Eine Region sagt Ja! zum Sachsenring

Mit diesem Protestplakat macht sich die Region stark für ihren Sachsenring. Foto: privat

Region. Während vom 13. bis 15. Juli 2018 die größte Rennsportveranstaltung der Region auf dem Sachsenring in ihre nächste Runde geht, wird hinter den Kulissen zum wiederholten Male fleißig über den Verbleib des Motorrad Grand Prix auf der sächsischen Strecke spekuliert. Wir haben uns rund um den Sachsenring umgehört, warum der Grand Prix auch künftig nach Hohenstein-Ernstthal gehört.

Heiner Bär (Meister Bär Hotel Drei Schwanen“, HOT)
„Seit vier Jahren beherbergen wir bereits die Gäste des Motorrad Grand Prix und waren von Anfang an begeistert von der Atmosphäre rund um den Sachsenring und in der Stadt Hohenstein-Ernstthal. Der Grand Prix tut der Region, der Wirtschaft und den Menschen hier gut. Wir sind weltweit bekannt und werden für unsere tolle Gastfreundschaft geschätzt – die MotoGP und der Sachsenring sind für uns eigentlich unzertrennbar verbunden.“

Tobias Linke (Motorsportfotograf, Gersdorf)
„Schon als 1998 die Motorrad WM zurück auf den Sachsenring gekommen ist, war ich dabei. Damals habe ich mich immer wieder in das Fahrerlager geschlichen, um Autogramme von meinen Idolen zu bekommen. Auch 20 Jahre später hat mich der Motorsportvirus nicht mehr losgelassen und ich bin als Motorsportfotograf in der Welt unterwegs. Mit dem Sachsenring verbinde ich unzählige schöne Erinnerungen. Ein anderer Standort in Deutschland als der Sachsenring kommt nicht infrage, denn hier hat der Grand Prix eine lange Tradition!“

Sirko Fröde (Fröde & Fröde GbR Sanitär-Heizung-Service, Hohenstein-Ernstthal)
„Meine ersten GP-Erlebnisse gehen auf die Zeiten zurück als die Rennen noch auf dem Badberg stattfanden, der Geruch der Zweitakter hat sich bis heute in meiner Erinnerung eingebrannt. Ich war als Kind immer auf dem Sachsenring und die Zeit bis zum nächsten Rennen schien mir damals unendlich lang. Nachdem wir uns 1997 selbstständig gemacht haben, haben wir unsere ersten Aufträge auf der Strecke erhalten. Viele Menschen und Gewerke identifizieren sich mit dem Grandprix. Die Veranstaltung hat zudem die größte Strahlkraft für unsere Region und letztlich hängen auch viele Arbeitskräfte daran! Die Welt schaut an diesem Wochenende auf uns!“

MotoGP Fan und Shopbetreiber Ron Richter am Sachsenring. Foto Privat

Ron Richter (Born2Bawesome Clothing, Oberlungwitz)
„Da ich hier aufgewachsen bin, war der Sachenring schon immer Bestandteil meines Lebens. Besonders an die ersten Jahre erinnere ich mich sehr gern. Als Kind wirkt der ganze Circus noch viel beeindruckender. Mein größter Held war damals Max Biaggi, der sich mit Ralf Waldmann in der 250ccm Klasse bis aufs Messer duellierte. Für uns als Firma ist der GP natürlich auch wirtschaftlich wichtig, da wir die Möglichkeit haben, uns internationalen Rennfans zu präsentieren. Der Sachsenring hebt sich vor allem durch seine Stimmung ab! „Zu Gast bei Freunden“ wird hier ohne Aufforderung jedes Jahr gelebt. Meine größte Befürchtung wäre, dass wenn wir den Sachsenring nicht mehr haben dadurch ein GP in Deutschland komplett wegfällt!“

Florian Prüstel (Prüstel GP, Callenberg)
„Das ist unsere Heimat. Viele Sponsoren, Unterstützer und eine große Fangemeinde. Der Sachsenring hat eine lange Tradition und hat meine Kindheit und Jugend sehr geprägt. Der Heimgrandprix war der Treffpunkt in unserem Freundeskreis, hier haben wir gefeiert, mitgefiebert und sowohl in Niederlagen als auch Siegen immer den Teams beigestanden und sie angespornt.“

Marshall Andy Wolfram mit Johann Zarco beim GP. Foto: Privat

Andy Wolfram (MotoGP Marshall, Schleiz)
„Als gebürtiger Schleizer hatte ich selbst schon immer mit dem Rennsport zu tun. Auch wenn die Bezahlung mit 25 Euro am Tag wirklich sehr wenig für diese Tätigkeit ist, ist die Arbeit als Marshall sehr schön. Man lernt viele Leute kennen, hat Spaß und ist unter Gleichgesinnten. Allerdings hat der Job auch eine ernste Seite und kann gefährlich, traurig und hart sein. Man ist früh der erste und abends der letzte auf der Strecke und begibt sich in große Gefahr bei Einsätzen. Dennoch ist es einer der wichtigsten Jobs überhaupt damit auch am Sachsenring beim GP Rennen gefahren werden können. Für mich ist der Sachsenring das zu Hause der MotoGP in Deutschland!“

„Über den Fortbestand der größten deutschen Sportveranstaltung darf nicht diskutiert werden. Eine MotoGP ohne deutsches Rennen und ohne den Sachsenring ist undenkbar“, machte Eddie Mielke, Sportkommentatorengröße und Motorsportfreund schon vor zwei Jahren deutlich. Auch in den sozialen Netzwerken formierte sich in den vergangenen Wochen reger Widerstand unter den Motorradsportfans. Neben der Online-Petition „Die MotoGP muss am Sachsenring bleiben!“, die bereits knapp 14.000 Unterstützer zählt, machen die Motorsportenthusiasten mit einem Protest-Plakat, welches am Grandprix-Wochenende vor der Tribüne T2 platziert wird und einem eigens kreierten Sachsenring-Protest-Shirt, auf die Situation aufmerksam.

Von Doreen Müller-Uhlig

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