Endlich wieder tanzen!

Das Chemnitzer Tanzensemble ist wie das Festival international mit Tänzern aus Deutschland, Österreich, Brasilien, Spanien und Südkorea besetzt. Foto: Judith Hauße

Ihre Bewegungen sprechen eine Sprache, die Sprache des Tanzes. Unter staunenden Blicken der Passanten probten die Tänzer der Chemnitzer Ballettkompanie am Dienstag auf dem Brühl-Boulevard. Denn schon in weniger als einer Woche ist es soweit. Das internatinale Tanzfestival für zeitgnössischen Tanz lässt die Stadt Chemnitz vom 16. bis 27. Juni zu einer großen Bühne werden. „Die Menschen brauchen wieder etwas zum Staunen und Erleben“, sagt Sabrina Sadowska, Ballettdirektorin der Theater Chemnitz und Festivalleiterin im Gespräch mit WochenENDspiegel.

Sie weiß, eine lange Zeit pandemiebedingter Einschränkungen und kultureller Dürre liege hinter dem gesamten Ensemble, in Hinblick auf das bevorstehende Festival zeige sich die Ballett-Chefin aber zuversichtlich: „Wir wollen den Blick nach vorne richten und uns freuen – auf Tanz im öffentlichen Raum, auf Straßen und Plätzen, im Theater und Kulturräumen, Tanz zum Mitmachen, sich bewegen und gemeinsam lachen.“

Die bereits siebte Auflage des Tanzfestival soll den Tanz wieder zurück in den öffentlichen Raum bringen – unter Hygienevorschriften und mit Gästen aus Nah und Fern.

Sie lachen, tanzen, haben Spaß – und das gemeinsam. Den Tänzern der Chemnitzer Ballettkompanie ist während den Proben auf dem Brühl anzunerken, wie sehr sie das alles vermisst haben, gemeinsam vor Zuschauern stehen, den Menschen wieder das bieten, was sie am besten können: Tanzen. Zusammen mit internationalen Gästen und Tänzern aus verschiedenen Nationen, wie Spanien, Frankreich, Slowenien, Großbrittanien, Belgien, Holland und der Schweiz werden sie ein Teil des Festivals vom 16. bis 27. Juni sein, an dem 50 Veranstaltungen an 20 Orten stattfinden werden.

Die Choreografen David Blazquez (Spanien), Anne Le Batard (Frankreich), Willi Dorner (Österreich) und Daniel Moralez Pérez (Spanien) entdecken die Stadtquartiere Brühl, Fritz-Heckert-Gebiet, Sonnenberg und den TU Campus und wollen mit dem Ballett Chemnitz & Guests den öffentlichen Raum mit Tanz beleben. Weitere Aktivitäten im öffentlichen Raum gibt es unter anderem am Marx-Monument, auf dem Rosenhof, am Pavillon auf der Schloßteichinsel sowie bei einer Radtour auf den Spuren Chemnitzer Erfindungen.
„Das ist neu“, sagt Sabrina Sadowska.

Ein Tanzfestival verteilt an verschiedene Orte in der Stadt habe es in dieser Form noch nie gegeben. „Es wird an öffentlichen Bereichen getanzt, sie sind die Bühne und die Passanten unser Publikum. Das finde ich sehr spannend und fasziniert“, so die Ballettdirektorin, die sich in diesem Moment über einen kleinen Jungen freut, der die Probe der Tänzer mit Begeisterung verfolgt und Bewegungen nachahmt. „Das ist genau das, was wir erreichen wollen, die Menschen sollen mit unserer Art der Sprache emotional berührt werden.“ Begleitet wird das Tanzfestival zudem in diesem Jahr von einer Vielzahl weiterer Angebote, darunter Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen, vor allem jedoch auch von einer Workshop-Reihe zu zeitgenössischem Tanz und vielen weiteren Gelegenheiten zum Mittanzen.

Hierbei wird auch das Online-Workshop-Programm #ChemnitzMovesOn! aus der digitalen in die reale Welt geholt und lädt zum Mitmachen ein.
Das detaillierte Programm ist unter www.theater-chemnitz.de und www.tanzmodernetanz.eu nachlesbar.

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