Einzigartige Handwerkskunst aus dem Erzgebirge

Der berühmte Holz-Nussknacker aus dem Erzgebirge ist weltweit bekannt. Foto: Pixabay

Der berühmte Holz-Nussknacker aus dem Erzgebirge ist überall auf der Welt bekannt. Als Erfinder der dekorativen Figur gilt Friedrich Füchtner aus Seiffen. Er nahm sich den König Nussknacker aus Heinrich Hoffmanns 1851 erschienenem Buch zum Vorbild. Das Buch erzählt eine eher traurige Geschichte, bringt aber erstmals den Nussknacker mit der Weihnachtszeit in Verbindung. Nussknacker sind indes nicht das einzige Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge.

Das Erzgebirge ist mehr als Bergbau

Um die traditionelle alte Handwerkskunst aus dem Erzgebirge kennenzulernen, sollte man viel Zeit mitbringen. Für Gäste von außerhalb steht dafür eine große Auswahl an Ferienwohnungen im Erzgebirge zur Verfügung. Sie sind der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in die Geschichte des Erzgebirges, das längst auch ein beliebtes Urlaubsziel ist. Die Region ist in erster Linie geprägt durch die über 800-jährige Bergbaugeschichte. Das Erzgebirge gehörte zu den bedeutendsten Erzlieferanten Deutschlands. Wie das Leben unter Tage aussah, kann man noch heute in zahlreichen Schaubergwerken erleben, beispielsweise in der „Reichen Zeche“ in Freiberg oder dem Kalkwerk von Lengefeld.

Die Erzvorräte waren schnell erschöpft und die Menschen mussten sich nach einem anderen Broterwerb umschauen. Da das Erzgebirge fast durchgehend von Wald bedeckt ist, entwickelte sich schon bald die Handwerkskunst der Holzschnitzerei. Bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde im Erzgebirge Holzspielzeug hergestellt.

Weltweit einmalige Technik

Kunstvolle Weihnachtspyramiden, lustige Räuchermännchen, kirchliche Figuren und Schwibbögen haben das Erzgebirge auch international bekannt gemacht. Vermutlich kommen so viele kirchliche Holzfiguren aus dem Erzgebirge, weil die Menschen durch den Bergbau und seine Gefahren demütig christlich eingestellt waren. Heute werden die weihnachtlichen Dekorationen aus dem Erzgebirge maschinell und in Masse hergestellt. Doch früher musste jede einzelne Figur handgeschnitzt und bemalt werden. Das Wissen um die Schnitzerei und Drechslerei wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Dazu gehörte auch die Technik des Reifendrehens.

Dabei wird ein Holzstück so an der Drehbank bearbeitet, dass ein Reifen entsteht. Er wird in Scheiben geschnitten und daraus dann per Hand Einzelteile wie Arme, Köpfe oder Beine gefertigt. Diese Technik aus dem Erzgebirge ist weltweit einmalig. Einige Kunsthandwerkstätten und Manufakturen sind noch heute in Betrieb und ihre Produkte auch international sehr begehrt. Wer sich für die breite Palette erzgebirgischer Holzkunsterzeugnisse interessiert, kann sich in Seiffen in der Schauwerkstatt ansehen, wie zum Beispiel der berühmte Nussknacker hergestellt wird.

Stickerei als Wirtschaftszweig

Während in Plauen im Vogtland Spitze geklöppelt wurde, saßen die Frauen in Eibenstock über ihren Stickereien. Clara Ackermann brachte die Technik des Tambourierens 1775 nach Eibenstock in der Nähe von Zwickau und begründete damit einen eigenen Wirtschaftszweig des Kunsthandwerks. Beim Tambourieren werden die Motive mit der Häkelnadel auf ein Gewebe aufgebracht, sodass sie wie aufgestickt aussehen. Es ist eine einfache Technik, die noch heute bei Handarbeitsfreunden sehr beliebt ist. In Eibenstock gibt es ein Stickerei-Museum, in dem die wundervollen Arbeiten bestaunt werden können. Neben Tambourieren sind Perlen- und Flitterstickereien aus verschiedenen Epochen zu sehen. Auch einige noch voll funktionsfähige Stickmaschinen stehen im Museum und werden auf Wunsch vorgeführt.

Das Erzgebirge steht in erster Linie für Weihnachten wie keine andere Region in Deutschland. Es zählt aber auch zu den schönsten Mittelgebirgslandschaften, die zu jeder Jahreszeit eine Reise wert ist.

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