Endlich Action im Kino

Michael Günther ist Theaterleiter des vor kurzem wieder-eröffneten Kinos in Schneeberg. (Foto: Natalie Scheffler)

Kino in Schneeberg ist nach Neu-Eröffnung gut angelaufen

Schneeberg. Nach langen Verzögerungen konnte im Juli nun endlich das neue Kino in Schneeberg eröffnen. Bisher wäre der Betrieb auch schon gut angelaufen, wie Theaterleiter Michael Günther sagt: „Wir sind zufrieden, es kann natürlich immer mehr sein, aber aktuell ist ja auch Sommer und Corona macht sich auch noch bemerkbar. Aber die meisten sind sehr dankbar, dass es endlich wieder ein Kino in Schneeberg gibt und dass sie nun wieder etwas mit Freunden unternehmen dürfen.“
Das Kino ist eines der vier Kinos, die die Schwestern Repp im Erzgebirge betreiben: Da gibt es noch das Ringkino Schwarzenberg, welches Katharina Repp betreibt, sowie die Kinos in Annaberg und Auerbach, die Ann-Kristin und Katharina Repp gemeinsam betreiben. Die Idee, das alte Kino in Schneeberg wieder auf Vordermann zu bringen, kam der Betreiberin, als ihre eigene Popcorn-Maschine brannte und sie kurzerhand die Maschine vom Verein, der damals das Schneeberger Kino betrieb, nutzte. Vor Ort war sie schließlich begeistert vom Charme des alten Kinos.

Das Gebäude an sich wurde 1897 als Turnhalle gebaut, in den 50er Jahren wurde es dann als Kino umgebaut und bis 2006 normal geführt.
Dann war das Kino lange Zeit geschlossen, bis es schließlich der Verein übernahm und bis 2016 führte. Zu dieser Zeit liefen aber nur aller zwei Wochen Vorstellungen, Michael Günther war damals schon im Vorstand und so kam auch der Kontakt zu Ann-Kristin Repp zustande. Bereits Anfang 2014 musste der große Saal aufgrund von Hausschwamm geschlossen werden und es stand dann nur noch ein kleiner Saal mit 30 Plätzen zur Verfügung. Hinzu kam, dass bisher Filme über Filmrollen abgespielt wurden. Die Digitalisierung hätte aber ca. 100.000 Euro gekostet, das wäre für den Verein sowieso nicht machbar gewesen.

Film ab! Michael Günther freut sich über zahlreiche Besucher im Schneeberger Kino. (Foto: Natalie Scheffler)

„Also hatte Frau Repp die Idee, das Kino wieder herzurichten. Der Schwammschaden wurde beseitigt, die Sitze gereinigt und 2016 sollte das Kino neu eröffnet werden“, erzählt Michael Günther. Doch es kam alles anders als gedacht, denn nach und nach tauchten immer mehr bauliche Mängel auf und damit zog sich die Sanierung immer weiter. „Schließlich kam noch Corona dazu, durch Lieferschwierigkeiten verzögerten sich die Bauarbeiten. Zwischendurch haben wir fast schon selbst nicht mehr daran geglaubt, dass wir noch jemals öffnen werden, jetzt sind wir aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und es ist eben auch ein Herzensprojekt, das geht nur mit Leidenschaft und Engagement. Es stand von vornherein fest, dass wenn wir einmal öffnen, dass ich dann die Position des Theaterleiters übernehme“, so Michael Günther.
Mit den Besucherzahlen sind die Betreiber aber aktuell zufrieden, die sind an manchen Tagen schon wieder so wie vor Corona.
„Da kommt uns dieser milde Sommer entgegen. Wir haben aber dieses Jahr auch eine ganz andere Situation als letztes Jahr, denn da fehlten die großen Blockbuster aus Amerika. Gerade Filme wie „James Bond“ wurden immer weiter nach hinten verschoben, denn der Filmverleih ist ja eine große Einnahmequelle, die den Produzenten verloren geht, wenn keine Kinos geöffnet sind“, erklärt der Theaterleiter. Der James-Bond-Film soll nun aber im September erscheinen.
Neben Blockbustern und Familienfilmen wird montags und sonntags „Der besondere Film“ abseits des Mainstreams gezeigt.

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