“Ein medizinischer Leuchtturm” – Neues Schlaganfall-Zentrum am Klinikum Chemnitz eingeweiht

Chefarzt Dr. Jörg Thalwitzer an einem Simulator im neuen Interventionszentrum, an dem die Gefäße vor dem Eingriff virtuell durchgeführt werden können. Foto: Judith Hauße

Nach zwölfmonatiger Bauzeit wurde gestern das neue Interventionszentrum des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie am Klinikum Chemnitz offiziell eingeweiht. Ein Leuchtturm-Moment, wie Chefarzt Dr. med. Jörg Thalwitzer zur Eröffnung betonte. Die Erneuerung des Zentrums gehört zu einem der großen zukunftsweisenden Bauvorhaben des Klinikums und vereint das Institut für bildgebende Diagnostik mit dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie. Dank hochmoderner Technik können nun Patienten mit Hirnblutungen und Schlaganfällen schneller und besser behandelt werden.

Anhand eines modernen Simulators können auch Studenten Eingriffe in einer realen Umgebung trainieren. Foto: Klinikum Chemnitz

Die Besonderheit: Zwei hochmoderne Angiographieanlagen, mit denen die Sicherheit der Patienten erhöht werden kann. “Sie erhalten die Patientenversorgung in der Region als Maximalversorger auch bei Notfällen aufrecht”, so Thalwitzer weiter. Die dabei zum Einsatz kommende hochmoderne Technik mache das Interventionszentrum zum leistungsfähigsten seiner Art in der Region Südwestsachsen. “Im Umkreis von 80 Kilometern gibt es kein radiologisches Institut mit vergleichbarem Leistungsspektrum”, wie Dirk Balster, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz erklärt. Besonders stolz ist Geschäftsführer Balster auf die neuartige Simulationsanlage, die es den Mitarbeitern ermöglicht, in einer realen Umgebung die hochkomplexen Eingriffe zu trainieren.

Nicht zuletzt sei das neue Interventionszentrum ein Quantensprung bei der Behandlung von gefäßbedingten Erkrankungen. Denn diese haben laut Thalwitzer in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Als Beispiel führt er die Behandlung von Schlaganfall-Patienten an. Waren es 2016 rund 20 Fälle, so liegt die Zahl der Entfernung von Gerinnseln aus Hirngefäßen (Thrombektomie), die ursächlich für Schlaganfälle sind, am Klinikum bei insgesamt 140 Fällen im Jahr, Tendenz steigert. “Durch die zwei Anlagen sind wir nun aber in der Lage, Schlaganfall-Patienten im Akutfall zu behandeln und zeitgleich geplante Eingriffe zu realisieren”, so der Chefarzt. “Dies spart Zeit und wird die Zahl der Interventionen deutlich erhöhen.”

Mit Hilfe der hochauflösenden Technik der Bildverarbeitung könnten sogar kleinste anatomische Details dargestellt werden, erläutert Dr. Thalwitzer weiter. Durch die simultane Aufnahme der Gefäße könne zudem die Kontrastmittelmenge reduziert werden, denn es sei nun möglich, die Gefäße gleichzeitig in mehreren Ebenen darzustellen. Außerdem arbeite die neue Angiographie mit bis zu 70 Prozent reduzierter Strahlung im Vergleich zu früher.

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