Energieversorger eins will ab 2029 komplett auf Braunkohle verzichten

Geschäftsführer Roland Warner auf dem Dach des Heizkraftwerkes. Die Solaranlagen links im Hintergrund müssen demnächst den neuen effizienten Blockheizkraftwerken weichen. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Eine Großstadt wie Chemnitz mit Wärme und Strom versorgen und das komplett ohne Braunkohle? So soll es nach Vorstellung des Energieversorgers eins ab 2029 werden. „Wir wollen vollständig aus der Braunkohle aussteigen“, sagte Roland Warner, Vorsitzender der eins-Geschäftsführung heute.

Möglich werden soll das durch die Umstellung auf Blockheizkraftwerke und ein Holzkraftwerk. Während erstere an den jetzigen Standorten der Heizkraftwerke Chemnitz (am bunten Schornstein) und Altchemnitz entstehen werden, wird für letzteres ein komplett neuer Standort in Siegmar gebaut. Im Gewerbegebiet an der Neefestraße sollen dann im Halbstundentakt LKWs Holz zur Verbrennung aus einem Umkreis von 100 Kilometern anliefern.

Voraussichtlich im Jahr 2023 geht das erste von zwei Kohleblöcken des Heizkraftwerks Chemnitz vom Netz. 2029 soll der zweite Kohleblock folgen. „Wir wollen den CO2-Ausstoß unserer Erzeugungsanlagen um rund 60 Prozent reduzieren“, so Warner. Das sei mit der Verwendung von Ergas gerechnet. Sollte Biomethan zum Einsatz kommen – was mit den neuen Anlagen möglich wäre – erhöhe sich die CO2-Reduktion noch weiter.

Zwei Jahre wurde an einem umfassenden Konzept gearbeitet. „Die neue Wärme für Chemnitz wird flexibler, zukunftssicherer und emissionsärmer.“ Gegenüber der heutigen Technik soll soviel CO2 eingespart werden wie rund 260.000 PKW ausstoßen.

Um Platz für das neue Blockheizwerk am Dammweg zu schaffen, müssen die dort 2012 in Betrieb genommenen Solarfelder weichen. Der Ausweichstandort werde derzeit geprüft. Jedes der neuen Module des Blockheizkraftwerkes ist rund 30 Meter lang und zehn Meter breit und hat eine Leistung von zehn Megawatt.

Allein in den nächsten fünf Jahren wird eins rund 200 Millionen Euro investieren. Bis zur vollständigen Umstellung auf den Braunkohle-Verzicht werden weitere 200 Millionen Euro dazu kommen. Für die Kunden sollen sich der Energiepreis allerdings nicht merklich ändern: „Er wird ein ähnliches Niveau haben wie jetzt auch“, ist Roland Warner optimistisch.

Ähnlich diesem werden aktuell in Altchemnitz Kessel für 100 Megawatt erneuert.

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