoren. Wenn wir uns weiterhin im bisherigen finanziellen Rahmen bewegen können, danken wir das den Hauptsponsoren Nickelhütte Aue GmbH, eins Energie in Sachsen und Erzgebirgssparkasse, den Gold- und Silbersponsoren sowie alle weiteren Unternehmen, die uns finanziell treu zur Seite stehen. Die Saison 2017/2018 ist „abgehakt“; freuen wir uns gemeinsam auf eine erfolgreiche Saison 2018/2019.

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