Eine Mühle – Viele Ideen

Insgesamt zehn Schulen aus fünf LEADER-Regionen, darunter auch die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse der Oberschule Neukirchen präsentierten am 13. Juni 2019 ihre Projektergebnisse im Rahmen von „Architektur macht Schule“ in der Alten Baumwolle Flöha.
Foto: Judith Hauße

Neukirchen. Ein Schuljahr haben sie getüftelt, geplant und ausgemessen. Nun durften die Schülerinnen und Schüler der Oberschule in Neukirchen ihre Ergebnisse im Rahmen des Kooperationsprojektes mit der Stiftung Sächsischer Architekten „Architektur macht Schule“ der Öffentlichkeit präsentieren. Ihr Zielobjekt: Die Herrenmühle in Neukirchen. Ein Gebäude mit durchaus Potenzial für eine soziokulturelle Einrichtung, wie Jürgen Beyer betont. Der Neukirchener WTH-Lehrer, unter dem das unterrichtsübergreifende Projekt vor Ort lief, ist gleichzeitig Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Neukirchen Erzgebirge e.V. Er weiß genau um die Historie der alten Mühle im Ort. „Bis 1991 lief der Mahlbetrieb, danach aber nur noch im Zuge von Auftragsarbeiten bis die Mühle schließlich 2002 komplett eingestellt wurde“, so der 65-Jährige. Doch die Nutzungsmöglichkeiten, die das historische Gebäude bietet, seien durchaus vielseitiger, wie Beyer auf die Ideen seiner Projekt-Schützlinge, die Räumlichkeiten der Mühle auch weiterhin für die Gemeinde nutzbar zu machen, blickt.

Jedoch war die Herrenmühle nicht jedem der rund 15 Mädchen und Jungen schon immer bekannt. „Zwar wusste ich von dem Gebäude, man ist öfters daran vorbeigelaufen, doch bewusst wahrgenommen hat sie keiner von uns so richtig“, wie der 15-jährige Marian gesteht.  Dem Projekt habe dies laut Beyer aber keinen Abbruch getan. Im Gegenteil sagt er. „Das große Ziel war, der jungen Generation die Tragweite des Berufsfeldes eines Architekten näher zu bringen und sie somit gleichzeitig für ihre gebaute Umwelt zu sensibilisieren. So unternahmen wir mit ihnen zahlreiche Exkursionen zur Herrenmühle selbst, sowie aber auch zu anderen Mühlen in der Region, um einen Überblick über die Möglichkeiten eines solchen Objektes zu bekommen.“

Als Projektleiter freue er sich besonders über den bisherigen Erfolg der Ergebnisse. „Bereits zum deutschen Mühlentag am Pfingstmontag stießen die Collagen und Plakate mit den von den Jugendlichen erstellten Grundrissen und Plänen in der Gemeinde auf großes Interesse. Die Schüler/innen hatten dann den großartigen Einfall, jedem mit Hilfe einer Strichliste die Gelegenheit zu geben, sich für ihren Favoriten zu entscheiden. Besonderes Interesse galt dem Vorschlag eines Mühlen-Cafés.“ Zwar könnten sich die jungen Leute auch einen Jugendclub oder ein Club-Kino vorstellen, doch das Café habe natürlich auch seine Vorzüge, wie sie sagen. „Nach der Schule hätten wir einen Ort, wo wir uns treffen könnten“, so die zwei Freundinnen Lia und Jasmin, die ebenso am Projekt beteiligt waren. Und selbst einen Ferien- oder Aushilfsjob in der Herrenmühle wäre für so manch einen von ihnen vorstellbar.

Aber ob die Projektergebnisse letztendlich auch umgesetzt werden, steht noch nicht fest. „Der private Eigentümer müsste dazu die Mühle erst einmal in die Hände der Gemeinde übergeben“, wie der Schulleiter der Oberschule Hans-Christian Lippmann erklärt. Zudem sollen die Pläne als nächstes auch dem Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen Sascha Thamm überstellt werden. „Er war es, der unsere Schule für das Projekt vergangenes Jahr angemeldet hat“, ergänzt Lippmann. Am Ende konnten sich die Oberschüler/innen dennoch freuen. Die Architektenkammer Sachsen stellte für jeden der rund 180 Teilnehmer/innen aus insgesamt zehn Schulen wertschätzende Bescheinigungen aus, die in diesem Jahr mit den Endjahreszeugnissen übergeben werden.

 

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