Späte Hölle in der Halle

Grenzenloser Jubel nach dem EHV-Sieg gegen Nordhorn-Lingen. Foto: Birgit Hiemer

Grenzenloser Jubel nach dem EHV-Sieg gegen Nordhorn-Lingen. Foto: Birgit Hiemer

EHV gewinnt gegen Aufstiegsaspiranten Nordhorn-Lingen

Der EHV Aue hat eine kleine Handball-Sensation geschafft und am Mittwochabend in der Erzgebirgshalle Lößnitz gegen das hoch favorisierte Team HSG Nordhorn-Lingen deutlich mit 25:21 gewonnen.

Die erste Halbzeit allerdings war davon nichts zu ahnen. Die Partie begann zerfahren. Beide Teams leisteten sich viel zu viele Fehler, konnten sich aber auf die hervorragende Arbeit ihrer Torhüter verlassen. Nach dem 2:2 in der 7. Minute zog die HSG davon, erspielte sich einen Dreitore-Vorsprung, den sie bis zur Halbzeit verwalteten. Mit einem 10:12 ging es in die Pause und nur wenige der 1.150 Zuschauer in der Erzgebirgshalle glaubten, dass ihr EHV das Spiel noch drehen kann. Zu viele Verletzungssorgen plagen die Auer. Es fehlten Bengt Bornhorn (Muskelabriss), Janar Mägi (Kreuzbanddehnung), Adam Mazur (Kreuzbandriss) und Jan Faith (Bronchitis). Die Gäste hingegen kamen mit einer vollen und gut besetzten Reservebank, wechselten im Spiel fast komplett durch.

Doch die Auer kamen nach der Pause besser ins Spiel und drehten beim Spielstand von 12:14 richtig auf. Fünf Tore in Folge brachten die Gäste ins Wanken. Auch das Timeout ihres Trainer brachte nichts. Aue hatte einen richtig guten Lauf und gab das Spiel nicht mehr aus der Hand. 25:21 endete das Spiel, das zurecht von den EHV-Fans euphorisch bejubelt wurde. Bester Torschütze in den Reihen der Auer war Sigtryggur Dadi Runarsson mit insgesamt 9 Treffern (davon vier Siebenmeter). Ihn wählten die Trainer auch nach der Partie zum Spieler of the Match.

EHV-Manager Rüdiger Jurke schüttelte noch lange nach der Partie den Kopf: „So ein Spiel wie heute, habe ich persönlich lange nicht erlebt. Dass wir mit dieser dünnen Personaldecke, wir hatten ja nur einen Auswechselspieler, die Partie noch gedreht haben, hätte ich nicht für möglich gehalten. Einen Dank auch an die Fans, die gemerkt haben, dass das heute keine Operette sondern ein Handballspiel ist. Das war dann richtig toll! Die Halle hat gebrannt und so muss sie auch im Pokalspiel gegen Minden nächste Woche am Mittwoch brennen, nur dann haben wir die Chance, eine Sensation zu schaffen.“

Das sagten die Trainer:

Heiner Bültmann: „Ich bin sehr enttäuscht. Wir haben in der ersten Halbzeit stark gedeckt, vor aber zu viele freie Bälle liegen lassen. Wir hätten meiner Meinung nach von der Spielleistung, die wir gebracht und von dem was wir in der ersten Halbzeit investiert haben, mit einer deutlicheren Führung in die Halbzeit gehen müssen.
Dann passierte, was in Aue auch anderen schon passiert ist: Die Halle kommt, wenn das Spiel knapp ist. Wir haben es verpasst, im Angriff Ruhe zu bewahren. Damit haben wir Aue zu dem eingeladen, was für Gastmannschaften Gift ist: schnelle und einfache Gegentore. So ist das Spiel gekippt. Damit geht der Sieg für Aue völlig in Ordnung.“

Runar Sigtryggsson: „Es war heute nicht einfach. Wir haben zunächst gedacht, die Zuschauer hätten in den ersten Minuten Schlaftabletten genommen. Erst dann hat die Halle richtig gekocht – und dann konnte man sehen, wie viel Einfluss die Fans auf das Spiel haben! Dafür kann ich mich nur bedanken.
Was die Mannschaft geleistet hat, war Willen pur. Ich hätte keinen Cent darauf gewettet, dass wir gewinnen. Wie gesagt: Es war Willen pur. Wir wollten gewinnen und haben es geschafft. Hut ab!“

 

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