Einzigartig! Baby-Mode aus Hanf

Norman Schirmer bietet in Deutschland einzigartige Babymode aus Hanf an. Foto: Regionalmanagement Erzgebirge

Erzgebirger vom Hanf berauscht!

Stollberg. Alles begann mit einem Tässchen Hanftee, das Norman Schirmers Eltern aus dem Urlaub mitbrachten. “Das war 2002”, erinnert sich der Erzgebirger. “Und in mir erwachte die Leidenschaft für das Naturprodukt.” Schirmer studierte die Pflanze intensiv, kündigte seinen Job als CNC-Schleifer im Textil-Maschinenbau, machte eine kaufmännische Ausbildung und sich anschließend selbstständig – mit Produkten und Textilien aus Hanf. Die Idee, Kinderbekleidung aus Hanf herzustellen, ist in Deutschland bisher einzigartig.
Heute liefert er unter dem Lable “Hanfare” seine Mode in die ganze Welt. Schirmer: “Ich erreiche über das Internet Endkunden in den hintersten Wäldern Finnlands.” Seit 2005 gibt es den Online-Shop für Mode, Lebensmittel und Kosmetik, seit 2014 das Hanfare-Ladengeschäft.
Der wahre Komfort der Hanfkleidung erschließt sich erst beim Tragen: „Die Stoffe klimatisieren – kühlen im Sommer, wärmen im Winter, sind antibakteriell und schützen sogar vor UV-Strahlung“, so Norman Schirmer.
Aufgrund dieser Eigenschaften kommt Hanf übrigens auch in Dämmstoffen zum Einsatz. Ein zweiter Punkt, der überzeugt, ist die gute Ökobilanz, die immer mehr Kunden wichtig ist. „Zur Herstellung von 1 kg Stoff benötigt man 300 l Wasser. Im Vergleich verschlingt dieselbe Menge Baumwolle 27.000 Liter Wasser. Und Hanf wächst wie Unkraut, braucht keine speziellen Bedingungen, reichert sogar den Boden mit Nährstoffen an statt ihn auszulaugen.“ Aktuell kommt der Hanf aus Südtirol, wird in Baden-Württemberg zu Stoff und in Jahnsdorf zur Mode genäht.
Schirmers Hanfprodukte sind im Vergleich zur Discounterware, so wie andere Bio- und Naturprodukte auch, teurer. Dafür aber ökologisch sauber, fair und im Idealfall regional gefertigt.
Norman Schirmer gibt zu, vor Jahren mit einem Wegzug aus dem Erzgebirge geliebäugelt zu haben. Vor allem, weil in der Großstadt ein höheres Kundenpotential durch mehr Offenheit gegenüber alternativen Produkten liegt. Dann blieb Familie Schirmer doch, weil eben alle mit Leib und Seele Erzgebirger sind: „Wir würden zu vieles vermissen, haben unsere komplette Familie hier und ich bin seit 30 Jahren einem Fußballverein treu. Rein sachlich muss man auch die höheren Lebenshaltungskosten in den Ballungsgebieten bedenken.“ Hier findet Norman Schirmer die Ruhe, um über künftige Projekte nachzudenken: Das nächste ist schon eingetütet: „2018 kommt unsere Herren-Unterwäsche aus 100 Prozent Hanf, die auch hier regional in Sachsen gefertigt wird.“

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