Einsiedel am Scheideweg – Demonstrationen und Blockaden

(Chemnitz/Einsiedel). Schon seit einigen Tagen ist es sehr unruhig im Chemnitzer Stadtteil Einsiedel. Ein geplantes Asylbewerberheim im ehemaligen Pionierlager sorgt für Unruhe. ( Wir berichteten https://www.wochenendspiegel.de/protest-zur-geplanten-asylunterkunft-in-einsiedel/ ).

Auch am gestrigen Mittwoch (7.Oktober) versammelten sich die Einwohner zu einem Schweigemarsch. Auch das Bündnis “Chemnitz Nazifrei” meldete für 17:00 Uhr eine Demonstration an. Rund 150 folgten dem Aufruf und zogen durch die Stadt bis zum Bahnübergang. Auf der anderen Seite vom Bahnübergang liefen bereits Teilnehmer zu dem für 19:00 Uhr angesetzten Schweigemarsch, der durch Polizei von der anderen Demo getrennt wurde.

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Es blieb alles friedlich. Außer für die Vertreter der Presse. Schon auf dem Weg zum Treffpunkt der Teilnehmer zum Schweigemarsch, wurde einem sehr deutlich klar gemacht das Presse hier nicht erwünscht ist. “Ich würde nicht da hinter gehen, da bekommst Du aufs Maul, kannst Du aber auch gleich hier bekommen…”, sagt eine Gruppe von Jugendlichen, die auf dem Weg zum Treffpunkt in der Anton-Hermann-Straße sind.

Wenige Meter später der Chef der Ordner der Veranstaltung. “Ihren Presseausweis bitte, sonst geht es hier nicht weiter.” Auf den Datenschutz angesprochen (auf dem Presseausweis sind Name, Anschrift und Geburtsdatum vermerkt) erwidert er: “Wer ordentlich und gerade berichtet, braucht sich vor einer Verfolgung ja nicht zu fürchten”. Worte, die einschüchtern sollen. Zum Verständnis: Es entzieht sich jeglicher rechtlichen Grundlage sich ausweisen zu müssen, wenn dann lediglich der Polizei gegenüber.

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Seit Montag wird die Zufahrt zum geplanten Heim rund um die Uhr blockiert und überwacht von den Bürgern. Zwei Pavillions wurden aufgebaut, Feldwege mit Holz und Schutt unpassierbar gemacht. Hervorgerufen wurde die Aktion durch Gerüchte. Angeblich wüsste man aus sicherer Quelle, dass zwei Busse mit Asylbewerbern Montagabend eintreffen sollten. Gekommen ist keiner. “2 Demonstrationen ist schon sehr viel für unseren Ort, wir wurden aber auch schlecht informiert wie das mit dem Asylbewerberheim aussehen soll. Es gab keinerlei Informationen wann es starten soll, es gibt keine Baugenehmigung, kein Sicherheitskonzept. Wir wollen aber auch nicht in die rechte Ecke gedrängt werden. In der Masse sind es Einsiedler Bürger die besorgt sind und einfach nur wissen möchten ob nun 500 oder 1500 herkommen” sagt Ortsvorsteher Falk Ulbrich.

Gegen 21:00 Uhr war der Demonstrationszug durch die Stadt dann beendet.

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