EHV Aue: Warten auf Runars JA

EHV Aue

Trainer Runar Sigtryggsson vom EHV Aue.
Foto: Birgit Hiemer

EHV Aue: Warten auf ein JA

Aue. Es ist für jeden Handballkenner unübersehbar: Chef-Coach Runar Sigtryggsson und Co-Trainer Stephan Swat haben dem EHV-Team ein neues Gesicht gegeben und zum Erfolg geführt. Seit der Saison 2012/2013 trägt der am 7. April 1972 geborene Isländer die Verantwortung für die sportliche Entwicklung des Traditionsvereins. Seine Bilanz kann sich sehen lassen. Aktuell steht der EHV auf Platz sechs der Zweitbundesliga-Tabelle. Das Team legte zehn Heimspielsiege in Serie hin. Beeindruckend!
Nun tritt der EHV am 19. Februar beim ersten Rückrunden-Heimspiel gegen den Tabellendritten HSC Coburg an. Schon vor dem Anwurf steht fest: Bis zum letzten Spiel der Saison am 4. Juni gegen den TV 1893 Neuhausen liegt ein hartes Stück Arbeit vor der Mannschaft. Wo wird sie sich beim Saisonfinale in der Tabelle wiederfinden? Diese und andere Fragen beantwortet der Cheftrainer im Gespräch mit Dr. Hans-Joachim Schwochow.

Die wichtigste bleibt noch offen! Ob und wann Runar JA sagt? Alle Handballfans des Erzgebirges hoffen, dass er seinen Vertrag verlängert!

Wir sind Handball-Europameister! Wird nach dem Championat in Polen der Handballsport in seiner spielerischen Anlage neu definiert?
Runar Sigtryggsson:
Nein! Offensive Abwehrreihen, höchste Konzentration bis zum letzten Spielzug oder das extrem schnelle Umkehrspiel bedeuten prinzipiell nichts Neues. Auffallend, dass in den erfolgreichen Mannschaften junge Spieler bereits eine erstaunliche Klasse zeigen. Natürlich kann sich mein Team nicht mit diesen Maßstäben messen. Interessant sind diese Entwicklungen dennoch.
Seit der Saison 2012/2013 fungieren Sie als EHV-Cheftrainer. Könnte dieses Spieljahr Ihr erfolgreichstes werden?
Runar Sigtryggsson: Es wäre überheblich, mit einem „Ja“ zu antworten. Fest steht allerdings, dass mit dem vorhandenen Kader ein stabileres Team geformt und die Abgänge am Saisonende 2014/2015 kompensiert wurden. Ob es das erfolgreichste Jahr für mich wird, bleibt abzuwarten. Gegenwärtig bereitet mir die Torwart-Position einige Sorgen, weil Radek Musil weiterhin verletzungsbedingt ausfällt. Dennoch: Das Erreichte finde ich großartig, weil wir bisher nahtlos an die erfolgreiche Vorsaison angeknüpft haben.

Nochmals zur Hinrunde. Zwischenzeitlich nahm Ihr Team Platz vier ein und steht nun mit 25:17-Punkten auf besagtem Rang sechs. Nicht zu vergessen die Pokalsensation gegen den Erstligisten TBV Lemgo, der mit 30:24 vom Parkett gefegt wurde. Gibt es ein Erfolgsrezept?
Runar Sigtryggsson:
Ja. Harte Trainingsarbeit! Konkret schätze ich ein, dass das Team relativ selbstbewusster und geschlossener auftritt. Hinzu kommt, dass die Mannschaft auf einem höheren Level spielt, in der Abwehr aggressiver auftritt und taktische Vorgaben flexibler umsetzt. Dabei wird unser Spiel durch die mannschaftliche Geschlossenheit geprägt.

In den nächsten Rückrundenspielen Coburg, Wilhelmshavener HV und Friesenheim treten Sie gegen Mannschaften an, die in der Tabelle vor dem EHV liegen. Ist Platz sechs am Saisonende realistisch?

Runar Sigtryggsson:
Schwierig zu beantworten. Völlig unrealistisch wäre aus meiner Sicht der vierte Platz, obwohl wir den schon einmal innehatten. Selbst Rang sechs ist bei sachlicher Betrachtung schwer zu halten. Die Fans und das gesamte Umfeld der Mannschaft sollten nicht enttäuscht sein, wenn das Team um den einen oder anderen Platz abrutscht. Das darf aber nicht missverstanden werden. Natürlich wollen und werden wir alles in unseren Kräften stehende tun, um attraktiven Leistungshandball zu bieten. Das sind wir unseren Fans schuldig.

Die Verletztenliste nahm am Jahresende 2015 bedrohliche Ausmaße an. Ist eine Verbesserung der Situation in Sicht?
Runar Sigtryggsson:
Sigtryggsson: Ja! Sebastian Duschek ist nach seinem Mittelhandbruch ins Team zurückgekehrt. Bjarki Mar Gunnarson befindet sich nach seinem Einsatz in der isländischen Nationalmannschaft in guter körperlicher Verfassung. Der schulterverletzte Ladislav Brykner stieg wieder ins Training ein und braucht nun Zeit und Geduld, um seine Form aufzubauen. Das gilt auch für Bengt Bornhorn. Weiter verletzt bleiben Dadi Runarsson, Radek Musil und Adam Mazur.

Im Team steht mit Gregor Remke ein 18-jähriger Linkshänder, der vom Erstligisten SC DHfK kommt und ein Doppelspielrecht erhalten hat. Wie schätzen Sie den „Neuen“ ein?
Runar Sigtryggsson
Gregor bedeutet im Rückraum rechts für uns eine große Verstärkung. Er gehört zu den Nachwuchshoffnungen des deutschen Handballs und gilt als Riesentalent. In Leipzig spielt er in der A-Jugend, bei uns in der 2. Liga. Für Gregor ist das Spielrecht beim EHV eine Chance, sich an der Seite erfahrener Spieler weiter zu entwickeln. Die Fans sollten Verständnis aufbringen, wenn Gregor nicht in jedem Spiel alles gelingt.

Die NSG EHV/Nickelhütte Aue erhielt für 2016 ein weiteres Mal das Jugendzertifikat der DKB-Handball-Bundesliga. Wie zufrieden sind Sie mit der Nachwuchsarbeit?
Runar Sigtryggsson:
Dass sich in Aue seit Jahren um den Nachwuchs gekümmert wird, finde ich grundsätzlich gut und richtig. Gleichzeitig vertrete ich die Auffassung, dass junge Nachwuchsspieler die Zeit und vor allem Geduld benötigen, um sich entwickeln zu können. Das Team wiederum wird nur bei einem gesunden Mix aus erfahrenen und „heranreifenden“ Spielern erfolgreich sein und bleiben.
Alles in allem: Vor uns liegt eine interessante Rückrunde. Die Fans bitte ich um Unterstützung bei unserem Vorhaben, zu den Jubiläen „90 Jahre Handball in Aue“ und „25 Jahre EHV Aue“ guten, spannenden und torreichen Leistungssport zu bieten. Haltet auch zu uns, wenn es einmal nicht optimal läuft!

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