Eric Frenzel: Motivation hoch zehn

Eric Frenzel schreibt im WochenENDspiegel. Foto: Marion Grumbd

Erzgebirge. Der Weltstar und der WochenENDspiegel – die Verbindung bleibt auch bis ins Jahr 2021 aktuell.
Schon seit 2014 schreibt Eric Frenzel, der King of NoKo, für unsere Leser. Damals konnten sie den Spitzensportler auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Sotschi und dort während der Wettkämpfe begleiten, mitlesen, wie er sich die Goldmedaille sicherte. Immer ganz nah dran, immer informiert über die Dinge, die passieren, wenn die Scheinwerfer für die Fernseh-Kameras ausgegangen sind.
Das wird sich in diesem und dem nächsten Jahr nicht ändern. Eric springt von den Schanzen, kämpft in den Loipen und greift anschließend in die Tasten, um im WochenENDspiegel darüber zu schreiben, wie er sich nach Siegen oder Niederlagen fühlt, was er abseits der Wettkämpfe erlebt und welche Gedanken er sich macht.

Motivation hoch zehn

Val di Fiemme inmitten der Dolomiten, Winter pur, blauer Himmel, strahlende Sonne, beste Loipenbedingungen bei minus vier Grad…also der Stoff, aus dem die Träume sind. Teamsprint stand auf der Agenda und damit eine erneute Standortsbestimmung gegenüber den Norwegern im Hinblick auf die Heim-WM. Doch dieses einzelne Rennen läuft in der Rollenverteilung etwas anders wie erwartet. Das Rennen entwickelt sich gut und wir setzten uns mit den Österreichern an die Spitze des Feldes, ab da sehen die Zuschauer ein fulminantes Rennen.
Das Rennen wird von der Spitze aus gut kontrolliert, ich bin auf jedem Meter informiert, wo die Konkurrenten laufen. Aber ab der Hälfte des Rennens bin ich mir sicher, dass wir heute um den Sieg mitlaufen.
Meine letzte Runde läuft gut und ich übergebe als Führender auf Fabian Riessle, der auf die letzten eineinhalb Kilometer geht. Letzter Anstieg gegen den Österreicher, ein dramatischer Anstieg, mein Mannschaftskamerad Fabian sucht die Vorentscheidung und will sich lösen, doch der Österreicher wehrt ab und bleibt sogar vorne… und jetzt schert Fabian wieder ein, versucht es nicht weiter, sondern spart sich nun im Windschatten des Österreichers Körner für den Schlusssprint, eine taktische Variante, die wir schon vorher fest im Blick hatten. Der Bundestrainer hatte uns empfohlen, die Entscheidung am letzten Anstieg zu suchen, aber nicht auf Biegen und Brechen , weil wir alle um die Sprintfähigkeit von Fabian wissen und wussten. Auf dieses Szenario hatten wir uns vorbereitet. Unser Streckenbetreuer funkt uns in den Zielraum, dass der Österreicher nicht abgeschüttelt werden konnte. Wir schauen uns alle in die Augen und wissen, dass vor uns 60 Sekunden Dramatik, Kraft und Herzklopfen liegen. Was wäre das jetzt für ein Einlauf, wenn die Ränge voller Zuschauer wären. Jetzt sehe ich die beiden auf der Zielgerade. Der Österreicher kämpft und läuft um sein Leben und dann zieht Fabian Riessle seinen unvergleichlichen Spurt an. Es ist buchstäblich auf den letzten Metern, auf denen er tatsächlich an dem Österreicher vorbeigeht, Sieg für Deutschland!
Ich bin überglücklich, Fabian fällt mir in die Arme, ein Wettkampf, der Werbung für unseren Sport gemacht hat, den hoffentlich viele an den Bildschirmen gesehen haben und der für uns vor allem eins ist, eine wahnsinnige Bestätigung auf dem Weg zur Heim-WM nach Oberstdorf.
Die nächsten Wettkämpfe können kommen.

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